12°C
Samstag, 18.05. - 11:28 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Der Club hält die Klasse - und keiner kriegt es mit

Weil auch in diesem Jahr der Umbruch gelungen ist, trainiert Dieter Hecking weiterhin einen Erstligisten - 16.04.2012 07:43 Uhr

KAISERSLAUTERN  - Als der 1. FC Nürnberg in der vergangenen Saison die Liga aufmischte, bekam das fast keiner mit: Alle redeten von Thomas Tuchel und den "Bruchweg-Boys". Ein Jahr später ist das ähnlich, obwohl Mainz 05 in der Tabelle derzeit sogar hinter dem FCN notiert ist. Doch FCN-Trainer Dieter Hecking lässt sich nicht beirren und freut sich lieber über den Klassenerhalt.

„Jetzt geht jeder Ball rein“: Daniel Didavi (Zweiter von rechts) steht stellvertretend für Nürnbergs Fußball-Glück im Frühling.
„Jetzt geht jeder Ball rein“: Daniel Didavi (Zweiter von rechts) steht stellvertretend für Nürnbergs Fußball-Glück im Frühling.
Foto: dpa
„Jetzt geht jeder Ball rein“: Daniel Didavi (Zweiter von rechts) steht stellvertretend für Nürnbergs Fußball-Glück im Frühling.
„Jetzt geht jeder Ball rein“: Daniel Didavi (Zweiter von rechts) steht stellvertretend für Nürnbergs Fußball-Glück im Frühling.
Foto: dpa

Wieder einmal war Dieter Heckings Glück in einem Nebensatz versteckt. In der Samstagsausgabe hatte sich die Süddeutsche Zeitung dem beliebten Thema „Überraschungsmannschaften der Bundesliga“ angenommen. Es ging um den FSV Mainz — für den 1.FC Nürnberg blieb ein Auftritt zwischen Gedankenstrichen: „Und man muss auch den 1. FC Nürnberg des Trainers Dieter Hecking und des Sportdirektors Martin Bader dazuzählen“.

Es ist etwa ein Jahr her, da konnte sich Dieter Hecking noch wunderbar aufregen über sein Leben zwischen den Gedankenstrichen, während Trainern wie Thomas Tuchel in Mainz oder Robin Dutt in Freiburg Schlagzeilen gewidmet wurden. „Andere wirken wahrscheinlich spektakulärer als ich“, sagte Hecking damals, als er sich darüber beklagt hatte, dass das, was gerade in Nürnberg passierte, über die Region hinaus zu wenig wahrgenommen werde. Jetzt ist Dutt in Leverkusen bloß spektakulär gescheitert, Tuchel steht mit Mainz in der Tabelle hinter Heckings Nürnbergern — die Schlagzeilen sind ihnen dennoch weiterhin gewogen. 

Und Hecking? Ist zufrieden mit seinem Glück zwischen den Gedankenstrichen. Aufregen will er sich zumindest nicht mehr, dass das eher beiläufig wahrgenommen wird, was ihm auch in diesem Jahr wieder Schönes mit Nürnberg gelungen ist. Dass auch ohne Gündogan, Ekici und Schieber der Klassenverbleib schon nach 31 Spieltagen feststeht.

Warten auf den Mai

„Der Umbruch ist uns wieder gelungen“, sagte ein sehr entspannter Hecking in Kaiserslautern, als gerade zwei Spieler getroffen hatten, die für diesen Umbruch stehen. Daniel Didavi kam vor der Saison als Fußball-Azubi vom VfB Stuttgart an den Valznerweiher, Tomas Pekhart als einer, der eine fremde Liga erst kennenlernen musste aus Tschechien. Didavi ist 22 Jahre alt, Pekhart nur ein paar Monate älter. Kritisiert wurden beide, mitunter zurecht, oft etwas zu hart. Pekhart hat jetzt in 28 Spielen sieben Tore geschossen für Nürnberg. Sein Vorgänger Julian Schieber, dem sie in Nürnberg immer noch nachtrauern, brauchte ein Spiel mehr, um genauso oft zu treffen.

Didavi hat sich nach seiner Verletzungspause unentbehrlich gemacht für den Club und in den letzten sieben Partien sechsmal getroffen. „Jetzt läuft es, jetzt geht jeder Ball rein“, sagt Didavi, der dann auch noch beweist, dass Heckings Wirken zumindest innerhalb der Mannschaft wahrgenommen wird. Man müsse auch einmal dem Trainer danken, sagt Didavi, denn der hatte Didavi auch spielen lassen, als er noch nicht unentbehrlich war für den 1. FCN. 

Jetzt hätten sie es gerne, dass Didavi („Wir sind insgesamt als Mannschaft gut, da ist es als Offensiver leicht, mitzuglänzen“) auch in der nächsten Spielzeit unentbehrlich bleibt am Valznerweiher, dummerweise aber ist der Mittelfeldspieler wie einst Schieber nur für ein Jahr ausgeliehen vom VfB Stuttgart.

Lieber heute als morgen unterschreiben


Für Schieber stand damals von Beginn an fest, dass er nach einem Jahr zurück nach Schwaben geht, Didavi, der beim VfB einen Vertrag bis 2013 besitzt, würde gerne bei Hecking bleiben. „Ich weiß, dass Daniel lieber heute als morgen bei uns unterschreiben würde“, sagt Hecking, „dann müssen wir uns auch um ihn bemühen.“ Warten müssen sie dennoch beide: Hecking und Didavi. „Wir haben mit dem VfB ausgemacht, dass wir uns im Mai über Daniel unterhalten“, sagt Bader. „Ich hoffe, wir müssen nicht wieder bei null anfangen“, sagt Hecking über das nächste Erstliga-Jahr.

Gelingt das, würde man in Texten, die von Überraschungsmannschaften handeln, vielleicht nicht einmal mehr zwischen Gedankenstrichen auftauchen. Dieter Heckings Glück wäre noch ein bisschen größer. 

VON FADI KEBLAWI


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Zum Thema
Logo 1. FC Nürnberg
Gründungsdatum:
04.05.1900
Mitgliederzahl:
über 14.000


Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 112-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Zum Thema
Suche wird durchgeführt...