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Ein Fußballfest soll es werden, am Samstagnachmittag im ausverkauften Frankenstadion. Dass der 1. FC Nürnberg im letzten Saisonheimspiel auf 1899 Hoffenheim trifft, ist schon länger bekannt. Nicht aber, was sonst noch so alles passieren wird vor den 48548 Zuschauern.
Im Vorprogramm soll es eine überwältigende Choreographie geben, ein paar tausend Liter Freibier und natürlich viele Blumensträuße. Für Marek Mintal, der nach acht Jahren gehen muss, sein Vertrag wurde mangels sportlicher Perspektive nicht mehr verlängert. Neben Ersatztorwart Timo Ochs (null Bundesliga-Einsätze in vier Monaten) und Pascal Bieler (sieben Bundesliga-Einsätze in zwei Jahren) werden Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber offiziell verabschiedet.
Vielleicht auch Andreas Wolf, aber wohl eher nicht. Es sei denn, der langjährige Kapitän gibt noch rechtzeitig bis Samstag seinen Wechsel bekannt. Darüber reden, bei welchem Verein er ab dem 1. Juli arbeiten wird, möchte Wolf zuvor nicht mehr; zu viel Unwahrheiten und Gerüchte seien verbreitet worden, sagt Wolf, der seit 14 Jahren für den 1. FC Nürnberg aufläuft. Eine erste Mannschaft ohne den Ansbacher ist eigentlich undenkbar.
Ähnliches hatte man freilich auch über den Kollegen Mintal erzählt, der sich angeblich mit einer Rückkehr zu seinem Stammverein MSK Zilina beschäftigt, die Champions League ist zu verlockend. Mintal wird im September 34, Wolf im Juni 28, sein nächster Kontrakt könnte somit schon sein letzter dicker werden. Wolf, so viel ist klar, würde auch in Nürnberg weiter sehr gutes Geld verdienen – allerdings nur, und daran hapert es wohl noch, wenn er regelmäßig eingesetzt wird und erfolgreich ist. Niedrigeres Grundgehalt, höhere Prämien.
„Das Thema ist offen“, sagt Martin Bader; sein erstes Angebot habe Wolf „nicht angenommen“, wie der Sportdirektor erklärt, seitdem ruhen die Gespräche. In einer anderen Personalie konnte Bader dagegen Vollzug melden: Tomas Pekhart war gestern in Erlangen und Nürnberg und hat nach der sportärztlichen Untersuchung einen Vierjahresvertrag unterschrieben, rund eine Million Euro Ablöse muss der Club für den 1,94 Meter langen Mittelstürmer an den abgebenden FK Jablonec überweisen.
Pekhart, mit 14 Saison-Treffern zurzeit zweitbester Schütze in Tschechiens höchster Klasse, „bringt vieles mit“, sagt Bader, auch Dieter Hecking ist von ihm begeistert. Weniger von Rubin Okotie; der viermalige Nationalspieler Österreichs ist seit über zehn Monaten da, aber irgendwie nie angekommen. Es nur auf seinen Knorpelschaden zu schieben, den er im August 2009 erlitten hatte, wäre wohl zu einfach. Auch Okoties Einstellung zum Beruf soll hin und wieder nicht besonders professionell gewesen sein.
Bis 2013 ist Okotie, der beim 1:1 in Freiburg Schiebers Ausgleich vorbereitet hatte, noch an den Club gebunden – und ganz will man die Hoffnung nicht aufgeben, dass es der kräftige Angreifer noch packen könnte beim Club. Dennoch zieht es ihn erst mal weg. Nicht heim nach Österreich, sondern in Deutschlands Zweite Liga; seinem Trainer und dem ORF teilte er mit, dass seine Situation „nicht angenehm ist und dass ich spielen muss, um mich weiterzuentwickeln“. Als Fehler könne man den Wechsel nach Nürnberg aber „nicht bezeichnen“.
Blumen wird Okotie trotzdem nicht kriegen am Samstag. Er will ja wiederkommen.

Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12