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Entwicklungsschübe an der türkischen Riviera

Wollscheid, Didavi, Hlousek: Es gibt auch Positives zu berichten vom 1.FCN - 16.01. 09:03 Uhr

Belek  - In den zehn Tagen von Belek gab es hin und wieder schlechte Nachrichten für den 1. FC Nürnberg, aber natürlich auch gute. Die meisten Spieler haben die Zeit jedenfalls prima genutzt, um sich in Form zu bringen. Oder sogar für mehr.

Schlägt Haken wie ein Hase: Filigrantechniker Daniel Didavi hat sich in Belek nachhaltig empfehlen können.
Schlägt Haken wie ein Hase: Filigrantechniker Daniel Didavi hat sich in Belek nachhaltig empfehlen können.
Foto: Wolfgang Zink
Schlägt Haken wie ein Hase: Filigrantechniker Daniel Didavi hat sich in Belek nachhaltig empfehlen können.
Schlägt Haken wie ein Hase: Filigrantechniker Daniel Didavi hat sich in Belek nachhaltig empfehlen können.
Foto: Wolfgang Zink

Im Kraftraum des Mannschaftshotels sah man häufig nur Rekonvaleszenten. Und Spieler mit verdorbenen Mägen, Nagelbettentzündungen oder gerissenen Muskelfasern. Und Philipp Wollscheid, regelmäßig. Manchmal vor der morgendlichen Einheit, manchmal in der Mittagspause, manchmal nach Feierabend. Stabilisierungsübungen, Muskelaufbau. Es schien, als konnte er nicht genug kriegen. Als sei er regelrecht besessen von der Idee, noch besser zu werden.

Wollscheid verpasste in Belek als einer der wenigen nicht eine Trainings- oder Spielminute, müde wirkten auch bloß die anderen. Der künftige Leverkusener ist nach 36 Bundesliga-Einsätzen bereits ein Bilderbuch-Profi. Immer freundlich, immer top-motiviert. Einer, von dem selbst sein stets kritischer Chef in den höchsten Tönen schwärmen mag. „Wie sich Philipp hier auf hohem Niveau gezeigt hat, das war schon stark“, sagt Dieter Hecking über seinen Abwehrchef. Der noch sehr, sehr wichtig werden dürfte für seinen Club. Wenn auch höchstens 19-mal.



Die perfekte Mischung. Etwas Raum; zwei, drei hüftsteife Gegenspieler. Und Daniel Didavi. Wie eine Slalomstange umdribbelte er mitunter jeden, der es wagte, sich in den Weg zu stellen. Seine enge Ballführung genügte auch an der türkischen Riviera höchsten Ansprüchen. Kurze Antritte und schnelle Richtungswechsel sind seine Spezialität, Didavi schlug Haken wie ein Hase. Auch seine Schusstechnik ließ nicht viele Fragen offen; Didavi kann es wahlweise unglaublich hart, sehr platziert oder mit viel Gefühl, wie bei seinem Freistoßtor gegen De Graafschap.


Bilderstrecke zum Thema
Bevor der 1. FCN in die Bundesliga-Rückrunde startet, stand für die Spieler erst einmal das Trainingslager in Belek auf dem Programm. Sportfoto Zink war an der Türkischen Riviera vor Ort und sammelte Material für unsere Bildergalerie zum FCN-Feintuning für die Rückserie.

Eigentlich zählt der für ein Jahr vom VfB Stuttgart Geliehene zu den großen Gewinnern der Vorbereitung. Vielleicht aber schon bald zu den Verlierern. Sein Trainer hat in Belek intensiv das 4-4-2-System üben lassen, in welchem Didavis Lieblingsposition zentral hinter den Spitzen nicht mehr existiert. Stattdessen müsste er nach rechts oder links ausweichen oder gar auf die doppelt besetzte Sechser-Position vor der Abwehr, wo er allerdings zuerst defensiv denken müsste. Das mag Didavi eigentlich gar nicht, der viel lieber möglichst weit vorn herumturnt, ohne ständig irgendjemandem hinterherzurennen. „Das heißt ja nicht, dass wir nie wieder im alten System spielen“, sagt Hecking. Didavi wird es gerne hören.

Sie könnten das neue Traumpaar des 1. FC Nürnberg werden. Immerhin kennen sie sich ja auch schon länger und haben des Öfteren miteinander gespielt in irgendwelchen tschechischen Auswahlteams. In Belek sah man den einen höchst selten ohne den anderen, selbst am Buffet suchten sie einander oder beim Telefonieren im Hotel-Gang. Da scheinen sich zwei gefunden zu haben.


Der knapp eine Million Euro teure Winter-Zugang Adam Hlousek hat sich erstaunlich flott integriert.
Der knapp eine Million Euro teure Winter-Zugang Adam Hlousek hat sich erstaunlich flott integriert.
Foto: Wolfgang Zink
Der knapp eine Million Euro teure Winter-Zugang Adam Hlousek hat sich erstaunlich flott integriert.
Der knapp eine Million Euro teure Winter-Zugang Adam Hlousek hat sich erstaunlich flott integriert.
Foto: Wolfgang Zink

Dass sich der knapp eine Million Euro teure Winter-Zugang Adam Hlousek erstaunlich flott integriert beim Club, dürfte vor allem an Tomas Pekhart liegen, der seinen Landsmann wie ein großer Bruder begleitet. Wohin Hlousek auch geht. Selbst auf dem Platz kam ihm Pekhart auffällig oft entgegen, um zu helfen. Auf eine Gegenleistung wartete der Mittelstürmer freilich meist vergeblich. Hlouseks Flanken gerieten entweder zu flach oder zu weit, das richtige Timing für seine Hereingaben scheint ihm noch zu fehlen.

Ansonsten bringt er Qualitäten mit, die seinem Club durchaus weiterhelfen sollten auf dem langen Weg zum Klassenverbleib. Hlousek ist für seine Länge (offiziell 1,88 Meter) ungewöhnlich flink und drahtig, kann mit dem Ball umgehen und links vorne wie hinten eingesetzt werden. Wo er wertvoller ist, lässt sich nach der zehntägigen Dienstreise in die Türkei allerdings nicht abschließend sagen.

Solange Javier Pinola noch fehlen wird, sollte sich Marvin Plattenhardt jedenfalls nicht zu sicher fühlen. Wahrscheinlicher ist derzeit aber, dass Hecking beide bringt. Auch Pekhart hätte kaum etwas dagegen. 



WOLFGANG LAASS

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Kurzbeschreibung:
Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

Galerie Gegner 1. FC Nürnberg 2011/12