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Flöhe hüten am Valznerweiher

Die U17 des 1. FC Nürnberg arbeitet nicht nur in der Bundesliga erfolgreich - 28.03.11

Wollscheid, Mendler, Plattenhardt. Konnten vor der Saison nur Talent-Scouts und interessierte Beobachter der FCN-Nachwuchsabteilung mit diesen Namen etwas anfangen, sind sie innerhalb kürzester Zeit zu echten Leistungsträgern und Identifikationsfiguren beim Club aufgestiegen. Stellt sich die Frage: Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen – Eintagsfliege oder Trend mit Zukunftschancen?


Auf Erfolg programmiert: Die U17 des 1. FCN (hier beim 3:1-Sieg gegen Freiburg) mischt in der Bundesliga munter mit.
Auf Erfolg programmiert: Die U17 des 1. FCN (hier beim 3:1-Sieg gegen Freiburg) mischt in der Bundesliga munter mit.
Foto: Günter Distler
Auf Erfolg programmiert: Die U17 des 1. FCN (hier beim 3:1-Sieg gegen Freiburg) mischt in der Bundesliga munter mit.
Auf Erfolg programmiert: Die U17 des 1. FCN (hier beim 3:1-Sieg gegen Freiburg) mischt in der Bundesliga munter mit.
Foto: Günter Distler

Egal ob Mario Götze für den BVB aus Dortmund, Julian Draxler für die Königsblauen aus Gelsenkirchen, Thomas Kraft für den Rekordmeister aus München oder André Schürrle für die Karnevalsjecken aus Mainz aufläuft – in der Fußball-Bundesliga zeichnet sich spätestens seit dieser Spielzeit ein erfreulicher Trend ab. Immer mehr Vereine setzen auf vielversprechende Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen – und das mit Erfolg.

Denn: all die Bargfredes (Werder Bremen), Clemens‘ (1. FC Köln) und Rauschs (Hannover 96) haben sich nicht nur innerhalb kürzester Zeit zu unverzichtbaren Stammspielern, sondern auch zu wichtigen Identifikationsfiguren gemausert. Gerade in Zeiten, in denen Verträge offensichtlich nichts mehr gelten und immer mehr Profis den Verlockungen des Mammons erliegen, sind Spieler wie ein Götze oder ein Draxler, die die komplette Jugendabteilung ihres jeweiligen Vereins durchlaufen haben, Balsam für die Seele eines jeden Fans.

Ernüchternder Fehlstart

Auch der 1. FC Nürnberg entschied sich vor einigen Jahren, nicht länger teures Geld für Spieler auszugeben, die zwar erfahren waren, jedoch leider oft ihren Zenit schon überschritten hatten – allerdings nicht ganz freiwillig: Nach dem peinlichen EM-Aus 2000 der deutschen Nationalmannschaft zwang die Deutsche Fußball-Liga die Profi-Klubs, endlich ihre Nachwuchsarbeit professioneller zu gestalten. Ohne Nachwuchsleistungszentrum keine Lizenz, lautete die einfache Formel, und so freundete man sich auch in Nürnberg mit der Idee eines richtigen Nachwuchsleistungszentrums an, heute arbeiten unter anderem fünf Fußballlehrer mit Bundesligalizenz am Valznerweiher.

Das alles bietet eine sehr solide Infrastruktur, von der auch die aktuelle U17 profitiert. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren jeweils der fünfte Platz in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest belegt wurde, gab man vor der Saison das Ziel aus, „wieder um einen der oberen Plätze mitzuspielen“, erzählt Kapitän Tim Allen. Nach einem ernüchternden Fehlstart mit drei Niederlagen und 0:7 Toren musste man derartige Hoffnungen jedoch schnell begraben. „Erst mit dem 3:0 beim FC Augsburg ging es für uns bergauf“, erinnert sich Trainer Tobias Zölle.

Spätestens mit dem 5:0 gegen den 1.FC Kaiserslauten sollte sich diese Entwicklung dann auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Jene Partie gegen die Roten Teufel mit eingerechnet, holte man in 13 Spielen neun Siege und zwei Unentschieden bei nur zwei Niederlagen. Mit 33 Punkten aus 19 Spielen liegt die U17 momentan auf einem guten vierten Platz.

Nicht nur mit der Tabellensituation ist man zufrieden, auch die Vernetzung mit höheren Mannschaften wie der U19 oder den Amateuren klappt bestens, wie Allen bestätigt: „Es kommt oft vor, dass wir bei älteren Jahrgängen mittrainieren oder sogar spielen. Wenn es etwa in der U19 verletzte Spieler gibt, dann helfen wir natürlich aus.“

Und wie schaut es mit neuen Wollscheids und Mendlers in der U17 aus? „Natürlich gibt es auch bei uns Spieler, die es schaffen können. Da aber noch so viel passieren kann, ist es zum jetzigen Zeitpunkt verdammt schwer, Mutmaßungen anzustellen, wer es packen könnte. Außerdem würde ich meinen Jungs damit nur einen unnötigen Floh ins Ohr setzen ...“, meint Coach Zölle.

Noch also lautet die Devise Abwarten, doch spätestens in zwei, drei Jahren wird man sehen, wer den Sprung zu den Profis geschafft hat. Götze, Draxler, und Co. lassen grüßen.  





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