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Endlich wieder unangenehm sein

Warum sich Club-Trainer Dieter Hecking sich auf den Saisonstart in Mönchengladbach freut - 20.08. 17:50 Uhr

Nürnberg  - Geübt hat der 1. FC Nürnberg lange genug, am Samstag wird es ernst. Mit dem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach startet der Club in seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg. Ein vergnügliches Jahr erwartet niemand.


Im Vorjahr gelang gegen Mönchengladbach am fünften Spieltag der erste Sieg, diesmal soll es für Christian Eigler (rechts) und den Club schneller gehen.
Im Vorjahr gelang gegen Mönchengladbach am fünften Spieltag der erste Sieg, diesmal soll es für Christian Eigler (rechts) und den Club schneller gehen.
Foto: Daut

NÜRNBERG - Dieter Hecking hat eine schwere Zeit hinter sich. Abwechselnd musste der 45-Jährige in den vergangenen sieben Vorbereitungs-Wochen über die Themenkomplexe Wunsch-Elf, Innenverteidiger-Problematik, Stürmer-Notstand, Welpenschutz und zuletzt Mecker-Mintal sprechen. Das, hofft Hecking, hat nun ein Ende, er will nicht mehr über "Alltagsgeschichten aus dem Training" reden, er will Spiele analysieren, Niederlagen oder Siege erklären.

Ab Samstag, 17.15 Uhr, hat er dazu wieder Gelegenheit. Dann in etwa ist das Bundesliga-Spiel des 1.FC Nürnberg in Mönchengladbach abgepfiffen, die neue Saison endlich gestartet. Die Zeit bis dahin verbringt Hecking mit: Vorfreude. "Wir freuen uns auf die ersten Auftritte, wir freuen uns auf Borussia", sagt der freudige Hecking, der ansonsten nicht mehr viel zu sagen hat, weil er ja die letzten Wochen schon so ausdauernd über Wunsch-Elf und andere Dinge hat sprechen müssen. Unterbrochen wurde das meist nörglerisch angehauchte Gerede unter anderem am vergangenen Sonntag in Trier, als Wunschelf-Verweigerer Hecking zumindest eine Wunsch-Elf für einen Tag ins Pokalspiel schickte - gegen den Viertligisten quälte man sich eher in die zweite Runde. Ein Umstand, der im skeptischen Umfeld des Clubs noch einmal vergrößerten Redebedarf provozierte - sogar beim redemüden Hecking. "Ich habe schon nach dem Spiel in Trier gesagt, dass das ein oder andere zu überdenken ist", sagt Hecking kurz vor der Partie in Mönchengladbach, "ob es überdacht worden ist, werden wir am Samstag sehen."

Akzente gegen die Skepsis

Grundsätzlich will Denker Hecking den Auftritt im Moselstadion aber nicht überbewertet wissen. Mit Blick auf die anderen Bundesligisten sagt Hecking: "Das war bei allen holprig, gucken Sie sich die Spielberichte doch an." Mit fußballerischer Holprigkeit kennt man sich aus in Nürnberg, Hecking ist nicht der erste Trainer, der versucht, der daraus resultierenden Skepsis entgegenzureden. Er tut es jetzt allerdings nicht mehr sonderlich vehement, er weiß ja, dass am Samstag die ersten Urteile gefällt werden über einen Sommer, in dem sich niemand so recht entscheiden konnte, ob das nun gut ist, was am Valznerweiher geschieht oder nicht.

Auch jetzt vor der Partie gegen Mönchengladbach sollte Hecking bei der Entscheidungsfindung noch einmal nachhelfen, sollte die Qualitäten der letztjährigen und der aktuellen Mannschaft gegeneinander aufwiegen. Ist die Innenverteidigung mit Per Nilsson besser geworden, ist Julian Schieber stärker als Eric-Maxim Choupo-Moting - solcherart Fragen eben, die gestellt werden, wenn lange genug über einen möglichen Stürmer-Notstand und tatsächlich meckernde Mittelfeldspieler geschrieben wurde. Hecking verweigerte sich einer konkreten Einschätzung, er will ja jetzt endlich Spiele kommentieren dürfen: "Ich halte nichts von Vergleichen vor dem ersten Spieltag, unterm Strich heißt es, konstant zu punkten."

Drei Kandidaten für einen Platz im Mittelfeld

Das zumindest ist mit Dieter Hecking in der Rückrunde der Vorsaison gelungen, auf vergleichsweise niedrigem Niveau zwar, aber letztlich ausreichend für den Klassenverbleib. Genau darum geht es auch in diesem Jahr - nicht weniger, aber höchstwahrscheinlich auch nicht mehr. Auf dem Weg dorthin will man vor allem eines: unangenehm sein. Schon in Mönchengladbach soll Heckings Mannschaft zeigen, was sie bestenfalls sein kann: Ein Team, das von der Mehrzahl der übrigen Erstligisten nur schwerlich zu bezwingen ist. Spielerische Glanzlichter erwartet Hecking nicht von seinem Team, "Akzente nach vorne" will man aber auch beim schweren Start in Mönchengladbach schon setzen.

Wer für diese Akzente verantwortlich sein soll, das ist das eigentliche Thema der heckingschen Denkarbeit. Der eher defensive Jens Hegeler und die beiden offensiv orientierten Marek Mintal und Mehmet Ekici sind die drei Kandidaten für einen Platz im Mittelfeld, spielen kann nur einer. Egal, wie Heckings Entscheidung ausfällt, sie wird Redebedarf über die Analyse von Fußball-Spielen hinaus produzieren. Die Zeiten bleiben anstrengend für Dieter Hecking. 





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