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Der Club nimmt Anlauf zum Dreier gegen Köln

Winter-Neuzugang Hanno Balitsch gibt am Samstag sein Debüt in Rot und Schwarz - 17.02. 06:55 Uhr

NÜRNBERG  - „Alles normal“, sagt Dieter Hecking nach dem 0:0 in Augsburg und vor dem Heimspiel am Samstag gegen Köln. Nur seine Aufstellung nicht. Schließlich kann er endlich seinen prominenten Winterzugang einsetzen.

Hanno Balitsch: Am Samstag winkt dem Neuzugang das lang ersehnte Pflichtspieldebüt
Hanno Balitsch: Am Samstag winkt dem Neuzugang das lang ersehnte Pflichtspieldebüt
Foto: dapd
Hanno Balitsch: Am Samstag winkt dem Neuzugang das lang ersehnte Pflichtspieldebüt
Hanno Balitsch: Am Samstag winkt dem Neuzugang das lang ersehnte Pflichtspieldebüt
Foto: dapd

Die Erinnerungen an seinen früheren Arbeitgeber sind nicht nur angenehm. In der Saison 2001/2002 hat Hanno Balitsch für Köln gespielt, der FC war seine erste Bundesliga-Station. Balitsch galt seinerzeit als Versprechen für die Zukunft, mindestens, schon damals prophezeiten ihm Experten einen steilen Karriereverlauf.

Sie sollten Recht behalten – obwohl der junge Balitsch mit Köln krachend abstieg. Eine ganz bittere Erfahrung. manchmal muss er noch dran denken. Wie seine Mannschaft irgendwann auseinanderflog unter dem von Woche zu Woche größer werdenden Druck. Vor allem die Leitwölfe waren vereinzelt deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben, Balitsch gab wenigstens sein Bestes. Ein „Gefühl des Versagens“ sei trotzdem geblieben, sagte er schon bei seiner Vorstellung in Belek vor knapp sechs Wochen. Ein Gefühl, das er kein zweites Mal braucht.


Knapp zehn Jahre später ist Balitsch mit dem 1. FC Nürnberg in einer ähnlichen, aber wohl nicht vergleichbaren Tabellensituation. Aus dem Perspektiv- ist ein Führungsspieler geworden, der Verantwortung übernehmen soll. Und will. „Es reizt mich, den Abstiegskampf so schnell wie möglich hinter uns zu lassen“, sagte Balitsch neulich über seine kurzfristigen Ziele. Langfristig sieht er seinen Club weiter oben. Sonst hätte er sich nicht gleich für zweieinhalb Jahre an Nürnberg gebunden.

Endlich dabei

Schon morgen könnten sie ein paar Plätze gutmachen, wenn es im Frankenstadion zum Wiedersehen mit seinem Ex-Verein kommt, es soll für Balitsch und seinen Club idealerweise der nächste Schritt werden auf dem Weg zum Klassenverbleib. Neu ist, dass Balitsch nach auskuriertem Muskelfaserriss nun auch mithelfen kann.

Video zum Thema
Die schwache Leistung gegen Augsburg ist abgehakt. Der Clubtrainer richtet die Konzentration auf das Heimspiel gegen Köln. Denn nur durch Erfolgserlebnisse kehre das spielerische Selbstvertrauen zurück. Philipp Niemöller für nordbayern.de

Sein Trainer hat sich bereits festgelegt: Balitsch wird spielen. Weil er mit seiner Erfahrung aus 284 Bundesliga-Partien „den Unterschied ausmachen“ könne, wie Hecking glaubt. Der Trainer kennt ihn ja schon etwas länger; drei Jahre hatten die beiden in Hannover überwiegend konstruktiv zusammengearbeitet, Balitsch war sogar Heckings Kapitän. Er hält jedenfalls viel von seinem Winter-Zugang. Sehr viel sogar. Auch wenn Balitsch vier Monate nach seinem bis dato letzten Einsatz natürlich nicht in Bestform sein kann. Zumindest aber ist er stark genug für einen Stammplatz. „Hanno“, sagt Hecking, „wird ein wichtiger Bestandteil.“

Der 31-Jährige bringt schließlich vieles mit, was andere nicht haben. Hecking schätzt „seine Präsenz auf dem Platz“, ebenso Balitschs läuferische Qualitäten. Und ganz besonders seine Aggressivität. Balitsch kann dem Gegner richtig wehtun.

Mehr Ruhe im Spiel nach vorne


Schon die launischen Kölner sollen morgen zu spüren bekommen, dass es in Nürnbergs Mittelfeld künftig etwas rustikaler zur Sache geht. Was nicht heißen soll, dass Balitsch vorrangig als Zerstörer fungiert. Vielmehr ist der Modellathlet auch als Schwungrad und Taktgeber gefordert. Hecking erhofft sich vom einmaligen Nationalspieler ein paar Impulse und etwas mehr Ruhe im Aufbau. Balitsch soll, falls nötig, auch mal das Tempo variieren, um wieder längere Phasen mit Ballbesitz zu ermöglichen.

Dass von alldem beim schrecklichen 0:0 in Augsburg kaum etwas zu sehen war, hat Balitsch nicht weiter beunruhigen können. „Im Moment steht alles unter dem Einfluss, egal wie zu punkten“, sagte er dem kicker. Verbunden mit dem Hinweis, dass der Club auch wieder attraktiveren Fußball zeigen wird, wenn die Ergebnisse vielleicht mal über einen längeren Zeitraum stimmen sollten.

Und wenn nicht oder nur bedingt, wie in Hannover, gegen Dortmund und in Augsburg, können die Nürnberger damit umgehen. Seine neuen Kollegen seien jedenfalls „stressresistent“, glaubt Balitsch, und das sei „sehr, sehr wichtig, denn der Abstiegskampf wird auch im Kopf entschieden, und da zeigt die Mannschaft stabile Ansätze“.

Balitsch weiß, wovon er spricht, er hat es auch schon anders erlebt. Und ist wenig später abgestiegen. 



VON WOLFGANG LAASS

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