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Der Club erlaubt sich ein paar Fehler zuviel

Nach dem 1:2 gegen Freiburg versucht man beim FCN, Ruhe zu bewahren - 30.08. 09:06 Uhr

Nürnberg  - "Wir haben uns zwei, drei Fehler zuviel erlaubt", maulte Club-Trainer Hecking bereits in der Pressekonferenz, dabei sei Freiburg "doch schon am Boden" gewesen. Viel hatten die Breisgauer in der Tat nicht zu bieten vor knapp 37000 Zuschauern - außer mit ihrer elfköpfigen, hinter der Mittellinie aufgestellten Verteidigungsformation auf weite Flanken und individuelle Patzer der Nürnberger zu warten. Mehr braucht es anscheinend nicht, um den Club in Verlegenheit zu bringen.


Versteinerte Mienen beim Club: Per Nilsson, Timmy Simons und Mehmet Ekici rätseln über die eigenen Fehler.
Versteinerte Mienen beim Club: Per Nilsson, Timmy Simons und Mehmet Ekici rätseln über die eigenen Fehler.
Foto: Zink

Es wäre interessant, das berühmte Bayern-Gen auch mal wissenschaftlich aufzudröseln. Außen ist besagter DNA-Abschnitt bestimmt rot-weiß und innen zäh und widerstandsfähig. Mehmet Ekici verkörpert es jedenfalls auch in Nürnberg, sein bereits vorhandenes Potenzial als Fußballer ist seit der E-Jugend mit so viel Siegermentalität und positiven Gedanken angereichert worden, die verblüffen. Selbst nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg - als Ekici unter anderem davon sprach, dass sein Club über die gesamten 90 Minuten "gut nach vorn" gespielt habe, "wir waren klar die bessere Mannschaft." Wenn Ekici seine Einschätzung auf Ballbesitz und Abschlussversuche bezieht, hat er recht. Annähernd 20 Mal flog der Ball in Richtung Gäste-Gehäuse, gefährlich wurde es für SC-Schlussmann Simon Pouplin aber nur selten. Dagegen genügten Pouplins Vorderleuten zweieinhalb Chancen für zwei Tore. Effizienter geht es fast nicht - wenngleich besonders Nürnbergs Innenverteidiger tüchtig mithalfen. Per Nilsson und Andreas Wolf sprechen anscheinend nicht oder zu selten miteinander, anders sind die Aussetzer vor dem 1:1 und 1:2 kaum zu erklären. Nicht nur Dominic Maroh wird sich auf der Bank seine Gedanken gemacht haben.

Biedere Freiburger

Entsprechend sauer war ihr Chef. "Wir haben uns zwei, drei Fehler zuviel erlaubt", maulte Hecking bereits in der Pressekonferenz, dabei sei Freiburg "doch schon am Boden" gewesen. Viel hatten die Breisgauer in der Tat nicht zu bieten vor knapp 37000 Zuschauern - außer mit ihrer elfköpfigen, hinter der Mittellinie aufgestellten Verteidigungsformation auf weite Flanken und individuelle Patzer der Nürnberger zu warten. Mehr braucht es anscheinend auch in der Spielzeit 2010/2011 nicht, um den Club in Verlegenheit zu bringen. Neue Saison, alte Schwächen. Von den zehn Neuen gefiel uneingeschränkt bisher nur Bayern-Gen-Träger Ekici: der Ex-Hoffenheimer Per Nilsson, eigentlich als Abwehrstabilisator eingekauft, war an beiden Gegentreffern maßgeblich beteiligt und agierte besonders nach der Pause ungefähr so hektisch wie Nebenmann Wolf.

Auch Timmy Simons, immerhin 33 Jahre alt und mit reichlich Länderspiel- und Champions-League-Erfahrung in Nürnberg zum Dienst angetreten, muss künftig mehr Verantwortung übernehmen, seine jüngeren Kollegen führen. Wenn nicht er, wer dann? Dennoch ist es für ein fundiertes Urteil natürlich noch etwas früh - doch fiel auf, dass in einigen Phasen weder vorn noch hinten die Abstimmung passte. Auf Hecking wartet in der zweiwöchigen Länderspielpause jedenfalls viel Arbeit, auch im mentalen Bereich. "Typisch" nannte es Hecking gestern Vormittag nach der von ihm persönlich geleiteten Einheit mit neun gut gelaunten Reservisten, "dass jetzt alles Schlechte herbeigerufen wird" - in Nürnberg dauert es erfahrungsgemäß nicht besonders lange bis zur ersten Mini-Krise. Ein insgesamt enttäuschendes Heimspiel gegen Freiburg genügt. Wobei: "Die haben doch nicht gewonnen", sagte Sportdirektor Martin Bader, "wir haben verloren." Genau so war es, am Samstagnachmittag im Frankenstadion. Wie es weitergeht, ist auch schon absehbar. Durchschnaufen, ruhig bleiben, fleißig üben.

Nachkauf kategorisch ausgeschlossen

Dass man erneut auf dem Transfermarkt tätig werden könnte und noch einen Spieler verpflichtet respektive ausleiht, ist eher nicht zu erwarten. Selbstverständlich werde man bis morgen Nacht, 24 Uhr (so lange sind Vereinswechsel noch möglich) Augen und Ohren offenhalten, "aber dass wir noch etwas machen, ist sehr, sehr unwahrscheinlich", erklärt Bader, während Hecking einen Nachkauf zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch ausschließt. In vier Monaten ist schließlich schon Winterpause; richten müssen es bis dahin die, die schon da sind. Mehmet Ekici etwa, der auch in seinem zweiten Bundesligaspiel durchaus Akzente setzen konnte. Seine Ecken und Freistöße kamen durchweg scharf und präzise, auch sonst kann Ekici mit der Kugel umgehen. Allerdings wird er die Mittelfeldzentrale räumen müssen, wenn Ilkay Gündogan zurückkehrt. Ist Ekici doch egal - Hauptsache, Nürnberg gewinnt endlich mal. Sein erfolgsverwöhntes Bayern-Gen wird langsam unruhig. "Es gehe davon aus, dass wir es schon nächste Woche besser machen werden", sagte Ekici noch, wovon auszugehen ist. Am Freitag um 18 Uhr in der Tennenloher Straße. Im Testspiel beim FSV Erlangen-Bruck.  





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