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Seit Mittwochabend hat Olivier Occean einen festen Platz in der Vereinschronik der Spielvereinigung Greuther Fürth. Ein wunderschönes Tor des 30-jährigen Kanadiers ebnete dem Kleeblatt den Weg zum größten Erfolg in seiner jüngeren Geschichte.
Occean und die anderen Fürther hatten gerade rechtzeitig wieder zu der Form gefunden, die sie im Achtelfinale zum Sieg über den 1. FC Nürnberg befähigt hatte. Unterm Strich behielten sie aufgrund einer starken Mannschaftsleistung in der Rhein-Neckar-Arena verdient die Oberhand.
Selten hatte ein Pokal-Viertelfinale einen so traurigen Rahmen: Die Hälfte der blauen Sitzschalen im Stadion war leer gelieben. Aus Sicht der Gastgeber lasteten die Querelen um Trainer Holger Stanislawski wie Blei auf diesem sportlichen Großereignis. Andererseits verbreiteten die mehr als 4000 Fürther unter den Zuschauern phasenweise Heimspielatmosphäre, und das umso mehr, je länger die Partie dauerte.
Während die Fürther nach der Enttäuschung von Dresden (1:3) vergleichsweise selbstbewusst, aber zunächst vorsichtig auftraten, zitterten den Hoffenheimern vor lauter Verunsicherung offensichtlich die Füße.
Stanislawski hatte mit Ryan Babel und Sejad Salihovic tatsächlich zwei seiner launischen Top-Stars auf die Ersatzbank verbannt. Besser wurde dadurch nichts. Über 20 Minuten lang riskierten beide Teams wenig bis gar nichts. Dann, nachdem Peniel Mlaba für die TSG und Olivier Occean fürs Kleeblatt jeweils einen Warnschuss abgegeben hatten, trat der bis dahin fade Kick in eine völlig neue, dramatische Phase ein.
Heinrich Schmidtgal hatte eben noch einen abgefälschten Mlapa-Schuss auf der Linie entschärft, da stand der Zweitligist plötzlich mit einem Bein im Halbfinale. Nach einem Schubser von Ex-Nationalspieler Marvin Compper stürzte Fürths Angreifer Christopher Nöthe in die ausgestreckten Beine von TSG-Profi Tobias Strobl. Nöthe musste wenig später gegen Gerald Asamoah ausgetauscht werden, Compper sah Rot, weil er bei der auf sein Foul folgenden Rudelbildung Stephan Fürstner leicht geohrfeigt hatte.
Kurz vor der Pause nutzte der Außenseiter, bei dem Mittelfeldmann Robert Zillner (26) zum ersten Mal überhaupt von Anfang an ran durfte, seinen Vorteil clever aus. Im Stile eines Klasse-Stürmers pflückte Occean einen weiten Pass des starken Thomas Kleine mit der rechten Schuhspitze herunter, düpierte zwei Gegner und schob aus etwas zehn Metern seelenruhig zur Fürther Führung ein. Die Sensation nahm ihren Lauf.
Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Hausherren eher wütend als geschickt um den Ausgleich. Einmal musste Max Grün Kopf und Kragen riskieren, um zwei Hoffenheimer auszubremsen. Sehr viel mehr Gefahr drohte von der Stanislawski-Elf nicht. Auf der Gegenseite hätte vor allem der agile Sercan Sararer vor der Zeit die Nerven seines Trainers schonen können. Doch bei ihren Kontern – es war das einzige Manko der Fürther – agierten die Weiß-Grünen nicht konsequent genug.
In der Schlussphase setzte Stanislawski doch noch auf seine launischen Grazien Salihovic und Babel. Doch auch das brachte nicht den erhofften Erfolg. Während der TSG-Trainer vor dem Rauswurf steht, steuert Mike Büskens mit den Fürther glanzvollen Zeiten entgegen.
Das Halbfinale wird am kommenden Samstagabend im Rahmen des ZDF-Sportstudios ausgelost; Fürth ist neben drei Bundesligisten die einzig verbliebene unterklassige Mannschaft.
Hoffenheim: Starke; Beck, Vestergaard, Compper, Braafheid – Williams, Strobl (83. Salihovic) – Mlapa (64. Babel), Firmino, Johnson – Lakic.
Fürth: Grün; Schröck, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Zillner (55. Pekovic) – Sararer, Prib – Occean (89. Karaslavov), Nöthe (42. Asamoah).
Schiedsrichter: Fritz (Korb). – Zuschauer: 14.000. – Tor: 0:1 Occean (44.). – Rote Karte: Compper (36., Tätlichkeit). – Gelbe Karten: Lakic - Zillner, Schmidtgal, Occean, Asamoah.
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12