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Die Negativ-Serie als Herausforderung

Trainer Hecking traut seinem Club die Wende zu und lässt Klose und Didavi spielen - 18.11. 06:55 Uhr

NÜRNBERG  - Auf Schalke hat der FCN seit 18 Jahren nicht gewinnen können, in der aktuellen Saison wartet man seit sieben Spielen auf einen Sieg. Es wird Zeit.

Auf Bewährung: Einen Patzer wie neulich gegen Freiburg darf sich Timm Klose wohl nicht mehr erlauben — sonst könnte auch Dieter Hecking irgendwann umplanen.
Auf Bewährung: Einen Patzer wie neulich gegen Freiburg darf sich Timm Klose wohl nicht mehr erlauben — sonst könnte auch Dieter Hecking irgendwann umplanen.
Foto: Wolfgang Zink
Auf Bewährung: Einen Patzer wie neulich gegen Freiburg darf sich Timm Klose wohl nicht mehr erlauben — sonst könnte auch Dieter Hecking irgendwann umplanen.
Auf Bewährung: Einen Patzer wie neulich gegen Freiburg darf sich Timm Klose wohl nicht mehr erlauben — sonst könnte auch Dieter Hecking irgendwann umplanen.
Foto: Wolfgang Zink

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich Dieter Hecking fürchterlich aufregen musste über seine Fußballer. Einige aus der damaligen Mannschaft hatten ihn Ende September beim 0:1 in Mönchengladbach maßlos enttäuscht, was die Hecking’sche Höchststrafe nach sich zog. Eine Woche später saßen die größten Versager vom Borussia-Park auf der Bank. So eine Darbietung wollte er sich nicht bieten lassen; wer „nicht abruft, was wir uns von ihm erwarten“ (O-Ton Hecking), müsse mit Konsequenzen rechnen.

Das 1:2 gegen Freiburg vor knapp zwei Wochen war auch nicht berauschend, eher ernüchternd, dennoch scheint Nürnbergs Trainer irgendwann danach einen Kurswechsel vorgenommen zu haben. Anstatt, wie nach dem Mönchengladbach-Spiel, sein Aufgebot aus disziplinarischen Gründen kräftig durchzumischen, vertraut er morgen in Gelsenkirchen vorwiegend denen, die bis auf Platz 15 abgestürzt sind. Sofern fit.



Auch Timm Klose wird auf Schalke wieder verteidigen, von Beginn an sogar, darauf legte sich Hecking gestern fest. Jener Klose, der zuletzt in München und gegen Freiburg an drei der sechs Gegentore maßgeblich beteiligt war und bereits als Sicherheitsrisiko galt. Doch sein Trainer hält weiter zu ihm, obwohl er mit den Daheimgebliebenen „sehr zufrieden“ gewesen sei; „sehr, sehr engagiert“ hätten sie geübt in der Punktspielpause. Darunter Dominic Maroh, Kloses größter, weil zurzeit einziger Konkurrent um den Platz neben Philipp Wollscheid in der hintersten Abwehrreihe. Ihr aller Chef wollte gar nicht viel hineininterpretiert haben in seine Personalpolitik, erst recht nicht von außen. „Das ist eine Entscheidung für Klose und hat nichts mit Maroh zu tun“, brummte Hecking stattdessen.

Wahrscheinlich weiß der Trainer aber einfach am besten, auf wen er im langwierigen, zähen Kampf gegen den Abstieg setzen kann und auf wen nicht. Ausprobiert hat er jedenfalls ziemlich viel in den vergangenen drei Monaten; mit dem Ergebnis, dass seitdem bereits 22 Profis in Nürnbergs Startelf aufgetaucht sind. Mehr, nämlich 24, schaffte nur der VfL Wolfsburg, wo Felix Magath allerdings auch sage und schreibe 36 Spieler bei Laune halten muss.

Doch Vorsicht, Nürnberg holt auf, am Samstag wird Daniel Didavi debütieren in der Anfangsformation, die Nummer 23 im bisherigen Rundenverlauf. Hätte sich der quirlige U21- Nationalspieler nicht schon in der Vorbereitung den Meniskus im linken Knie ramponiert, wäre er möglicherweise schon wesentlich früher aufgerückt. Hecking hält sehr viel von seinem Leiharbeiter aus Stuttgart und betraut ihn auf Schalke deswegen prompt mit „einer sehr offensiven Rolle, die er variabel interpretieren darf“. Klingt nach allerhand Freiheiten.

Die Didavi freilich auch benötigt, um seine Stärken zur Geltung bringen zu können. Schnell ist er und antizipiert zudem oft, wie ein Angriff zum gewünschten Erfolg führen kann. Ergo: So einer hat Hecking und seinem seit ein paar Wochen gehörig schlingernden Club wohl gefehlt.

„Druck im Kessel“

Vielleicht ist der gebürtige Westfale Hecking vor seinem 100. Einsatz für Nürnberg auch deshalb verhalten optimistisch. Nicht selbstverständlich nach sieben Partien ohne Sieg, wodurch der, wie Hecking sagt, „Druck im Kessel“ doch merklich zugenommen habe. Die Negativ- Serie sei aber „keine Belastung, sondern eine Herausforderung“ (Hecking). Und somit extrem motivierend für alle.

Positive Gedanken können gewiss nicht schaden, dafür ist die Lage viel zu ernst. Aber keineswegs hoffnungslos, worauf auch Hecking noch mal ausdrücklich hinweisen wollte; von einer allgemeinen Verunsicherung sei „nicht viel zu spüren“, berichtet er, und überhaupt, „ich bin gar nicht so pessimistisch“. Schalke hat im eigenen Stadion neulich gegen Kaiserslautern verloren, „die haben auch ihre Schwächen“. Müssen die elf aufgestellten Nürnberger ja bloß noch abrufen, was man sich von ihnen erwartet.

Heute (20.30 Uhr): Kaiserslautern – Leverkusen. – 2. Liga (18 Uhr): Duisburg – Braunschweig, Paderborn – Karlsruhe, Ingolstadt – 1860 München.

  



VON WOLFGANG LAASS

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