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Faschingsmuffel haben es vielleicht nicht auf den ersten Blick gesehen. Aber als ihre Fröhlichkeit Gudrun I und seine Ausgelassenheit Gerhard II in die kühle Arena einzogen, muss irgendetwas passiert sein. Auf seine angenehm zurückhaltende Art sorgte das Nürnberger Prinzenpaar schon vor dem Eröffnungsbully für beste Laune, verbreitete offensichtlich Optimismus und Spielfreude. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, was passierte, als im Mittelkreis kurz darauf der Puck fiel.
Keine 20 Sekunden dauerte es, da hatte der Kapitän bereits den ersten Augsburger in die Bande genagelt. Kurz darauf passte Patrick Reimer den Puck so perfekt an den langen Pfosten, dass Yan Stastny nur den Schläger hinhalten musste. War das bereits das Glück, dessen Mangel Trainer Bengt-Ake Gustafsson zuletzt so eindringlich bedauert hatte? Ist Eishockey so einfach? Waren die fünf Niederlagen der Ice Tigers in Folge in dieser entscheidenden Saisonphase allein auf Pech zurückzuführen? Ja. Nein. Und nein.
Die Ice Tigers erzwangen ihr Glück wieder, traten erstmals seit dem Winter Game wieder von der ersten Sekunde an fokussiert auf. Keiner verließ sich auf den anderen, jeder arbeitete für den anderen. Und plötzlich war auch die Leichtigkeit wieder da, die diese hochveranlagte Mannschaft braucht, um ihr Potenzial abzurufen. Der zuletzt ohnehin stark verbesserte Brett Festerling hatte bereits zwei gute Chancen, ehe er im zweiten Nachschuss auf 2:0 erhöhte (7. Minute).
Sein erster Saisontreffer war ein Beispiel für die Hartnäckigkeit, die das Nürnberger Spiel zumindest an diesem Freitagabend wieder zum Spektakel machte. Bei Ryan Baydas 3:0 (11.) war dem armen Patrick Ehelechner im Augsburger Tor anzusehen, wie sehr ihm die Intensität seiner ehemaligen Kollegen zusetzte.
Anders als zuletzt in Krefeld, als er nach dem 0:3 nach elf Minuten auf die Bank beordert wurde, blieb Augsburg Coach Larry Mitchell diesmal unnachgiebig. Nach ausgiebigem Nürnberger Kreiseln musste Ehelechner auch Jason Jaspers 4:0 (25.) und nach einer feinen, weil einfachen Überzahlkombination auch das 5:1 durch Dusan Frosch (28.) hinnehmen. Zwischendurch hatte Ryan Thang auf den anderen Seite getroffen (26.), ein Geschenk für die netten Gäste bei dieser Faschingsfeier. Im Schlussdrittel zeigte sich dann, wie müßig die Diskussion um das Stimmungsproblem in der Arena ist. Stimmt die Leistung, stimmt auch die Unterstützung. Nürnberg, Aha, feierte. Und Peter Stastny, Yans Vater und slowakisch-kanadische Eishockey-Legende, und Club-Stürmer Tomas Pekhart genossen den Abend.
Dass die Augsburger die allgemeine Ausgelassenheit noch dreimal störten, muss wohl daran gelegen haben, dass Gudrun I und Gerhard II die Arena bereits wieder verlassen hatten. Vielleicht mussten sie sich auf ihre Auswärtsfahrt am Sonntag (16.30 Uhr) nach Straubing vorbereiten. In Nürnberg setzte Steven Reinprecht mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt. Die Party ging danach trotzdem weiter.
Nürnberg: Weiman; Pollock/Borer, Butenschön/Festerling, Leask/Nowak, Schüle - Reimer/Stastny/James, Reinprecht/Jaspers/Bayda, Ehliz/Chouinard/Frosch, Aab/Weiß/Rupprich.

Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13
Fr. 03.05.13