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Bevor es losging, gab's bereits die ersten Pfiffe gegen die eigene Elf. Das 0:1 kurz vor Weihnachten im Pokal-Achtelfinale gegen Fürth scheint einige Fans nach wie vor sehr zu beschäftigen, obwohl am Samstagnachmittag wieder Bundesliga war. Sogar ein Jubiläumsspiel für den Club, das 1000. in Deutschlands höchster Klasse. Womit die Nürnberger exakt 1000 mehr haben als die Spielvereinigung, worauf ein Anhänger im Oberrang der Nordkurve mit einem Plakat hinwies.
Dass es sogar ein Sieg wurde, hat auch Trainer Dieter Hecking gefreut, der aber höchstens mit dem Ergebnis zufrieden sein konnte. Von einem Kampfspiel zu sprechen, wie in solchen Fällen oft üblich, würde dem Gesamtniveau der 90 Minuten doch arg schmeicheln. Es war über weite Strecken ein Fehlpass-Festival, ein planloses Hin und Her, ein Grotten-Kick, mit nur wenigen Höhepunkten. „Es ist noch nicht alles rund gelaufen“, untertrieb Hecking, der seine Mannschaft hinterher für ihren Einsatzwillen lobte. Und, ebenfalls ein Erfolg: Hertha kam lediglich zu zwei Möglichkeiten (Niemeyer, 67.; Hubnik, 90.). Also: Hauptsache gewonnen. „Es war schon in Ordnung“, sagte Hecking.
Zunächst sah es wirklich danach aus, als wollten die Nürnberger da weitermachen, wo sie am Abend des 20. Dezember aufgehört hatten. Zögerlich in den Zweikämpfen, mit hoher Fehlerquote im Passspiel – bereits nach einer halben Stunde pfiffen die ersten wieder auf ihren Club, der sich extrem schwertat gegen kompakt verteidigende Berliner. Da auch niemand eine Idee hatte, wie man trotzdem zum (frühen) Tor-Erfolg hätte kommen können, entwickelte sich ein fürchterliches Fußballspiel, mit optischen Vorteilen für die Gäste.
Die für lange Zeit beste Chance für Nürnberg hatte Daniel Didavi – bezeichnenderweise erst ermöglicht durch einen dicken Patzer eines Berliner, der gestolpert war. Didavis platzierten Distanzschuss konnte Thomas Kraft im Hertha-Tor um den Pfosten lenken (12.). Danach tat sich bis zwei Minuten vor der Pause nicht mehr viel; ausgerechnet Alexander Esswein, der kurz zuvor mit einem katastrophalen Querpass vor dem eigenen Strafraum fast das 0:1 verschuldet hätte (Lasogga zielte etwas zu hoch), nahm er all seinen Mut zusammen und zog aus knapp 20 Metern einfach mal ab. Letztlich unhaltbar für Kraft, weil noch leicht abgefälscht, zischte der Ball über die Linie ins lange Eck.
Auch mit der Führung im Rücken entsprangen Nürnbergs Angriffe überwiegend dem Zufallsprinzip. Durchdacht war da wenig, dabei wäre es so leicht gewesen. Wie in der 59. Minute, als die Kugel nach einer schönen Kombination über Esswein und Cohen bei Pekhart landete, der aber unbedrängt aus acht Metern an Kraft scheiterte.
Wer derlei Möglichkeiten vergibt, muss sich normalerweise nicht wundern, wenn es sich irgendwann rächt. Die Hertha aber war zu schwach, um einen insgesamt fahrigen Club über einen längeren Zeitraum in Bedrängnis bringen zu können. Stattdessen das 2:0: Dominic Maroh, neben Cohen bester Nürnberger, drückte fünf Minuten vor Schluss eine Freistoß-Flanke von Hlousek über die Linie.
Danach war Gott sei Dank bald Feierabend, der dritte Sieg aus den vergangenen fünf Partien spülte den 1. FC Nürnberg in der Tabelle an der Hertha vorbei bis auf Platz zwölf. 21 Punkte können sich durchaus sehen lassen. Fanden auch viele Zuschauer, die ihre Fußballer hinterher ausgiebig feierten. Spätestens da dachte im Frankenstadion niemand mehr an Fürth.
Nürnberg: Schäfer; Hegeler, Maroh, Wollscheid, Hlousek – Simons, Cohen (90.+2 Nilsson) – Didavi (90. Frantz), Esswein – Pekhart (82. Bunjaku), Eigler.
Berlin: Kraft; Lell (83. Torun), Hubnik, Janker, Kobiashvili – Niemeyer (76. Djuricin), Ottl – Ebert, Ronny (46. Ben-Hatira), Ramos – Lasogga.
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen). - Zuschauer: 39117. - Tore: 1:0 Esswein (43.), 2:0 Maroh (85.). - Gelbe Karten: Pekhart (4) – Niemeyer (3), Ebert (4).

Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Do. 17.05.12
Mi. 16.05.12