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Die Club-Familie wird noch ein wenig größer

Mu Kanazaki und Muhammed Ildiz sollen den Konkurrenzkampf beim 1. FCN erhöhen - 31.01.2013 06:58 Uhr

NÜRNBERG  - Rundum zufrieden mit sich ist man beim 1. FC Nürnberg derzeit offenbar nicht: Kurz vor dem Ende der Transferperiode hat der Club mit Mu Kanazaki und Muhammed Ildiz zwei neue Spieler verpflichtet. Der eine kommt aus Japan, der andere aus Österreich, beide gelten sie als Perspektivspieler, die aber möglichst schnell Druck auf die arrivierten Kräfte ausüben sollen.

Zwei Japaner in Nürnberg: Neuzugang Mu Kanazaki an der Seite von Hiroshi Kiyotake.
Zwei Japaner in Nürnberg: Neuzugang Mu Kanazaki an der Seite von Hiroshi Kiyotake.
Foto: Sportfoto Zink / WoZi
Zwei Japaner in Nürnberg: Neuzugang Mu Kanazaki an der Seite von Hiroshi Kiyotake.
Zwei Japaner in Nürnberg: Neuzugang Mu Kanazaki an der Seite von Hiroshi Kiyotake.
Foto: Sportfoto Zink / WoZi

Es wird langsam eng beim 1. FC Nürnberg. Die ersten Opfer: Martin Bader, Sportvorstand, und Jumpei Yamamori, Übersetzer. Im zugegebenermaßen etwas klein geratenen Presseraum am Valznerweiher kippen die beiden fast samt Stuhl vom Podium, als sie gemeinsam mit Michael Wiesinger den vierten Mann im Bunde vorstellen wollten. Mu Kanazaki ist neu am Valznerweiher, bleibt mindestens für eineinhalb Jahre und darf zur Begrüßung ein paar deutsche Sätze von einem Blatt Papier ablesen: „Guten Tag, mein Name ist Mu. Ich komme aus Japan. Ich gebe mein Bestes für den Club. Thank You.“ Dann schmunzelt Mu und sagt: „Danke schön.“

Dass Kanazaki in Nürnberg gelandet ist, liegt zum einen daran, dass sie beim 1. FC Nürnberg den gar nicht mehr so exotischen Spielermarkt in Japan „sehr intensiv“ (Martin Bader) verfolgen, zum anderen daran, dass sie auch ihre eigene Mannschaft sehr intensiv beobachten. Weil also in Nürnberg die Offensivspieler in letzter Zeit nicht unbedingt überzeugt haben und weil der Offensivspieler Kanazaki seinen Vertrag in Nagoya, wo er noch bis heute angestellt ist, nicht verlängern wollte, sitzt er nun hier in Nürnberg und soll bald helfen, vielleicht schon am Sonntag, wenn sich Borussia Mönchengladbach im Frankenstadion vorstellt.

Bloß nicht gegen Fürth verlieren

„Nicht ganz jung und nicht ganz unerfahren“, sagt Bader über den 23-Jährigen, der immerhin schon 143-mal in der J-League gespielt und dabei 15 Tore erzielt hat. „Man kann ihn in unseren Systemen flexibel einsetzen“, gibt Trainer Michael Wiesinger seiner Hoffnung Ausdruck, dass Kanazaki anders als zum Beispiel Robert Mak und Alexander Esswein, mit denen man beim 1. FC Nürnberg zuletzt nicht gänzlich zufrieden war, Druck auf diejenigen macht, die sich derzeit noch Stammspieler nennen dürfen. 

Video zum Thema
30.01.2013: MIt dem Japaner Mu Kanazaki bekommt der Club Verstärkung für das offensive Mittelfeld. Auf der Pressekonferenz wurde der Neuzugang offiziell vorgestellt. Patrick Peters für nordbayern.de

Kanazaki selbst hält sich bedeckt, was seine Ziele in Nürnberg betrifft: „Hiroshi Kiyotake hat mir von der großen Rivalität mit dem Stadtnachbarn erzählt und dass man dieses Spiel gegen Fürth auf keinen Fall verlieren darf.“ Man muss das wahrscheinlich sagen, wenn man neu ist in Nürnberg. Der Rest der Ansprache sind ebenfalls bekannte „Spieler-Werden-Vorgestellt-Versatzstücke“. Von Spiel zu Spiel, so in etwa hört sich das an, wenn man ihn fragt, will Kanazaki erst einmal denken. Zumindest abseits des Platzes sind die Ambitionen groß. „Ich habe gehört, dass Kiyo noch nicht so gut Deutsch spricht“, sagt Kanazaki, „deshalb werde ich versuchen, ihn schnell zu überholen.“

Helfen kann dabei vielleicht ein anderer Neuzugang. Am Mittwochabend wurde Muhammed Ildiz in Nürnberg erwartet, am Donnerstag soll er sportärztlich untersucht werden und einen Vertrag beim Club unterschreiben. Der gebürtige Wiener, 21 Jahre alt, kommt von Rapid Wien, hat in dieser Saison 15 Bundesligaspiele in Österreich absolviert und soll eine weitere Option im defensiven Mittelfeld sein. „Auf seiner Position steht uns eine Verjüngung gut zu Gesicht“, sagt Bader mit Blick auf etablierte Kräfte wie Timmy Simons (36 Jahre alt), Hanno Balitsch (32) und Markus Feulner (30).

Bilderstrecke zum Thema
Kurz vor Ende der Transferperiode hat der FCN am Mittwoch mit Mu Kanazaki seinen zweiten Winter-Neuzugang vorgestellt. Der 23-Jährige wechselt ablösefrei vom japanischen Erstligisten Nagoya Grampus an den Valznerweiher.

„Wir waren uns mit ihm für den Sommer einig, jetzt aber hat sich die Möglichkeit ergeben, den Transfer sofort zu machen“, sagt Bader über Ildiz, für den Nürnberg eine Ablöse überweisen muss. Dass der defensive Mittelfeldspieler Almog Cohen, der der Unzufriedenheit mit seiner Situation beim Club jüngst wiederholt Ausdruck verliehen hat, der Verpflichtung Ildiz’ wegen den Verein verlässt, glaubt Bader nicht. „Dafür gibt es keinerlei Anzeichen“, sagt der Sportvorstand. Noch haben sie Platz für alle am Valznerweiher. 

VON FADI KEBLAWI


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Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

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