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Freude und Frust der Hockey Gesellschaft

Während den Damen der HG Nürnberg der Wiederaufstieg gelingt, steigen die Herren ab - 06.02. 11:29 Uhr

NÜRNBERG  - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschließt die Hockeyabteilung der HG Nürnberg die Hallensaison. Während die Damen wie zu erwarten den Aufstieg in die Bundesliga unter Dach und Fach brachten, müssen die Herren den bitteren Gang in die Regionalliga antreten.

Sieg und Niederlage: Während die HGN-Damen wieder gewannen, ...
Sieg und Niederlage: Während die HGN-Damen wieder gewannen, ...
Foto: Distler
Sieg und Niederlage: Während die HGN-Damen wieder gewannen, ...
Sieg und Niederlage: Während die HGN-Damen wieder gewannen, ...
Foto: Distler

Theoretisch war den Damen der HG Nürnberg der Wiederaufstieg in die Bundesliga schon vor diesem Wochenende nicht mehr zu nehmen. Praktisch war er dann auch nach dem 6:3-Erfolg am Samstag gegen Frankenthal endgültig besiegelt. Als daher am Sonntag nach dem überaus deutlichen 6:0-Sieg im letzten Saisonspiel gegen das Schlusslicht aus Bad Kreuznach Sophie Schäfer eine Flasche Aufstiegssekt von den Rängen heruntergereicht bekam, entgegnete diese vehement: „Von uns will heute keiner mehr etwas trinken.“

Dabei hatten die HGN-Frauen am Abend zuvor nur „eine kleine Aufstiegsfeier gemacht“, wie Torhüterin Maja Kolonic versicherte. Und da bei dieser sogar die bereits abgestiegenen Bad Kreuznacherinnen um Sophie Schäfers Schwester Anna vorbeigeschaut hatten, tanzten beide Teams vor dem Anstoß gleich noch gemeinsam den Ailton-Dschungelcamp-Gedächtnis-Tanz, den sie am Abend zuvor einstudiert hatten. Dass in der anschließenden Begegnung nicht mehr mit aller Härte gekämpft wurde, da die Luft bei allen Beteiligten größtenteils raus war, war also nicht weiter verwunderlich.

...unterlagen die Herren erneut.
...unterlagen die Herren erneut.
Foto: Zink
...unterlagen die Herren erneut.
...unterlagen die Herren erneut.
Foto: Zink

Wie schon am Tag zuvor beherrschten die Damen von Sepp Müller auch diesen Gegner zu jeder Zeit souverän und als dieser in der zweiten Hälfte immer weiter abbaute, fiel schließlich Tor um Tor. Die Nürnbergerinnen feierten somit ungeschlagen den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Mit neun Siegen und einem Unentschieden dominierten sie die Regionalliga Süd. Eine Erklärung für das Auf und Ab sieht dabei nicht nur Abteilungsleiterin Doris Krüger im großen Leistungsunterschied zwischen Bundes- und Regionalliga.

Klar wurde in der Partie gegen den Kreuznacher HC, woran die HGN-Spielerinnen in der Vorbereitung auf das Hockey-Oberhaus unbedingt noch arbeiten müssen. „Wir treffen vor dem Tor noch zu oft die falschen Entscheidungen und gehen deshalb mit unseren Chancen viel zu fahrlässig um“, so Trainer Sepp Müller. Wollen sich die Nürnbergerinnen wieder ganz oben etablieren, dürfen sie so viele gute Möglichkeiten in einem Spiel nicht auslassen. „Dieses Jahr war kein Maßstab für die Bundesliga. Da müssen wir noch hart arbeiten und eine Schippe drauflegen“, sagt Maja Kolonic.


Ganz weit entfernt ist die Bundesliga hingegen erst mal für die Herren der HG Nürnberg. Nach der 8:11-Niederlage am Samstag in Frankenthal und dem gleichzeitigen Sieg des Lokalrivalen TB Erlangen beim Dürkheimer HC, war die Mannschaft von Trainer Matthias Schmeiser bereits vor der letzten Partie und dem 8:12 in Bad Dürkheim abgestiegen. „Das ist natürlich sehr bitter für uns“, so Abteilungsleiterin Krüger.

Dabei begannen die Nürnberger im Spiel beim Tabellenzweiten gut, gerieten aber nach zu vielen individuellen Fehlern in Rückstand. Bereits 20 Minuten vor Ende mussten sie beim Stand von 4:8 den Torwart vom Feld nehmen, um noch einmal alles zu versuchen. Doch die sich ergebenden Chancen nutzte die HG nicht konsequent genug, um den Rückstand jemals um mehr als zwei Treffer zu verringern.

„Wir haben diese Saison in der Defensive viel zu oft zu unglücklich agiert“, analysiert Schmeiser. „Wer auswärts acht Tore schießt, müsste auch öfter mal einen Sieg einfahren“, so der HGN-Trainer weiter. Zwar bescheinigt er seiner Mannschaft das Potenzial, in der zweiten Bundesliga mithalten zu können, doch fehlt ihr die Konstanz.

Schnell wieder zurück

Seit dem Abstieg aus der Bundesliga haben die HGN-Männer Jahr für Jahr wichtige Spieler abgeben müssen. Letztes Jahr noch knapp den Klassenerhalt geschafft, war der erneute Abstieg nach den Abgängen von Peter Kohl und Alexander Nellner fast schon eine logische Konsequenz. „Die jungen Spieler, die wir seitdem integriert haben, brauchen einfach noch etwas Zeit, um sich heranzuarbeiten“, so der Coach.

Trotzdem hat Schmeiser keine Bedenken vor einem Durchmarsch nach unten: „Wir wollen in der nächsten Hallensaison wieder so schnell wie möglich aus der Regionalliga raus, dafür besitzen wir auch genügend Qualität.“

Frauen: HGN - Kreuznach 6:0. – Tore: Lechner (2), Biermann (2), Müller, Schäfer. – HGN - Frankenthal 6:3. – Tore: Lechner (4), Pinter, Schäfer.

Männer: HGN - Dürkheim 8:12. – Tore: Faustmann (4), Krüger (2), Schwarz, Gabler. – HGN - Frankenthal 8:11. – Tore: Faustmann (5), Krüger, Schmall, Rosenberger. 



Von Markus Erlwein

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