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Den Gedanken. „elf Pekos aufzustellen“, hat Kleeblatt-Trainer Mike Büskens rasch wieder verworfen. Musterprofi Milorad Pekovic (34), genannt „Peko“, wäre zwar ein Garant dafür, dass nach dem Schlusspfiff niemand die innere Einstellung der Fürther infrage stellen könnte, aber mehr als ein 0:0 wäre mit lauter Klonen des leidenschaftlichen Schienbeinpolierers kaum möglich.
Der kleine Scherz bei der gestrigen Pressekonferenz im Ronhof taugt immerhin als Indiz dafür, was Büskens in der Rhein-Neckar-Arena von seiner Auswahl erwartet. Fraglos viel mehr Robustheit als am vergangenen Freitag beim mit 1:3 verlorenen Zweitligapunktspiel in Dresden. „Wenn wir so auftreten, gehen unsere Chancen gegen null. Ein Foul und ein frühes Gegentor darf nicht reichen, um uns aus dem Spiel zu bringen.“
Aller Voraussicht nach wird die Gangart der Gastgeber diesmal kaum zahmer sein. Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski hat entnervt angekündigt, einige seiner unwilligen Erstliga-Fußballkünstler auszusortieren und stattdessen weniger begabte, aber umso einsatzfreudigere Spieler auf das formal zweitklassige Kleeblatt loszulassen. Ob die TSG-Stars Ryan Babel, Roberto Firmino und Sejad Salihovic tatsächlich nicht auflaufen, bleibt abzuwarten.
Viele TSG-Fans sind schon jetzt bedient. Im Vorverkauf haben sich angeblich nur etwa 12000 von ihnen mit Karten eingedeckt. Dazu kommen voraussichtlich mehr als 4000 Fürther. Wie angespannt die Lage in Hoffenheim ist, zeigen neue Äußerungen von Dietmar Hopp. Der milliardenschwere Mäzen, der wohl nur wegen der 50-plus-1-Regel des Deutschen Fußball-Bundes lediglich 49 Prozent der Stimmrechte an der Spielbetriebs-GmbH der TSG hält, hat Stanislawski unmissverständlich angezählt. „Es ist schwer, eine Linie zu erkennen. Bei Ralf Rangnick war zu sehen, dass er ein Pressing spielte“, sagte der 71-Jährige der Rhein-Neckar Zeitung. Zudem fragte sich Hopp, ob „die Spieler die Köpfe frei haben“, oder „die Kraft fehlt“. Torhüter Tom Starke stellte daraufhin fest: „Wir spielen auch für den Trainer.“
Auch auf Fürther Seite wird erst gar nicht versucht, die Bedeutung der Partie kleinzureden. „Man hat als Spieler nicht so oft die Gelegenheit, in ein Pokal-Halbfinale einzuziehen“, meint Büskens. Zweimal ist die Spielvereinigung bislang im Viertelfinale gescheitert, 2004 an Werder Bremen (2:3), 2010 an Bayern München (2:6).
Präsident Helmut Hack, der das Geld aus diesem Wettbewerb seit eh und je als eine Art Versicherung gegen schlechte Zeiten betrachtet, mag nicht beurteilen, was denn nun wertvoller ist: ein Sieg in Hoffenheim oder drei Punkte im darauf folgenden Zweitliga-Spitzenspiel gegen Paderborn. „Beides ist wichtig“, antwortet Hack ausweichend. Während die knapp 1,8 Millionen Euro, die im Falle eines Weiterkommens allein an Fernsehgeldern flössen, bei der TSG kaum ins Gewicht fielen, entspräche diese Einnahme in etwa einem Viertel des Jahresetats der Spielvereinigung.
Welche Fürther diesen Jackpot knacken sollen, ließ Büskens erwartungsgemäß offen. Sicher ersetzt werden muss der gesperrte Rechtsverteidiger Bernd Nehrig. Eventuell kommt der erfahrene Asen Karaslavov (31) zum Zug. Weil der Trainer in Dresden auch bei seinen Stürmern das rechte Durchsetzungsvermögen vermisst hat, spricht vieles dafür, dass Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah (33) zumindest die sogenannte Joker-Rolle einnimmt. Einer der vielen Pekovics kommt dafür jedenfalls nicht infrage.
Di. 22.05.12
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Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12