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Club und Hertha - nur zwei von zwölf Abstiegskandidaten

„Wir können nicht mehr erwarten, dass es wieder losgeht“ - 21.01. 06:54 Uhr

NÜRNBERG  - Endlich wieder Bundesliga: Fünf Wochen nach dem 3:0 in Leverkusen bekommt es der Club heute mit Hertha BSC zu tun. Deren Trainer nicht mit in die Zweite Liga gehen würde.

Fünf Wochen nach dem 3:0 in Leverkusen bekommt es der Club heute mit Hertha BSC zu tun. Deren Trainer Skibbe (Bild) nicht mit in die Zweite Liga gehen würde.
Fünf Wochen nach dem 3:0 in Leverkusen bekommt es der Club heute mit Hertha BSC zu tun. Deren Trainer Skibbe (Bild) nicht mit in die Zweite Liga gehen würde.
Foto: dapd
Fünf Wochen nach dem 3:0 in Leverkusen bekommt es der Club heute mit Hertha BSC zu tun. Deren Trainer Skibbe (Bild) nicht mit in die Zweite Liga gehen würde.
Fünf Wochen nach dem 3:0 in Leverkusen bekommt es der Club heute mit Hertha BSC zu tun. Deren Trainer Skibbe (Bild) nicht mit in die Zweite Liga gehen würde.
Foto: dapd

So zögerlich, fast verängstigt hatte man Michael Skibbe lange nicht erlebt. Noch vor einem Jahr wollte er mit der Frankfurter Eintracht ganz hoch hinaus; nach wirklich guten 26 Zählern und Platz sieben zur Winterpause war Skibbe nicht mehr zufriedenzustellen mit der offiziellen Zielsetzung des Vereins: Klassenverbleib. Stattdessen sollten es 50 Punkte werden. Mindestens.

Etwa drei Monate später wurde Skibbe entlassen, bezeichnenderweise nach Frankfurts erstem Rückrundensieg, einem kaum zu ertragenden 2:1 gegen St. Pauli. Aus neun Partien hatten sie zuvor zwei Unentschieden geholt. Eklatante Rück- statt weitere Fortschritte. Wohl auch, weil niemand mehr damit gerechnet hatte am Riederwald, dass noch etwas schiefgehen könnte.

Fast alles ist möglich



Irgendwann war die brutale Eigendynamik des Niedergangs nicht mehr zu stoppen, am 14. Mai verabschiedete sich die Eintracht in die Zweite Liga, unfassbar. Und Skibbe, seit kurzem für Hertha BSC Berlin zuständig, scheint seit dem Totalschaden etwas klüger zu sein. „Sollte man mit ihr absteigen“, sagte er dieser Tage in einem Interview, „macht es keinen Sinn, mit mir weiterzumachen.“ Und: „Wir wissen selbst, dass wir in der Tabelle nach hinten gucken müssen.“

Auf Rang elf ist der Aufsteiger vor dem heutigen Spiel in Nürnberg (15.30 Uhr) notiert, hat aber lediglich zwei Punkte mehr als der Club, derzeit Viertletzter. Die Tabelle ist vor dem Rückrundenstart ohnehin nicht ganz ernst zu nehmen, ihre Aussagekraft ließ im November und Dezember praktisch von Woche zu Woche stark nach.

Weil die Zone der gefährdeten Teams neuerdings schon unmittelbar hinter den Europapokalplätzen beginnt, das ist ungewöhnlich. Hannover hat als Siebter überwintert, aber tatsächlich nur sieben Punkte mehr als Kaiserslautern auf dem Relegationsrang. Vieles scheint noch möglich bis zum Runden-Finale am 5. Mai. Wahrscheinlich fast alles. Nach oben wie nach unten.

Beim Club wäre man schon sehr zufrieden, wenn es nicht mehr weiter abwärts ginge. Platz 15 würde ja reichen, mit viel mehr rechnet man auch gar nicht. Der Respekt vor der 15, vielleicht auch 16 Wochen dauernden Aufgabe ist enorm, dafür hat man in Nürnberg schon zu viel mitgemacht. Etwas Demut kann nie schaden.

Heckings vertrauen ist groß

Dieter Hecking will sich bei aller Zurückhaltung aber nicht beirren lassen. Sein Vertrauen ist weiter groß; „eine Klasse-Mannschaft“, sagte Hecking neulich in Belek, werde der 1. FC Nürnberg gar haben, wenn erst mal alle fit sind. Da aber gleich vier Kandidaten für die Stammelf (Pinola, Chandler, Klose und Balitsch) auch gestern nur bedächtig im Wald herumlaufen konnten, ist Hecking heute zum Auftakt und wohl auch noch am Freitag in Hannover zu kleineren Umbaumaßnahmen gezwungen.

Seine Zuversicht ist trotz widriger Personal-Umstände beträchtlich; der verbliebene Rest mache „einen guten Eindruck“, sagt Hecking, der heute Jens Hegeler als rechten Not-Verteidiger aufbieten muss und wahrscheinlich zunächst im neu einstudierten 4-4-2-System agieren lässt. Also mit zwei wuchtigen Spitzen (Pekhart, Eigler) und zwei technisch starken, flinken Flügelspielern (wahrscheinlich Esswein und Didavi). Im Abschlusstraining ging es nur noch darum, etwas Spannung aufzubauen. Muskulär. Im Kopf sind sie schon länger so weit. „Wir können nicht mehr erwarten“, sagt unter anderem Pekhart, „dass es wieder losgeht.“

Pekhart weiß sogar, wie es sich anfühlt, gegen die Berliner zu treffen. Sein 1:0 in der 80. Minute war Anfang August gleichbedeutend mit dem ersten Sieg im ersten Spiel, wovon sich die Hertha aber zügig wieder erholen sollte. Aber trotzdem gefährdet ist. Wie elf andere Vereine auch. „Ab Platz sieben müssen alle aufpassen“, warnt Hecking, auch die Hertha – sein Kollege Skibbe müsse sich aber nicht um seinen Arbeitsplatz sorgen. „Sie werden es auch schaffen“, glaubt Hecking, die Berliner. Wie seine Nürnberger. Vielleicht. 



VON WOLFGANG LAASS

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