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Jason Jaspers und Connor James haben es seit dem Winter Game nicht mehr getan. Beim letzten Mal von Steven Reinprecht, Jame Pollock und Eric Chouinard schrieb man noch das Jahr 2012. Von den vielen aktuellen Problemen der Thomas Sabo Ice Tigers ist das Erzielen von Toren das gravierendste. Daran hat auch das 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 0:1) nach Penalty-Schießen gegen Iserlohn nichts geändert.
Nürnbergs potenziell beste Spieler sind nicht Nürnbergs beste Spieler. Dieser seit Saisonbeginn gerne zitierte Satz wird im aktuellen Zusammenhang variiert. „Zurzeit treffen unsere Schlüsselspieler einfach nicht ins Tor“, sagte Manager Lorenz Funk vor dem Spiel. „Für manche ist der Druck vielleicht zu groß. Unserem Spiel fehlt die Leichtigkeit, die manche Spieler brauchen.“ Mit lediglich sechs Treffern haben die Ice Tigers versucht, die letzten vier Partien zu gewinnen.
Am Sonntag reichte ein Tor immerhin zu einem Punkt. Dabei fehlte es auch dieser Begegnung an der Leichtigkeit, zur allgemeinen Verkrampfung kommt mittlerweile auch die Bedeutung eines jeden einzelnen Schusses. Wie für Nürnberg ist auch für Iserlohn noch alles möglich, von der direkten Qualifikation für das Viertelfinale bis zu einem weiteren Frühjahr ohne Play-offs. „Eine gefährliche Situation“, nennt Funk diese Ungewissheit, immerhin führte sie diesmal nicht zu kollektiven Lähmungserscheinungen wie bei den jüngsten Heimspielen gegen München und Hannover.
Nürnberg bemühte sich, Personalchefs legen Zeugnisse beiseite, wenn sie dieses Wort gelesen haben. Dieses Bemühen aber ist für die Ice Tigers bereits ein Fortschritt. Ordentlich in der Verteidigung, vollkommen glücklos in der Offensive — so sah das lange Zeit aus. Vor allem im zweiten Drittel spielten sich vor dem tiefenentspannten Sebastién Caron haarsträubende Szenen ab. Yan Stastny und Connor James verpassten allein vor dem Iserlohner Torhüter gleich mehrfach.
Die Zahl von 18 Schüssen in diesen 20 Minuten wirkt noch beeindruckender, wenn man weiß, wie viele Schüsse das Tor verfehlten oder gar nicht erst gezählt werden konnten, weil ein Ice Tiger in aussichtsreicher Position den Puck verfehlt hatte. In solch einer Aufregung behält in Nürnberg derzeit nur einer die Ruhe.
Nach einem Überzahl-Schlagschuss von Jame Pollock stand Yasin Ehliz keineswegs zufällig genau richtig, um den Puck unter Carons Achsel durch ins Tor zu zielen (31.). Nürnbergs jüngster Angreifer scheint dem Druck derzeit als Einziger standhalten zu können. Seine Kollegen übertrafen sich dagegen in Harmlosigkeit. Chancen hatten sie alle, selbst der 41 Jahre alte Rob Leask in seinem 900. DEL-Spiel. Von den Iserlohn Roosters, in den drei bisherigen Saisonspielen stets ein unangenehmer Gegner, war bis dahin nur wenig zu sehen. Das sollte sich nach der zweiten Pause ändern.
Die Gäste kamen weitaus giftiger aus der Kabine, zogen das Tempo an und wurden belohnt durch Holzmanns Ausgleich (45.). Nürnberg reagierte fünf Minuten geschockt, war danach aber auch nicht mehr in der Lage, den nötigen Druck zu erzeugen, dazu beschränken sich auch weiterhin zu viele Schlüsselspieler nur auf Alibi-Eishockey. Lediglich Torhüter Tyler Weiman und der sehr auffällige Brett Festerling zeigten 65 Minuten lang eine engagierte Leistung. 18 Sekunden vor dem Penalty-Schießen bot sich Patrick Reimer bereits eine Penalty-ähnliche Chance. Der Kapitän scheiterte im Alleingang kläglich.
Viel Hoffnung blieb für das ungestörte Penalty-Schießen da nicht mehr übrig. Stastny und Reimer scheiterten, York und Bell machten den Ice Tigers vor, wie man Tore schießt. Vielleicht nutzt es was für das Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen den Augsburger EV.
Nürnberg: Weiman; Butenschön/Festerling, Pollock/Borer, Leask/Nowak, Schüle – Reinprecht/Jaspers/Bayda, Reimer/Stastny/James, Ehliz/Chouinard/Frosch, Aab/Weiß/Rupprich. – Tore: 1:0 Ehliz (30:53/5-4), 1:1 Holzmann (44:28), 1:2 Bell (Penalty). – Schiedsrichter: Schukies/Koch (Schweiz). – Zuschauer: 3540. – Strafminuten: 2 – 4.

Do. 23.05.13
Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13