|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Vor 13 Tagen gab es sogar Pfiffe für den tapferen Aufsteiger. Im eigenen Stadion und trotz toller Moral. 2:2 hatte der FC Augsburg da gespielt gegen den 1. FC Kaiserslautern, nach 1:0-Führung und 1:2-Rückstand. Nur ein Punkt oder immerhin, die Einordnung fiel ihnen wie so häufig schwer. Wie auch eine Woche später, beim 2:2 in Hoffenheim. Nach 1:0-Führung und 1:2-Rückstand. Weil Unentschieden nicht weiterhelfen, wenn man aufholen muss.
Dass auch zwei Siege drin gewesen wären aufgrund der Vielzahl bester Möglichkeiten, wollte hinterher niemand in Abrede stellen. Aber genau darin liegt Augsburgs größtes Manko: Sie nutzen ihre Chancen nicht. Die mangelnde Effizienz zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Hoher Aufwand, kaum Ertrag.
17 Zähler hat der Vorletzte erst geholt und damit vier weniger als der nächste Gegner. Wer die Grundrechenarten einigermaßen beherrscht, weiß also, was am Sonntag ab 15.30 Uhr auf dem Spiel steht für die beiden Traditionsvereine. Augsburg muss eigentlich gewinnen, um den Kontakt zum rettenden Ufer nicht zu verlieren. Sollte sich allerdings der Club behaupten, wäre zumindest ein lästiger Konkurrent vorerst abgeschüttelt.
Entsprechend aufgeheizt ist bereits zwei Tage zuvor die Atmosphäre in der Fuggerstadt – ein paar Giftpfeile in Richtung Club haben sie auch schon abgeschossen. „Unser Vorteil liegt darin, dass wir an uns glauben – im Gegensatz zu allen anderen“, sagte etwa Simon Jentzsch dem kicker. Ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein dürfte eine Schülermannschaft möglicherweise leicht irritieren, Nürnbergs Profi-Elf hingegen wird wahrscheinlich eher zusätzliche Motivation ziehen aus derlei plumpen Einschüchterungsversuchen. Kann aber auch sein, dass die Schwaben damit nur von eigenen Sorgen ablenken wollen. Sebastian Langkamp kündigt für Sonntag sogar ein, Zitat, „Feuerwerk“ an. Und zwar auf dem Platz.
Fakt ist: Augsburg kann nach einem Stotterstart mit lediglich vier Zählern nach acht Spielen inzwischen ausgezeichnet mithalten. Hat aber trotzdem Schwierigkeiten, der (zu) hohen Erwartungshaltung im Umfeld gerecht zu werden. Immerhin dümpelte der große FCA vor zehn Jahren noch in der Bayernliga herum und war gern gesehener Gast in Neumarkt, Schwabach oder Feucht.
Seit Textil-Unternehmer Walther Seinsch das Sagen hat bei den Rot-Grün-Weißen, geht es aber fast kontinuierlich nach oben. Drei Aufstiege, ein neues Stadion, fast 10000 Mitglieder – so lautet Seinsch’ stolze Zwischenbilanz. Restlos zufrieden ist er aber wohl erst, wenn seine Augsburger irgendwann nicht mehr wegzudenken sind aus der Eliteklasse. Bei länger andauerndem Misserfolg kann er jedenfalls sehr ungemütlich werden. Wie Mitte November, als Seinsch öffentlich Kritik äußerte an Manager Rettigs Personalpolitik.
Das längst ausverkaufte Derby gegen den 1. FC Nürnberg soll sie jetzt wieder einen kleinen Schritt voranbringen auf ihrem nach wie vor langen Weg, was man beim Club natürlich unbedingt verhindern möchte. Falls nötig, könnten sie sich an Statistiken berauschen, denn Augsburg ist so etwas wie ihr Lieblingsgegner. Seit dem 5. November 1976 und somit über 36 Jahre hat man nicht mehr verloren gegen den FCA.
Dass man nach den ärgerlichen Niederlagen in Hannover (0:1) und gegen Dortmund (0:2) wieder etwas unter Druck geraten ist, wird einen Stammgast im unteren Tabellendrittel nicht um den Schlaf bringen. Übermorgen in Augsburg und sechs Tage später gegen den 1. FC Köln soll es stattdessen eine positive, eine unmissverständliche Reaktion geben. Zumal auch einiges gut war in den vergangenen Wochen. „Man hat gesehen, dass wir eine unbequeme Mannschaft sein können“, findet nicht nur Jens Hegeler. Also eine Mannschaft, die sich energisch wehrt und jeden Zweikampf annimmt. „Die Qualität“, sagt Hegeler, „müssen wir auch in den nächsten Spielen einbringen.“
Somit könnte es schon am Sonntag wieder Pfiffe geben im eigenen Stadion. Für den FC Augsburg.

Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12