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Die Bundesliga-Saison als Pekharts persönlicher Lehrfilm

Der FCN-Stürmer will mit der tschechischen Auswahl die EM-Vorrunde überstehen - 02.06.2012 07:00 Uhr

Vielleicht sein bislang wichtigstes Tor: Fünf Minuten vor Schluss köpfte Tomas Pekhart den 2:1-Siegtreffer gegen Köln – sein anschließender Jubel verriet vor allem Erleichterung.

Vielleicht sein bislang wichtigstes Tor: Fünf Minuten vor Schluss köpfte Tomas Pekhart den 2:1-Siegtreffer gegen Köln – sein anschließender Jubel verriet vor allem Erleichterung. © Zink


Der Kurzfilm existiert wohl schon etwas länger. Doch erst ein paar Minuten nach dem 3:2-Erfolg am vorletzten Spieltag bei der TSG Hoffenheim lüftete Tomas Pekhart ein über Monate gut gehütetes Geheimnis. In einer Phase der Saison, als ihm vor dem Kasten nicht viel gelingen wollte, also irgendwann zwischen dem 23. und 28. Spieltag, hatten Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Martin Bader eine Idee. Warum nicht einfach ein paar von Pekharts besten und weniger guten Szenen zusammenschneiden und mit anderen Stürmern vergleichen.

Der dahinter steckende Gedanke: Pekhart sollte sich etwas abschauen, um schlichtweg effizienter zu werden. Und siehe da, plötzlich traf Pekhart fast wie er wollte. Vier Treffer in fünf Partien, insgesamt schaffte er neun in seiner Premieren-Saison in der Bundesliga. Eine ordentliche Bilanz – wenn man bedenkt, dass ihn die Kollegen noch viel zu selten mit Flanken versorgten. Mit guten Flanken. Man muss wissen: Pekhart ist 1,94 Meter lang. Und hoch droben in der Luft kaum zu verteidigen.

Die Nummer zwei hinter Baros

Das ist natürlich auch seinem Nationaltrainer Michal Bilek bekannt, deswegen hat er ihn erwartungsgemäß in Tschechiens EM-Aufgebot geholt. Bei einem kurzfristig anberaumten Termin Anfang des Monats sollte sich Pekhart vor der Pressestelle des 1. FC Nürnberg zum Turnier äußern; seine Antworten überraschten nicht. Froh und glücklich sei er, „überhaupt dabei zu sein“ und „über jede Minute auf dem Platz“, sagt Pekhart auf Englisch, obwohl seine Mutter Deutsch unterrichtet. Nur muss er sich erst mal hinten anstellen. Altstar Milan Baros, tatsächlich erst 31, ist weiter klar die Nummer eins im tschechischen Sturm und seit seinem fulminanten Turnierdebüt 2004 in Portugal so etwas wie ein Nationalheld.

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Da Bilek auf eine zweite Planstelle im Angriff verzichtet, bleibt Pekhart, solange Kollege Baros fit ist, lediglich ein Platz auf der Ersatzbank. Kein Problem, sagt Pekhart, der umgeben ist von etwas A- und allerhand B-Prominenz. Zwischen den Pfosten steht Petr Cech, ehemaliger Welttorhüter und neuerdings Champions-League-Sieger, auch Tomas Rosicky kennt man noch, natürlich Baros. Der überwiegende Rest ist talentiert, jedoch verhältnismäßig unerfahren. Tschechien, das sich erst via Relegation gegen Montenegro für die EM qualifizierte, ist bestimmt kein Turnierfavorit. Nicht mal ein geheimer.

(Die ganze Geschichte und noch viele weitere lesen Sie am Dienstag in der EM-Sonderbeilage unserer Zeitung).

  

WOLFGANG LAASS

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