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Wieder einmal war Dieter Heckings Glück in einem Nebensatz versteckt. In der Samstagsausgabe hatte sich die Süddeutsche Zeitung dem beliebten Thema „Überraschungsmannschaften der Bundesliga“ angenommen. Es ging um den FSV Mainz — für den 1.FC Nürnberg blieb ein Auftritt zwischen Gedankenstrichen: „Und man muss auch den 1. FC Nürnberg des Trainers Dieter Hecking und des Sportdirektors Martin Bader dazuzählen“.
Es ist etwa ein Jahr her, da konnte sich Dieter Hecking noch wunderbar aufregen über sein Leben zwischen den Gedankenstrichen, während Trainern wie Thomas Tuchel in Mainz oder Robin Dutt in Freiburg Schlagzeilen gewidmet wurden. „Andere wirken wahrscheinlich spektakulärer als ich“, sagte Hecking damals, als er sich darüber beklagt hatte, dass das, was gerade in Nürnberg passierte, über die Region hinaus zu wenig wahrgenommen werde. Jetzt ist Dutt in Leverkusen bloß spektakulär gescheitert, Tuchel steht mit Mainz in der Tabelle hinter Heckings Nürnbergern — die Schlagzeilen sind ihnen dennoch weiterhin gewogen.
Und Hecking? Ist zufrieden mit seinem Glück zwischen den Gedankenstrichen. Aufregen will er sich zumindest nicht mehr, dass das eher beiläufig wahrgenommen wird, was ihm auch in diesem Jahr wieder Schönes mit Nürnberg gelungen ist. Dass auch ohne Gündogan, Ekici und Schieber der Klassenverbleib schon nach 31 Spieltagen feststeht.
„Der Umbruch ist uns wieder gelungen“, sagte ein sehr entspannter Hecking in Kaiserslautern, als gerade zwei Spieler getroffen hatten, die für diesen Umbruch stehen. Daniel Didavi kam vor der Saison als Fußball-Azubi vom VfB Stuttgart an den Valznerweiher, Tomas Pekhart als einer, der eine fremde Liga erst kennenlernen musste aus Tschechien. Didavi ist 22 Jahre alt, Pekhart nur ein paar Monate älter. Kritisiert wurden beide, mitunter zurecht, oft etwas zu hart. Pekhart hat jetzt in 28 Spielen sieben Tore geschossen für Nürnberg. Sein Vorgänger Julian Schieber, dem sie in Nürnberg immer noch nachtrauern, brauchte ein Spiel mehr, um genauso oft zu treffen.
Didavi hat sich nach seiner Verletzungspause unentbehrlich gemacht für den Club und in den letzten sieben Partien sechsmal getroffen. „Jetzt läuft es, jetzt geht jeder Ball rein“, sagt Didavi, der dann auch noch beweist, dass Heckings Wirken zumindest innerhalb der Mannschaft wahrgenommen wird. Man müsse auch einmal dem Trainer danken, sagt Didavi, denn der hatte Didavi auch spielen lassen, als er noch nicht unentbehrlich war für den 1. FCN.
Jetzt hätten sie es gerne, dass Didavi („Wir sind insgesamt als Mannschaft gut, da ist es als Offensiver leicht, mitzuglänzen“) auch in der nächsten Spielzeit unentbehrlich bleibt am Valznerweiher, dummerweise aber ist der Mittelfeldspieler wie einst Schieber nur für ein Jahr ausgeliehen vom VfB Stuttgart.
Für Schieber stand damals von Beginn an fest, dass er nach einem Jahr zurück nach Schwaben geht, Didavi, der beim VfB einen Vertrag bis 2013 besitzt, würde gerne bei Hecking bleiben. „Ich weiß, dass Daniel lieber heute als morgen bei uns unterschreiben würde“, sagt Hecking, „dann müssen wir uns auch um ihn bemühen.“ Warten müssen sie dennoch beide: Hecking und Didavi. „Wir haben mit dem VfB ausgemacht, dass wir uns im Mai über Daniel unterhalten“, sagt Bader. „Ich hoffe, wir müssen nicht wieder bei null anfangen“, sagt Hecking über das nächste Erstliga-Jahr.
Gelingt das, würde man in Texten, die von Überraschungsmannschaften handeln, vielleicht nicht einmal mehr zwischen Gedankenstrichen auftauchen. Dieter Heckings Glück wäre noch ein bisschen größer.
Sa. 18.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
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