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Physiotherapeuten müssen gute Hände haben. Sie horchen damit sozusagen in die Körper ihrer Patienten hinein. Carsten Klee (42) enttarnt dabei offenbar sogar geheime Botschaften. „Ich fühle es in deinen Muskeln“, soll der ehemalige Fußballprofi vor dem Spiel auf Schalke Nikola Djurdjic zugeraunt haben. Der Serbe, so der seit dieser Saison dem medizinischen Betreuerteam der Spielvereinung angehörende Klee, werde gewiss ein Tor erzielen.
Zwar hat sich Djurdjic nicht gerade beeilt, aber am Ende traf die mehr oder weniger ernst gemeinte Prophezeiung doch noch ein. Der Kopfballtreffer des 26-jährigen Stürmers in der zweiten Minute der Nachspielzeit löste im Lager des Kleeblatts den größten Jubel seit dem Bundesligaaufstieg aus. „Das war der wichtigste Treffer meiner Karriere“, fand Djurdjic.
Und weil es so schön war, riss sich der Fürther Winterzugang, unmittelbar nachdem der Ball im Netz zappelte, das orange Trikot vom Leib. So viel Freude konnte offenbar nicht nur herausgeschrien werden. Die logische Folge: eine Verwarnung. Erst später, im Gespräch mit Journalisten, erkundigte sich Djurdjic, nach wie vielen Gelben Karten in der Bundesliga eigentlich eine Sperre fällig sei. „Aha, erst nach fünf. Na dann...“
Unabhängig von seinen ausbaufähigen Kenntnissen in Regelkunde – der neue Stürmer, der in der Winterpause für geschätzte 1,3 Millionen Euro vom FK Haugesund gekommen war, zeigte in seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an, dass er die Qualität im Fürther Angriff deutlich erhöhen kann. „Ärgerlich, dass der ein halbes Jahr zu spät kommt,“ meint Trainer Mike Büskens.
Djurdjic ist schnell, technisch stark und clever. Er vereint also Fähigkeiten auf sich, die in dieser Kombination beim Kleeblatt Mangelware sind. Seine Vorarbeit zum 1:1 genügte genauso höchsten Ansprüchen wie der platzierte Kopfball, der die meisten der 60.000 Zuschauer in der Arena in Schockstarre versetzte, einigen Tausend mitgereisten Fürthern aber die Freude am Fußball zurückgegeben hat.
„Wir nehmen die Menschen jetzt wieder mit“, frohlockte Helmut Hack. Der Vereinspräsident sprach von einem „ersten Ausrufezeichen, dem aber noch viele weitere folgen müssen, bis es zum Klassenerhalt reicht“.
Der Antwort auf die Frage, ob er – wie allgemein spekuliert worden war – Trainer Mike Büskens nach einer weiteren schwachen Vorstellung des Kleeblatts entlassen hätte, wich Hack aus: „Es geht nur um den Verein und um einen negativen Prozess, den wir am Samstag stoppen konnten. Ich bin froh, dass wir jetzt wieder vorwärts denken können.“
Das gilt umso mehr, als mit Edgar Prib in dieser Woche ein weiterer Leistungsträger im Training zurückerwartet wird. Außerdem steht im kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) auch der in Gelsenkirchen gesperrte Stephan Fürstner wieder zur Verfügung. Einer der beiden dürfte im zentralen Mittelfeld den Platz neben Jozsef Varga einnehmen. Der ungarische Nationalspieler machte sich auf Anhieb ebenso unentbehrlich wie Djurdjic.
Einen neuen Saisonabschnitt könnte der 20. Spieltag der Bundesliga auch für Felix Klaus eingeleitet haben. Dank seiner Schnelligkeit gab er dem schwächsten Schalker, Linksverteidiger Christian Fuchs, mehrfach Rätsel auf. Und im Gegensatz zu Sercan Sararer, der sich auf dem rechten Fürther Flügel trotz vieler Bewährungschancen nicht aus seinem Formtief dribbeln konnte, liefert Ersatzmann Klaus auch Zählbares. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass der 20-Jährige sowohl beim 1:0 in Mainz als auch beim 2:1 auf Schalke, also bei den beiden einzigen Saisonsiegen des Kleeblatts, als Torschütze in Erscheinung getreten ist.
Felix Klaus spielt im siebten Jahr für Fürth. Der Sohn des einstigen Fußballprofis Fred Klaus steht genauso wie Sararer für das gern gesehene Etikett „Ausbildungsverein“. Wenn am Montagabend der Aufsichtsrat der Spielvereinigung zusammenkommt, geht es unter anderem genau darum: um Investitionen im Nachwuchsleistungszentrum. Die Debatte um Trainer Mike Büskens ist dagegen vorerst verschoben. Carsten Klee hat das bestimmt schon am Samstag gewusst.

Fr. 24.05.13
Do. 23.05.13
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Mi. 22.05.13
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