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Djurdjic: Torjäger mit sprechenden Muskeln

Schnelligkeit, Ballfertigkeit, Cleverness: Nikola Djurdjic bringt vieles mit, was Fürth fehlte - 04.02.2013 06:59 Uhr

GELSENKIRCHEN  - Beim überraschenden Erfolg der Spielvereinigung Greuther Fürth in der Arena auf Schalke stach ein Kleeblatt-Profi besonders heraus: Winterneuzugang Nikola Djurdjic war mit einer Vorlage und einem Treffer der Matchwinner auf Fürther Seite.

Das Kleeblatt hat also doch noch Spieler, die Tore erzielen können: Nikola Djurdjic stellte es eindrucksvoll unter Beweis.
Das Kleeblatt hat also doch noch Spieler, die Tore erzielen können: Nikola Djurdjic stellte es eindrucksvoll unter Beweis.
Foto: Sportfoto Zink
Das Kleeblatt hat also doch noch Spieler, die Tore erzielen können: Nikola Djurdjic stellte es eindrucksvoll unter Beweis.
Das Kleeblatt hat also doch noch Spieler, die Tore erzielen können: Nikola Djurdjic stellte es eindrucksvoll unter Beweis.
Foto: Sportfoto Zink

Physiotherapeuten müssen gute Hände haben. Sie horchen damit sozusagen in die Körper ihrer Patienten hinein. Carsten Klee (42) enttarnt dabei offenbar sogar geheime Botschaften. „Ich fühle es in deinen Muskeln“, soll der ehemalige Fußballprofi vor dem Spiel auf Schalke Nikola Djurdjic zugeraunt haben. Der Serbe, so der seit dieser Saison dem medizinischen Betreuerteam der Spielvereinung angehörende Klee, werde gewiss ein Tor erzielen.

Zwar hat sich Djurdjic nicht gerade beeilt, aber am Ende traf die mehr oder weniger ernst gemeinte Prophezeiung doch noch ein. Der Kopfballtreffer des 26-jährigen Stürmers in der zweiten Minute der Nachspielzeit löste im Lager des Kleeblatts den größten Jubel seit dem Bundesligaaufstieg aus. „Das war der wichtigste Treffer meiner Karriere“, fand Djurdjic.

Und weil es so schön war, riss sich der Fürther Winterzugang, unmittelbar nachdem der Ball im Netz zappelte, das orange Trikot vom Leib. So viel Freude konnte offenbar nicht nur herausgeschrien werden. Die logische Folge: eine Verwarnung. Erst später, im Gespräch mit Journalisten, erkundigte sich Djurdjic, nach wie vielen Gelben Karten in der Bundesliga eigentlich eine Sperre fällig sei. „Aha, erst nach fünf. Na dann...“

Unabhängig von seinen ausbaufähigen Kenntnissen in Regelkunde – der neue Stürmer, der in der Winterpause für geschätzte 1,3 Millionen Euro vom FK Haugesund gekommen war, zeigte in seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an, dass er die Qualität im Fürther Angriff deutlich erhöhen kann. „Ärgerlich, dass der ein halbes Jahr zu spät kommt,“ meint Trainer Mike Büskens.

Erstes Ausrufezeichen

Djurdjic ist schnell, technisch stark und clever. Er vereint also Fähigkeiten auf sich, die in dieser Kombination beim Kleeblatt Mangelware sind. Seine Vorarbeit zum 1:1 genügte genauso höchsten Ansprüchen wie der platzierte Kopfball, der die meisten der 60.000 Zuschauer in der Arena in Schockstarre versetzte, einigen Tausend mitgereisten Fürthern aber die Freude am Fußball zurückgegeben hat.

Bilderstrecke zum Thema
Felix Klaus und Nikola Djurdjic haben die monatelange Durststrecke der SpVgg Greuther Fürth am Samstag ausgerechnet in Gelsenkirchen - der alten Wirkungsstätte von Coach Mike Büskens - beendet. Beim 2:1-Auswärtscoup verdienten sich der Siegtorschütze und Neuzugang Jozsef Varga bei unseren Usern sogar eine 1 vor dem Komma.

„Wir nehmen die Menschen jetzt wieder mit“, frohlockte Helmut Hack. Der Vereinspräsident sprach von einem „ersten Ausrufezeichen, dem aber noch viele weitere folgen müssen, bis es zum Klassenerhalt reicht“.

Der Antwort auf die Frage, ob er – wie allgemein spekuliert worden war – Trainer Mike Büskens nach einer weiteren schwachen Vorstellung des Kleeblatts entlassen hätte, wich Hack aus: „Es geht nur um den Verein und um einen negativen Prozess, den wir am Samstag stoppen konnten. Ich bin froh, dass wir jetzt wieder vorwärts denken können.“

Das gilt umso mehr, als mit Edgar Prib in dieser Woche ein weiterer Leistungsträger im Training zurückerwartet wird. Außerdem steht im kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) auch der in Gelsenkirchen gesperrte Stephan Fürstner wieder zur Verfügung. Einer der beiden dürfte im zentralen Mittelfeld den Platz neben Jozsef Varga einnehmen. Der ungarische Nationalspieler machte sich auf Anhieb ebenso unentbehrlich wie Djurdjic.

Siege nur mit Klaus

Einen neuen Saisonabschnitt könnte der 20. Spieltag der Bundesliga auch für Felix Klaus eingeleitet haben. Dank seiner Schnelligkeit gab er dem schwächsten Schalker, Linksverteidiger Christian Fuchs, mehrfach Rätsel auf. Und im Gegensatz zu Sercan Sararer, der sich auf dem rechten Fürther Flügel trotz vieler Bewährungschancen nicht aus seinem Formtief dribbeln konnte, liefert Ersatzmann Klaus auch Zählbares. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass der 20-Jährige sowohl beim 1:0 in Mainz als auch beim 2:1 auf Schalke, also bei den beiden einzigen Saisonsiegen des Kleeblatts, als Torschütze in Erscheinung getreten ist.

Bilderstrecke zum Thema
Unverhofft kommt oft: Mit einem Last-Minute-Tor von Nikola Djurdjic gewinnt die SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 beim FC Schalke 04 und sendet damit ein nicht mehr für möglich gehaltenes Lebenszeichen im Tabellenkeller.

Felix Klaus spielt im siebten Jahr für Fürth. Der Sohn des einstigen Fußballprofis Fred Klaus steht genauso wie Sararer für das gern gesehene Etikett „Ausbildungsverein“. Wenn am Montagabend der Aufsichtsrat der Spielvereinigung zusammenkommt, geht es unter anderem genau darum: um Investitionen im Nachwuchsleistungszentrum. Die Debatte um Trainer Mike Büskens ist dagegen vorerst verschoben. Carsten Klee hat das bestimmt schon am Samstag gewusst. 

VON KURT HEIDINGSFELDER


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13
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