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Der Routinier will von der Jugend lernen

Timmy Simons ist in Eindhoven ein Held, in Nürnberg zunächst einmal nur das letzte Glied in einer Fehlerkette - 25.08. 08:48 Uhr

NÜRNBERG  - Man hat in Nürnberg gute Erinnerungen an einen etwas in die Jahre gekommenen Neuzugang aus den Niederlanden: Tomas Galasek führte den Club einst bis zum Pokalsieg. Bei Timmy Simons wären alle schon zufrieden, wenn er hilft, den Klassenverbleib sicherzustellen.


Den deutschen Fußball kennenlernen, bedeutet ab und an, auch einmal Schmerzen zu erdulden: Timmy Simons beim Pokalspiel in Trier.
Den deutschen Fußball kennenlernen, bedeutet ab und an, auch einmal Schmerzen zu erdulden: Timmy Simons beim Pokalspiel in Trier.
Foto: Zink

Dass Timmy Simons in Eindhoven ein sehr beliebter Mensch ist, konnte man sogar in Kaprun erkennen. Der Club übte dort im Trainingslager, viele holländische Familien wanderten dort in den Ferien. Wenn sich diese beiden Welten dann einmal zufällig begegneten, zum Beispiel wenn eine holländische Familie am Hotel des Clubs vorbeiwanderte, während sich gerade der Mannschaftsbus leerte, konnte man sehr schöne Szenen beobachten.

Nach einem kurzen Moment des Innehaltens (Simons: „Die glauben das erst mal nicht“) formierte sich die holländische Familie blitzschnell zum Gruppenbild um Simons. Man hat ihn nicht vergessen in den Niederlanden. Fünf erfolgreiche Jahre arbeitete Simons in Eindhoven für die Philips Sport Vereniging, spielte für Belgien bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea — und will jetzt trotzdem in Nürnberg: lernen. Er sagt tatsächlich lernen. Simons meint, dass man auch als 33-Jähriger auf dem Fußballplatz noch nicht alles wissen und kennen kann. Aber natürlich ist er hauptsächlich deshalb beim 1.FC Nürnberg gelandet, weil dort Dieter Hecking noch einen Routinier gesucht hat für die Position im defensiven Mittelfeld. Simons nimmt die Rolle an: „Auf dem Platz helfe ich den jungen Spielern.“

Gute Kritiken - für den jungen Hegeler

Auf dem Platz hatte er am Samstag bei seinem Bundesliga-Debüt in Mönchengladbach zum Beispiel den jungen Spieler Jens Hegeler neben sich. Nach der Partie hat Hegeler sehr gute Kritiken bekommen, nicht nur, weil er ein Tor geschossen hatte. Hegeler hatte seine Rolle im defensiven Mittelfeld sehr großzügig interpretiert, war überall auf dem Platz zu finden.

Die Kritiken für Simons fielen weniger euphorisch aus, nicht nur, weil Simons seine Rolle im defensiven Mittelfeld eher zurückhaltend interpretierte. Simons hatte es auch in einer sehr wichtigen Szene nicht geschafft, den jungen Spielern zu helfen. Den Ausgleichstreffer durch Idrissou hätte ganz am Ende nur noch Simons verhindern können, stattdessen wurde er aber nur zum letzten Glied in einer Fehlerkette, ließ sich vom Angreifer verladen und konnte so nur noch zusehen, als die Führung verspielt wurde.

Motivierte Mitspieler

Trotzdem konnte man erahnen, dass Simons seinen Mitspielern einmal helfen kann. Die resolute Spielweise des Belgiers hatte man in der Vorsaison häufiger vermisst, wenn sich der Club zu schnell in Niederlagen fügte. „Unspektakulär“ nennt Dieter Hecking Simons’ Stil. „Talentiert“ nennt Simons seine Mitspieler.

Da das Talent alleine nicht reicht, ist es vielleicht ganz gut, dass Simons seine Mitspieler auch „motiviert“ nennt: „Damit kann man etwas erreichen.“ Vielleicht erreichen sie gemeinsam ja so viel wie Simons in Eindhoven, und in ein paar Jahren sieht man dann staunende fränkische Familien, die beim Wandern tatsächlich den Timmy Simons treffen. 





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