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Es wird langsam eng beim 1. FC Nürnberg. Die ersten Opfer: Martin Bader, Sportvorstand, und Jumpei Yamamori, Übersetzer. Im zugegebenermaßen etwas klein geratenen Presseraum am Valznerweiher kippen die beiden fast samt Stuhl vom Podium, als sie gemeinsam mit Michael Wiesinger den vierten Mann im Bunde vorstellen wollten. Mu Kanazaki ist neu am Valznerweiher, bleibt mindestens für eineinhalb Jahre und darf zur Begrüßung ein paar deutsche Sätze von einem Blatt Papier ablesen: „Guten Tag, mein Name ist Mu. Ich komme aus Japan. Ich gebe mein Bestes für den Club. Thank You.“ Dann schmunzelt Mu und sagt: „Danke schön.“
Dass Kanazaki in Nürnberg gelandet ist, liegt zum einen daran, dass sie beim 1. FC Nürnberg den gar nicht mehr so exotischen Spielermarkt in Japan „sehr intensiv“ (Martin Bader) verfolgen, zum anderen daran, dass sie auch ihre eigene Mannschaft sehr intensiv beobachten. Weil also in Nürnberg die Offensivspieler in letzter Zeit nicht unbedingt überzeugt haben und weil der Offensivspieler Kanazaki seinen Vertrag in Nagoya, wo er noch bis heute angestellt ist, nicht verlängern wollte, sitzt er nun hier in Nürnberg und soll bald helfen, vielleicht schon am Sonntag, wenn sich Borussia Mönchengladbach im Frankenstadion vorstellt.
„Nicht ganz jung und nicht ganz unerfahren“, sagt Bader über den 23-Jährigen, der immerhin schon 143-mal in der J-League gespielt und dabei 15 Tore erzielt hat. „Man kann ihn in unseren Systemen flexibel einsetzen“, gibt Trainer Michael Wiesinger seiner Hoffnung Ausdruck, dass Kanazaki anders als zum Beispiel Robert Mak und Alexander Esswein, mit denen man beim 1. FC Nürnberg zuletzt nicht gänzlich zufrieden war, Druck auf diejenigen macht, die sich derzeit noch Stammspieler nennen dürfen.
Kanazaki selbst hält sich bedeckt, was seine Ziele in Nürnberg betrifft: „Hiroshi Kiyotake hat mir von der großen Rivalität mit dem Stadtnachbarn erzählt und dass man dieses Spiel gegen Fürth auf keinen Fall verlieren darf.“ Man muss das wahrscheinlich sagen, wenn man neu ist in Nürnberg. Der Rest der Ansprache sind ebenfalls bekannte „Spieler-Werden-Vorgestellt-Versatzstücke“. Von Spiel zu Spiel, so in etwa hört sich das an, wenn man ihn fragt, will Kanazaki erst einmal denken. Zumindest abseits des Platzes sind die Ambitionen groß. „Ich habe gehört, dass Kiyo noch nicht so gut Deutsch spricht“, sagt Kanazaki, „deshalb werde ich versuchen, ihn schnell zu überholen.“
Helfen kann dabei vielleicht ein anderer Neuzugang. Am Mittwochabend wurde Muhammed Ildiz in Nürnberg erwartet, am Donnerstag soll er sportärztlich untersucht werden und einen Vertrag beim Club unterschreiben. Der gebürtige Wiener, 21 Jahre alt, kommt von Rapid Wien, hat in dieser Saison 15 Bundesligaspiele in Österreich absolviert und soll eine weitere Option im defensiven Mittelfeld sein. „Auf seiner Position steht uns eine Verjüngung gut zu Gesicht“, sagt Bader mit Blick auf etablierte Kräfte wie Timmy Simons (36 Jahre alt), Hanno Balitsch (32) und Markus Feulner (30).
„Wir waren uns mit ihm für den Sommer einig, jetzt aber hat sich die Möglichkeit ergeben, den Transfer sofort zu machen“, sagt Bader über Ildiz, für den Nürnberg eine Ablöse überweisen muss. Dass der defensive Mittelfeldspieler Almog Cohen, der der Unzufriedenheit mit seiner Situation beim Club jüngst wiederholt Ausdruck verliehen hat, der Verpflichtung Ildiz’ wegen den Verein verlässt, glaubt Bader nicht. „Dafür gibt es keinerlei Anzeichen“, sagt der Sportvorstand. Noch haben sie Platz für alle am Valznerweiher.
Sa. 25.05.13
Fr. 24.05.13
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Do. 23.05.13
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