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Der NHTC jammert auf höchstem Niveau

Vor dem Aufstieg ist Trainer Norbert Wolff nicht zufrieden - 23.04.2012 10:55 Uhr

Max Müller (rotes Trikot) ist nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch beim NHTC meistens einen Schritt schneller als der Gegner.

Max Müller (rotes Trikot) ist nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch beim NHTC meistens einen Schritt schneller als der Gegner. © Weigert


Den Zuschauern auf der Stahltribüne brannte vor allem eine Frage auf der Seele: Ob es denn noch regnen würde an diesem Sonntagnachmittag? Daumen drücken oder mitfiebern müssen sie nicht mehr, wenn ihre Mannschaft an der Siedlerstraße spielt. Der NHTC verliert ja sowieso nie, egal, wie der Gegner heißt. Diese Dominanz kommt nicht von ungefähr. Der direkte Wiederaufstieg war von Saisonbeginn an das erklärte Ziel, um es zu erreichen, muss man eben gewinnen — und sich schon mal mit den Großen messen. „Zur Vorbereitung habe ich gegen einige Erstligisten testen lassen, es gefiel mir, was ich da von meiner Mannschaft gesehen habe“, sagt Trainer Norbert Wolff.

Was er dann aber gestern von seiner Mannschaft sah, gefiel ihm nicht. Zwar gewann der NHTC mit 4:0 gegen die TuS Lichterfelde, so einseitig, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Begegnung aber nicht. In der Anfangsphase bedeutete lediglich ein Torschuss von Christopher Wesley Gefahr für den Lichterfelder Torwart Konstantin Möbus. Ansonsten spielten die Gäste genauso oft um den Schusskreis herum wie die Hausherren. Jedenfalls bis zur 22. Minute, als Benjamin Seibold die Kugel mit einem strammen Schuss in die Maschen setzte. Kurz vor der Halbzeit erhöhte er gar auf 2:0.

Im zweiten Durchgang dauerte es lediglich neun Minuten bis zum dritten Tor, diesmal war Christoph König erfolgreich. Danach fing es an zu regnen, die spannendste Frage aus Sicht der Zuschauer war also geklärt. Die neue lautete: Wie hoch gewinnt der NHTC diesmal? Die Gäste wollten sich jedenfalls nicht so leicht geschlagen geben, scheiterten aber entweder durch das eigene Unvermögen oder am hervorragenden Torwart Steffen König. Dafür waren die Hausherren noch einmal erfolgreich, Olympiasieger Max Müller höchstpersönlich markierte den Endstand.

Hohe Fehlerquote

Für ihn war nach dem Abpfiff noch nicht Feierabend. Er musste noch brav in eine Fernsehkamera lächeln und beurteilen, wer fünf Spieltage vor Saisonende, mit acht Punkten Vorsprung auf Verfolger Münchner SC, noch gefährlich werden könnte. „Wir können uns nur noch selber stoppen, aber es gibt noch viel zu tun“, befand Müller. Trainer Wolff erklärte im Nachgang, was genau es zu tun gibt: „Die Fehlerquote ist viel zu hoch für die erste Liga. Teilweise haben wir ausgesehen wie eine Seniorenmannschaft, das Tempo war viel zu langsam...“ Wolff schimpfte noch ein bisschen weiter, ehe er sich selbst bremste: „Ich weiß, es ist Gejammer auf höchstem Niveau.“

Wer dagegen auf höchstem Niveau spielt, ist Torwart König. „Steffen hält schon das ganze Jahr wie ein Torwart aus der ersten Liga“, lobte Wolff. Der Held selbst war zu diesem Zeitpunkt schon längst in der Kabine. Die Kameras sind sowieso auf Max Müller gerichtet, was sollte König also noch am Spielfeld. Dabei ist es vor allem dem 23-Jährigen zu verdanken, dass seine Mannschaft lediglich 16 Gegentore in 13 Spielen hinnehmen musste. 

„Ich bin nicht so heiß auf Kameras“, sagte König frisch geduscht. Dafür aber auf die eigene Verbesserung: „Ich muss die Leute besser stellen und mehr reden.“ Noch hat er ja ein bisschen Zeit, bis er wieder auf höchstem Niveau spielen muss. 

VON MARCEL STAUDT

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