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Am Samstagnachmittag saß der Neue noch in seiner Bremer Wohnung auf dem Sofa und schaute gebannt auf das Treiben seiner künftigen Kollegen. „Ich habe bei einem Spiel schon lange nicht mehr so mitgefiebert“, erinnerte sich der 20-Jährige nach dem gestrigen Vormittagstraining des Kleeblatts.
Der 2:1-Sieg beim FC Schalke 04 lässt Trinks wieder hoffen, dass ihn der Wechsel vom renommierten Erstligisten SV Werder Bremen zum Tabellenletzten der Bundesliga nicht geradewegs in die Zweite Liga führen wird. Von einem Rückschritt mag der Mittelfeldspieler aber sowieso nicht sprechen. „Nach sechseinhalb Jahren in Bremen wollte ich einfach einen kompletten Neuanfang haben.“
Der gebürtige Geraer ist eines dieser Talente, die in sehr jungen Jahren in den Leistungszentren der Bundesligisten zusammengezogen wurden. Sie überstanden Jahr für Jahr die zum Teil gnadenlose Auslese, um irgendwann an die Tür zum Profikader zu klopfen. Die wenigsten erobern auf Anhieb einen Platz auf der Ersatzbank oder gar in der ersten Elf.
Trinks gab im Januar 2011 sein Bundesliga-Debüt. In der Partie gegen Bayern München wurde er in der 67. Minute für Marko Marin eingewechselt. Einen Monat später durfte er gegen Leverkusen zum ersten Mal von Anfang an für die erste Mannschaft der Bremer auflaufen. Doch der echte Durchbruch blieb aus. Obwohl er auf etliche Einsätze in deutschen Juniorennationalmannschaften verweisen kann, musste auch Florian Trinks akzeptieren, dass ihn Bremens Trainer Thomas Schaaf zwar nicht wirklich ziehen lassen, aber auch nicht demnächst befördern wollte.
An diesem Punkt seiner Karriere traten Rouven Schröder, Sportliche Leiter beim Kleeblatt, und Präsident Helmut Hack an Trinks heran. Schröder: „Ursprünglich wollten wir Florian erst im Sommer holen, jetzt hat sich allerdings eine Situation ergeben, die uns diesen Vorgriff ermöglicht. Florian ist ein junges deutsches Talent, mit Perspektive und Spielmacherqualitäten.“ Der 1,85 Meter große Blondschopf, der wohl noch ein wenig Geld gekostet hat, unterschrieb in Fürth nicht etwa für ein halbes Jahr, wie Matthias Zimmermann oder Jozsef Varga, sondern gleich bis 2016. Er sagt, ihn habe in den Gesprächen vor allem das Versprechen überzeugt, dass er zu einem Verein stoße, „der wirklich Bock hat, junge Spieler zu entwickeln“.
Dazu passt auch die gestern bekanntgegebene Verpflichtung von Kevin Schulze (21) vom VfL Wolfsburg. Der 1,88 Meter große Rechtsverteidiger stößt aber erst nach Ende dieser Saison zum Kleeblatt. Bis dahin wird sich die Zahl seiner Kollegen sicher etwas verringert haben.

Mi. 19.06.13
Mi. 19.06.13
Mi. 19.06.13
Di. 18.06.13
Di. 18.06.13