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Am Freitag war es endlich so weit. Gegen den FC Costuleni aus Moldawien. Dort Erstligist, in Deutschland höchstens Drittligist. Manuel Zeitz ließ sich davon nicht irritieren. Und konnte zumindest andeuten, warum er sehr begehrt war in den vergangenen Jahren.
Trotzdem holte ihn Trainer Hecking nach 45 Minuten überraschend vom Platz. „Licht und Schatten“ wollte er gesehen haben auf dem Leistungsbild des 21-Jährigen, der zwar schon vieles richtig macht, aber eben auch noch einiges falsch. Da war unter anderem dieser Rückpass, „den man nicht spielt“, so Hecking — weil Torwart Schäfer anschließend Kopf und Kragen riskieren musste.
„Von Manu muss deutlich mehr kommen, um Ansprüche anmelden zu können“, sagt Hecking, „wenn alle da sind, wird es unbequem für ihn.“ Weil aber nicht alle da sind, könnte Zeitz schon am Samstag gegen Berlin wieder auf der Bank sitzen.
Sein Stern ging 2008 in einem Test gegen Bübingen auf. Als A-Jugendlicher hatte Zeitz damals in der „Ersten“ des 1. FC Saarbrücken debütiert. Und wie. Zeitz zeigte gleich mal seine Qualitäten. Durchsetzungsvermögen, Ballsicherheit, Übersicht. Sein Ex-Trainer Dieter Ferner traute seinen Augen nicht.
„Da kam dann dieser 17-Jährige, hat gleich gezeigt, dass er sich nichts gefallen lassen will. Da wusste ich, der kann uns weiterhelfen“, sagte Ferner später der Saarbrücker Zeitung. Fortan war Zeitz ein fester Bestandteil seiner Elf und führte Saarbrücken in die Dritte Liga. „Ich glaube fest daran“, sagte Ferner, „dass wir ihn in großen Stadien sehen werden.“
Es sollte recht behalten — bloß war das Frankenstadion fast immer ziemlich leer, wenn Zeitz dort Fußball spielte. Für den 1. FC Nürnberg II, in der Regionalliga Süd. Wobei Zeitz, wenn man Aussagen seiner Vorgesetzten richtig deutet, nicht mehr weit weg zu sein scheint von der Eliteklasse. „Manuel hat zugelegt, nicht nur körperlich“, sagt Hecking, „er hat einen Schritt nach vorn gemacht.“ Schon vor der Winterpause durfte Zeitz regelmäßig mittrainieren bei den Profis und zählte sogar zweimal zum 18-köpfigen Aufgebot. Zu einer Einwechslung langte es bisher nicht.
Was sich aber bald ändern könnte. In Belek hinterließ der ehemalige Junioren-Nationalspieler, hinter dem auch Hoffenheim lange her war, einen guten Eindruck. Seine Pässe kamen scharf und präzise, zudem setzte er im Zweikampf seinen kräftigen Körper oft clever ein.
Zeitz hat ohne Zweifel schnell dazugelernt seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer, sagt: „Ich bin jetzt angekommen in Nürnberg.“ Zeitz will gar nicht leugnen, dass ihm die Umstellung schwerfiel. Der Sprung von der Dritten in die Erste Liga war doch größer als gedacht, Zeitz musste sich erst an die professionelleren Strukturen gewöhnen. „Alles ging plötzlich viel schneller und war intensiver“, sagt Zeitz, der etwas brauchte, sich nun aber bereit fühlt für höhere Aufgaben. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann er seine Chance bekommen wird.
Den Wechsel hat er trotz Anlaufschwierigkeiten nie bereut. Zumal er beim Club ein paar alte Kumpels traf. Mike Frantz und Philipp Wollscheid sind ebenfalls beim 1. FCS groß geworden, wie er. Und halfen ihm bei der Eingewöhnung, die von etwas sportlichem Frust begleitet war. Ohne Frantz und Wollscheid „wäre es eine richtig schwere Zeit geworden“, sagt Zeitz. Damals, als er noch um den Anschluss kämpfte.

Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12