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Patrick Ehelechner zählte zu den Ungläubigen; zu jenen, die sich am Montag während der Zeitungslektüre mit einem Blick auf die Datumszeile versicherten, ob sie nicht zufällig zweieinhalb Monate verpasst hatten. Ein Spiel der Thomas Sabo Ice Tigers im Frankenstadion, im besten Falle vor 45000 Zuschauern, das konnte sich selbst der Torhüter der Ice Tigers nicht vorstellen. Eineinhalb Tage und die offizielle Bestätigung der Pläne durch die DEL später, glaubt Ehelechner an den einmaligen Umzug ins Fußballstadion. „Das wird groß. Da kriege ich schon jetzt Gänsehaut“, sagt Ehelechner und, nach einer ungewöhnlichen Denkpause: „Also, wenn ich da überhaupt dabei bin.“
Noch weiß Ehelechner nicht, bei welchem Verein er am 5. Januar 2013 angestellt sein wird. Und er ist kein Einzelfall. Bislang haben nur die talentierten Tölzer Jenike, Lindlbauer und Ehliz ihre Verträge verlängert, die Verteidiger Pollock und Schüle sowie die Stürmer Aab, Bayda und Chouinard sind bis 2013 an Nürnberg gebunden. Alle anderen warten.
„Es gab keine Gespräche mit den Ice Tigers, von anderen Klubs weiß ich nichts und will ich auch gar nichts wissen“, sagt Ehelechner. Sein Agent kümmert sich um das Geschäft, Ehelechner darum, Pucks abzuwehren. Seit fünf Jahren ist der Rosenheimer in Nürnberg, so hatte er sich das vorgestellt, so kannte er das vom Sportbund. Derkatch, Fischer, Hilger, Berwanger und natürlich Torhüter Friesen, von dem Ehelechner seinen Spitznamen „Karl“ hat – der junge Patrick ist aufgewachsen mit diesen Idolen, das war auch ein Ziel für seine Karriere. In Nürnberg hat er dieses Ziel erreicht. Ehelechner und Björn Barta sind die Gesichter der Ice Tigers. Ohne Barta und Ehelechner würden sie zunächst ihr Gesicht verlieren.
Der Mann, der Ehelechner und Barta und zwölf weitere Ice Tigers im Unklaren lässt, beobachtet in diesen Wochen Spieler, die ab der kommenden Saison zu Nürnberger Identifikationsfiguren werden könnten. Lorenz Funk war Tribünengast in Schweden und in Tschechien, er weilt in Nordamerika, um sich ein Freiluftspiel in Hamilton und Begegnungen der American Hockey League anzuschauen.
In seinen ersten Jahren hatte sich der Manager passiv verhalten, mit Pollock, Chouinard und Aab Profis verpflichtet, die zum Teil noch von anderen Klubs bezahlt wurden. Davon profitieren die Ice Tigers jetzt. „Wir haben wirtschaftlich gut gearbeitet. Jetzt können wir zum ersten Mal frühzeitig mit Spielern reden.“ Mit Spielern, die wie die Düsseldorfer Kaufmann und Reimer oder der Iserlohner Hackert so gut sind, dass eine Verpflichtung unstrittig wäre. Auf der sensiblen Torhüterposition will Funk dagegen warten.
Neben drei Blöcken und mindestens einem Schlussmann fehlt den Ice Tigers für die kommende Saison schließlich auch ein Trainer. Gehandelt werden Hamburgs Benoit Laporte und Düsseldorfs Jeff Tomlinson – je nachdem, welchen Spielerberater man gerade fragt. Fragt man Funk, gibt der sich zurückhaltend, dementiert nicht, bestätigt aber auch nicht.
Die Situation ist sensibel. Die Ice Tigers sind seit dem Jahreswechsel auf Beutezug, mit dem Heimspiel am Freitag gegen Iserlohn (19.30 Uhr) beginnt eine Serie gegen Klubs, die Nürnberg im Kampf um einen Play-off-Platz noch nicht wahrgenommen haben. Jede vorzeitige Personalmeldung könnte da stören.
„Für die anderen Vereine ist das eine heikle Situation“, sagt Ehelechner, „da kommt ein Team, das nichts mehr zu verlieren hat.“ Noch nicht einmal die Sicherheit eines Jobs in Nürnberg.

Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Do. 10.05.12
Mi. 09.05.12