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Die Nummer eins bleibt Kapitän beim 1. FC Nürnberg

Raphael Schäfer ist auch in der Saison 2012/13 der Spielführer - 17.08.2012 06:46 Uhr

Der Chef: Raphael Schäfer geht in seine elfte Nürnberger Spielzeit.

Der Chef: Raphael Schäfer geht in seine elfte Nürnberger Spielzeit. © Zink


Vor jeder Wahl gibt es auch Geheimfavoriten. Vielleicht Timothy Chandler, einer der ganz Jungen? Ein paar Stunden vorher war auch Dieter Hecking ein bisschen gespannt. Warum nicht auch über Mike Frantz nachdenken, den vorbildlichen Teamarbeiter? Prognosen wollte der Trainer des 1. FC Nürnberg nicht wagen, wie überhaupt sich Hecking heraushielt; Empfehlungen gab es keine, Favoriten natürlich schon, allen voran Raphael Schäfer.

Vor dem Nachmittagstraining verteilte man, in der Teamkabine, Stifte und Zettelchen, die Wahl des Kapitäns für Nürnbergs Bundesligateam stand an, demokratisch und geheim. Als die Stimmen ausgezählt waren, war der Amtsinhaber bestätigt. Auch in der neuen Saison, die am Sonntag mit dem Pokalspiel beim Nord-Regionalligisten TSV Havelse (14.30 Uhr) beginnt, führt Raphael Schäfer die Mannschaft an, künftig vertreten von Hanno Balitsch, der erst seit dem Winter in Nürnberg spielt – vervollständigt wird der Mannschaftsrat durch Javier Pinola, Timmy Simons und Per Nilsson. „Es ist schön, wenn man Vertrauen bestätigt bekommt“, sagte Schäfer nach dem Votum, und, lächelnd: „Vorher muss man ja immer mit allem rechnen.“

2007 Vertreter von Wolf

Das lernt man gerade beim 1. FC Nürnberg – und keiner aus der aktuellen Mannschaft kennt den Verein besser als der Torwart, der bereits in seine elfte Saison mit dem Club geht. Eines hat Raphael Schäfer trotzdem noch nicht erlebt, zumindest nicht aktiv: einen Abstieg. In der Spielzeit 2003/04 war er noch Reservist, als es 2007/08 die Pokalsieger traf, hatte er sich für ein Jahr zum VfB nach Stuttgart verabschiedet.

So verbindet Nürnberg mit dem Kapitän Schäfer die besten Erinnerungen: als Spielführer durfte er 2007 in Berlin den goldenen DFB-Pokal in Empfang nehmen, nach seiner Rückkehr aus Stuttgart führte Schäfer eine verjüngte, aber nach dem überraschenden Abstieg verunsicherte Mannschaft zurück in die Bundesliga – als Vertreter des monatelang verletzten Kapitäns Andreas Wolf.

Mit Schäfer kein Abstieg

Damals überragte er, als Anführer und Krisenmanager, seinen ganzen Club um Längen; heute, sagt Schäfer im Blick auf den neuen Mannschaftsrat, „sind wir fünf Leute, die richtig gut zusammenarbeiten – da ist es eigentlich gar nicht so wichtig, wer die Spielführerbinde trägt“. Dass es die Kollegen ein wenig anders sehen – Schäfer ist für das Team die herausragende Persönlichkeit – darf er als Kompliment nehmen. Er gibt es aber gerne zurück. Die Mannschaft, sagt Schäfer, sei leicht zu führen, an der Ernsthaftigkeit der vielen jungen Spieler hegt der Chef keine Zweifel: „Es gibt bei uns keine Quertreiber oder Stinkstiefel“; der Zusammenhalt soll helfen, die Serie zu halten: Mit Raphael Schäfer kein Abstieg.

„Mit 33 Jahren hat man ja genug erlebt“, sagt Schäfer – auf dem Fußballplatz, aber auch zu Hause, wo der Mannschaftsrat weiblich ist. Raphael Schäfer, verheiratet mit Anja, ist Vater von drei kleinen Töchtern – ein glücklicher und entspannter Papa, wie er sagt. Jetzt, sagte er gestern nach seiner Wiederwahl, „bringe ich die Kinder ins Bett und freue mich dann aufs Pokalspiel“. Havelse bei Hannover, für Raphael Schäfer verbindet es sich mit Erinnerungen: Bei Hannover 96 spielte er in der Jugend, ehe die Profikarriere beim VfB Lübeck begann. Sein letzter Trainer dort war: Dieter Hecking. Man weiß, dass man einander vertrauen kann.

  

Hans Böller

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