|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Am Samstag startete Thomas Sabo auf eine Geschäftsreise, am Freitagabend musste er noch dringend etwas loswerden. „So etwas hat es noch nie gegeben“, begann Sabo, „so etwas hat Nürnberg noch nie erlebt. Das wird eine große Geschichte für die Stadt, für die Ice Tigers und für das deutsche Eishockey.“
Und dabei hat Sabo allenfalls ein kleines bisschen übertrieben.
Vorrausichtlich am 5. Januar 2013 werden die Thomas Sabo Ice Tigers für ein Liga-Spiel von der Nürnberger Arena samt Eisfläche, Bande, Spieler- und Strafbänken über die Kurt-Steigelmannstraße ins Frankenstadion ziehen. Eishockey in der fränkischen Fußball-Kathedrale, Sabo meint es ernst: „Das ist kein Wischi-Waschi, dahinter steckt eine absolut seriöse Planung. Die Liga, die Stadt, die Betreibergesellschaft, wir sind voller Emotion dabei. Seit wir ernsthaft darüber reden, stoßen wir auf einen Widerhall, der selbst mich überrascht hat.“
Die Idee, für besondere Spiele aus den Eishallen in größere Stadien zu ziehen, ist nicht neu. 2001 trafen zwei Collegemannschaften im Spartan Stadium in East Lansing aufeinander — vor der damaligen Weltrekordkulisse von 74.544 Zuschauern. 2003 trug die National Hockey League erstmals ein Ligaspiel im Freien aus — bei minus 18 Grad Celsius gewannen die Montreal Canadiens 4:3 in Edmonton. Und seit 2008 trägt die NHL jeweils zu Jahresbeginn ein Spiel mit ausgewählten Mannschaften in ausgewählten Stadien aus. Das NHL Winter Classic beschert dem in der Zuschauerpopularität hinter die Nascar-Serie zurückgefallenen nordamerikanischen Eishockey hervorragende Einschaltquoten. An Thanksgiving und am 4. Juli schauen amerikanische Familien American Football, zum Jahreswechsel seit nunmehr fünf Jahren Eishockey.
In den USA ist das Winter Classic zudem mehr als ein normales Eishockey-Spiel. Der edle Fernsehsender HBO hat ein eigenes Serienformat entwickelt, um den Fans die Wartezeit auf das Winter Classic zu verkürzen. Das Rahmenprogramm ist meist exzellent. Genau das plant Sabo auch für das Frankenstadion. „Wir werden uns da so einiges einfallen lassen. Das soll ein Riesenereignis werden.“
In der Schweiz und in Schweden wurden ebenfalls schon Liga-Spiele im Freien ausgetragen, in Deutschland noch nie. Wie groß aber das Interesse an einer solchen Partie ist, bewies das Eröffnungsspiel zur Eishockey-WM 2010 in Gelsenkirchen. Aus den entlegensten Ecken der Republik kamen damals 77803 Fans, um unter dem allerdings geschlossenen Dach der Arena auf Schalke das überraschende 2:1 gegen die USA, sich selbst und ihren Sport zu feiern.
Für den 5. Januar 2013 hofft Sabo auf ähnliche Fanwanderungen. Der erste Samstag vor dem Dreikönigstag ist kein regulärer DEL-Spieltag, „das gibt auch Fans von anderen Klubs die Möglichkeit, nach Nürnberg zu kommen“. Als mögliche Gegner kommen Ingolstadt, Augsburg, München, Mannheim oder Berlin infrage. „Wer mich kennt“, sagt Sabo, „weiß, dass es nur ein Ziel gibt“: Bei Spielbeginn im Frankenstadion soll vor den Kassen das „Ausverkauft“-Schild hängen.
„Kleine Hindernisse“ sieht der Schmuckunternehmer noch, Sorgen macht er sich nur ob der Rahmenbedingungen. Sabo weiß genau, dass er wird vieles beeinflussen können, aber sicher nicht, ob es am 5. Januar regnet, schneit oder zwölf Grad warm sein wird — und trotzdem beobachtet er derzeit täglich das Wetter. „Aber so ist das eben, am Lauberhorn oder bei der Vierschanzentournee macht man sich da auch keine Sorgen mehr. Und, wenn es sein muss, spielen wir eben zehn Stunden. Dann kommen wir auch in die Geschichtsbücher.“

Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Do. 10.05.12
Mi. 09.05.12