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ESV Flügelrad: Ein weiteres Jahr Regionalliga-Badminton

Der Klassenverbleib ist nach einem 5:3-Sieg so gut wie gesichert - 23.01. 07:00 Uhr

Nürnberg  - Nach dem Durchmarsch aus der Bezirksoberliga sammelte das Badminton-Team des ESV Flügerad in der bisherigen Regionalliga-Saison vor allem Erfahrung. Nun feierte es einen gleich doppelt wichtigen ersten Saisonsieg.

Jubel über den Klassenverbleib: Nora Rohde (v.) und Angela Klaßmüller vom ESV Flügelrad.
Jubel über den Klassenverbleib: Nora Rohde (v.) und Angela Klaßmüller vom ESV Flügelrad.
Foto: Pfrogner
Jubel über den Klassenverbleib: Nora Rohde (v.) und Angela Klaßmüller vom ESV Flügelrad.
Jubel über den Klassenverbleib: Nora Rohde (v.) und Angela Klaßmüller vom ESV Flügelrad.
Foto: Pfrogner

Am Ende war plötzlich sogar der kleine Felix mucksmäuschenstill. Noch Minuten zuvor hatte der Sohn von Abteilungsleiterin Katja Knödel nur Augen für sein Auto-Puzzle, das er während des vorentscheidenden Mixed-Matches lauthals am Spielfeldrand zusammensetzte. Doch beim Stand von 20:12 im zweiten Satz des letzten Herreneinzels waren alle Augen auf Andrej Dück gerichtet.

In seinen Händen lag es, mit einem verwandelten Matchball seinem Team den vorzeitigen Klassenerhalt zu sichern. Der dritte Einzelspieler behielt die Nerven und so ging im Anschluss ein Jubel der Freude und Erleichterung durch die Halle, in dessen Folge sich die Spielerinnen und Spieler in den neongelb-schwarzen Trikots in den Armen lagen.



Mit dem 5:3-Erfolg, dem ersten Saisonsieg überhaupt, über den direkten Konkurrenten Blau-Weiß Röhrsdorf verließen die Flügelrader erstmals den letzten Tabellenplatz. Da beide Vereine den Abstieg wohl unter sich ausmachen werden, ist dem Liga-Neuling damit eine weitere Saison in der dritthöchsten deutschen Klasse kaum noch zu nehmen.

Regionalliga-Badminton beim ESV Flügelrad ist zum einen die Erfolgsgeschichte von Matthias Fruck. Als Spielertrainer vor drei Jahren nach Finkenbrunn gekommen, übernahm er damals eine in die Bezirksoberliga abgestiegene Mannschaft. Dank seines Engagements schaffte er, mit einem bis auf wenige Ausnahmen unveränderten Team, den unerwarteten Durchmarsch in die Regionalliga. Sein Training macht der Übungsleiter größtenteils aus dem Bauch heraus. „Ich kenne meine Leute ganz genau und es macht mir unheimlich Spaß zu sehen, wie sie immer besser werden“, erzählt der 29-Jährige.

Zum anderen ist Badminton beim ESV Flügelrad „ein Familien-Ding“, so Knödel, die bis letztes Jahr selbst in der ersten Mannschaft spielte. „Harmonie nach innen und außen ist uns unheimlich wichtig. Bei uns kommen und gehen die neuen Spieler nicht jedes Jahr, da wir Wert darauf legen, dass sie dauerhaft zu einem Teil der Vereinsgemeinschaft werden“, beschreibt die Abteilungsleiterin ihre Philosophie. Bestes Beispiel für diesen Zusammenhalt ist der abteilungseigene Vergnügungswart, der gemeinsames Paddeln, Klettern und Feiern organisiert. Doch so schlecht, wie die Tabelle den bisherigen Saisonverlauf mit nur einem Punkt vor dem vorentscheidenden Spiel gegen die Sachsen darstellte, war diese gar nicht. „Der Sprung von der Bayernliga ist groß, deswegen haben wir viele Matches wegen der noch fehlenden Erfahrung oft ganz knapp verloren“, sagt Fruck. Dazu kam, dass der Coach nur in drei der bisher acht Begegnungen seine Bestbesetzung aufbieten konnte.

Und auch diesmal standen die Vorzeichen schlecht. Wegen Trainingsrückstands konnte die dritte Damenspielerin Monika Fruck gar nicht eingreifen und der erfahrene Sascha Firth spielte trotz einer Fußverletzung. Sichtlich gehandicapt verlor er sein Einzel klar und hatte für das gemischte Doppel nur noch Kraft für zwei Sätze. Doch gemeinsam mit Nora Rohde biss er sich durch und beide ebneten den Weg für den Show-down von Dück. Dabei konnte sie auch der kleine Felix nicht stören.
  



VON MARKUS ERLWEIN

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