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Die offizielle Statistik zum 2:1 gegen Mönchengladbach führte Timmy Simons an exakt zwei Stellen: In der Aufstellung und bei den Torschützen. Sein verwandelter Elfmeter in der vierten Minute wies den Weg zum wichtigen Heimsieg, seine Präsenz in den 86 Minuten danach ebnete ihn.
Der nimmermüde Belgier stand am Sonntagabend stellvertretend für eine Mannschaft, die spielerisch bestimmt nicht glänzte, dafür aber kämpferisch alles gab. Gegen eine äußerst selbstbewusst angereiste Borussia – neun Pflichtspiele in Folge hatte die Elf vom Niederrhein ohne Niederlage überstanden, am Sonntagwar es mal wieder soweit. In Nürnberg.
Man konnte nicht unbedingt damit rechnen nach turbulenten Tagen im Sportpark Valznerweiher. Die internen Querelen nach dem 0:5 im Test gegen Regensburg begleiteten den Club durch die Arbeitswoche, deren drei Schlusspunkte aber wieder einiges geraderücken sollten. „Griffig“ sei die Mannschaft schon im Training gewesen, berichtete Simons, der wahrscheinlich griffigste von allen. Wenn man das Adjektiv verwendet, um ein Vorbild zu küren; der Belgier lief auch am Sonntag unheimlich viele Lücken zu, baute wenn nötig auch mal ein taktisches Foul ein in seinen Vortrag und entschied vor allem die wichtigeren Zweikämpfe für sich.
Der 36-Jährige lobte hernach auch die Gruppe; an der ersten Halbzeit habe ihm besonders gut gefallen, „wie viele Bälle wir erobert haben“, was sich in der zweiten Halbzeit allerdings relativieren sollte. Als sich sein Club zu sehr einschnüren ließ und nur noch sporadisch für Entlastung sorgen konnte. Nur 37 Prozent der Spielzeit hatte Nürnberg den Ball. Was nicht viel heißen muss, wenn hinterher ein knapper Sieg steht. Zum Ende hin, fand auch Simons, „war es eng“.
Dennoch durfte man das 2:1 auch getrost als Antwort auf viele Fragen verstehen, die seit vergangenem Sonntag aufgetaucht sind. Von Grüppchenbildung war die Rede, von atmosphärischen Störungen, sogar von mangelndem Zusammenhalt. Zwei, drei Krisengipfel später scheint nicht viel hängen geblieben zu sein. „Das war von der ersten bis zur letzten Minuten wieder der 1. FC Nürnberg“, sagte Mike Frantz, er meinte damit die unnachgiebige, einsatzfreudige, teilweise sogar fiese Version seines Clubs, „mit der sich der Gegner schwer tut“. Und, vielleicht noch viel wichtiger: „Es war heute wieder jeder für den anderen da.“ Ob es auch Alexander Esswein so empfand, der trotz Timo Gebharts kurzfristigem Ausfall (Leistenprobleme) nicht zum 18-köpfigen Aufgebot gehörte, darf jedoch stark bezweifelt werden. Die mögliche Unzufriedenheit Einzelner, darin waren sich die Hauptdarsteller einig, sollte den intakten, homogenen Rest künftig nicht mehr negativ beeinflussen. Noch ein Signal des 2:1-Erfolgs, der trotz optischer Unterlegenheit errungen wurde und vielleicht gerade deswegen so bedeutsam war. Dass es, wie schon beim 1:1 gegen den HSV vor zwei Wochen, nach dem Seitenwechsel zu viele Ballverluste gab, darüber wollte sich auch der Kapitän nicht mehr aufregen.
Mönchengladbach hatte zwar mehr vom Spiel, blieb nach dem 1:2 aber weitestgehend chancenlos. Der tadellose Kapitän lobte dafür den gesamten Defensivverbund – angeführt von Simons, der 90 Minuten wie aufgezogen über den Platz hetzte. Und die anderen mitriss zu einem großen Kampf, der Hoffnung macht. „Alles reingeworfen“ habe sein Club, fand Simons, was natürlich auch dem Torwart aufgefallen war. All die Tugenden, „die uns in der Vorrunde stark machten“, wollte Schäfer von ganz hinten wieder beobachtet haben, „das müssen wir jetzt weiter verfeinern“.
Basierend auf dem weiter komfortablen Acht-Punkte-Vorsprung auf Platz 16; von den Ergebnissen der Düsseldorfer, Hoffenheimer, Augsburger und Fürther ließen sich die Nürnberger nicht verrückt machen, sondern konterten auf ihre Weise. Michael Wiesinger betonte in seiner Analyse deswegen auch die „psychologischen Aspekte“ des Nachmittags; „wir müssen es selbst richten“, pflichtete Routinier Simons bei, möglichst losgelöst von jeglichen Spekulationen über den Ausgang der Saison.
Simons weiß, wovon er spricht, Nürnbergs „Balancespieler“ (Wiesinger) ist seit 15 Jahren im Geschäft. Und tut seiner Mannschaft nach wie vor sehr gut. Besonders in etwas unruhigeren Zeiten.
Di. 21.05.13
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