25°C

Montag, 28.07. - 16:31 Uhr

|

zum Thema

Ein Ärgernis zum Abschied beim Club

1. FC Nürnberg ist zurück aus einem fast gelungenenTrainingslager - 16.07.2012 07:00 Uhr

Trainer Hecking machte sich im Trainingslager Gedanken.

Trainer Hecking machte sich im Trainingslager Gedanken. © Zink


Der 1. FC Nürnberg hat sich verabschiedet, aber die gute Laune ist in Oberstaufen geblieben. Ein ganzes Wochenende feierten die Schneehühner, eine Zwei-Mann-Schlager-Kapelle, die ihr Manager als „brutal menschlich“ beschreibt, mit ihren Fans im Ort. Es gab ein Konzert mit Andy Borg, der den Musikantenstadl moderiert, eine Wanderung und ein Open-Air-Konzert. Knapp 350 Menschen waren gekommen, um mitzufeiern — die Schneehühner, das sagt der Manager auch noch, stehen kurz vor dem Durchbruch.

Den Durchbruch schon geschafft hat Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg. Nicht nur deshalb war Heckings Laune während des Lauftrainingslagers in Oberstaufen in etwa so, als sei das ganze Leben als Bundesliga-Trainer ein einziges Schneehühner-Feier-Wochenende.

Hecking hatte wenig zu bemängeln an der Arbeit seiner Profis. Dabei ist so ein Lauftrainingslager an und für sich keine schöne Veranstaltung, der Name lässt erahnen, dass harte Arbeit im Vordergrund steht. Bis zum letzten Tag aber hatten es Nürnbergs Fußballer geschafft, die harte Arbeit unter Anleitung des neuen Konditionstrainers Markus Zidek, die aus allerlei Kraftübungen und vielen langen Läufen bestanden hatte, leicht aussehen zu lassen. Man hat in Oberstaufen ein ganz gutes Gefühl bekommen können, was den 1. FCN und seine Saison in der Bundesliga betrifft.

Dummerweise aber hatten sie sich beim 1. FC Nürnberg entschlossen, auf der Heimreise aus Oberstaufen noch ein Testspiel beim SSV Ulm einzuschieben, einem Regionalligisten, der am Abend zuvor ein anderes Testspiel gegen den eher unbekannten FV Illertissen 0:1 verloren hatte. Gegen den 1. FCN hat Ulm dann ebenfalls verloren, die Art und Weise aber, wie sich der Bundesligist präsentiert hatte, vertrieb die gute Laune. „Das verzeihe ich nicht“, sagte Hecking mit Blick auf eine erste Halbzeit, in der sich Nürnberg einigermaßen blamiert hatte. „Das geht nicht“, sagte Hecking.

Bilderstrecke zum Thema

Sommertrainingslager 1.FC Nürnberg in Oberstaufen Sommertrainingslager 1.FC Nürnberg in Oberstaufen Club Oberstaufen
Club on Tour: Der FCN im Trainingslager in Oberstaufen

Der 1. FC Nürnberg hat seine Zelte in Oberstaufen aufgeschlagen. Im ersten von zwei Trainingslagern bringt Dieter Hecking seine Mannschaft konditionell für die Saison 2012/2013 in Form. Verfolgen Sie in unserer täglich aktualisierten Bildergalerie, wie der Club-Tross im Allgäu arbeitet.


Vielleicht hat er in diesem Moment beschlossen, seine Meinung vom Freitag noch einmal zu überdenken. Hecking war da um abschließende Betrachtungen zur Oberstaufen-Woche gebeten worden. Und Hecking schwärmte — zumindest ein bisschen. „Am Engagement gibt es nichts auszusetzen“, hatte Hecking gesagt, „wir sind ein Stückchen weitergekommen.“ Hecking lobte die Bedingungen in Oberstaufen und seinen Teammanager, Boban Pribanovic, der den Ort mit seinen guten Bedingungen ausgesucht hatte als Trainingslager-Standort. Von der kommenden Saison wollte Hecking aber schon am Freitag nicht schwärmen. Zu viele Unwägbarkeiten, sagte Hecking, würden in den nächsten Vorbereitungswochen noch warten auf seine Mannschaft. An die Unwägbarkeit SSV Ulm hatte er dabei wahrscheinlich nicht gedacht.

Der Freitags-Hecking war sehr zufrieden mit seiner Mannschaft, wenngleich er auch weiß, dass „wir erst im Pokal das erste Mal unter Druck geraten“ und dass sich noch viel tun kann bis dahin. „Die, die jetzt stark auftreten, fallen vielleicht noch in ein Leistungsloch“, sagte Hecking. Und selbst wenn die Spielzeit begonnen hat, glaubt Hecking, kann man nicht so viel sagen über das neue Gesicht des 1. FCN. „Die Mannschaft vom ersten Spieltag ist selten die Mannschaft, die auch die letzten Spiele bestreitet“, sagt Hecking.

Ngankams Energie-Suche

Zumindest aber der Kreis derer, aus denen diese Mannschaft gebildet werden soll, steht jetzt schon fest. „Es gibt — anders als in den Vorjahren — keinen, der einen Umweg gehen muss, um bei mir oben anzuklopfen“, sagt Hecking. Soll heißen: Auch die Talente wie Julian Wießmeier, Markus Mendler, Philipp Klement, Wilson Kamavuaka, Noah Korczowski oder Roussel Ngankam dürfen, wenn es am Donnerstag weitergeht, weiter bei Hecking trainieren.

Ob das immer eine Freude ist? Vor allem Ngankam, der aus der A-Jugend von Hertha BSC gekommen ist, hatte schon zu leiden unter den Umfängen in Oberstaufen. Konditionell, sagt der Angreifer, sei er nicht der Stärkste, das habe er vorher gewusst. Spätestens am Freitag war Ngankam dann einfach nur kaputt. Für einen Ausflug zur Familie, sagte Ngankam, wolle er die freien Tage nutzen: „Positive Energien sammeln.“ In Oberstaufen war das nicht möglich — der Ausflug zu den Schneehühnern war ihnen ja nicht erlaubt worden. 

Von Fadi Keblawi

4

4 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.