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Der Schlusspfiff im Frankenstadion. Danach erst mal: Stille. Keine Pfiffe oder sonstige Unmutsäußerungen. Viele der über 40.000 Zuschauer merkten wohl, dass ihr Club an diesem Nachmittag fast alles probiert hatte. Die offizielle Statistik zum Spiel wies 18 Torschussversuche (Kaiserslautern: zehn), acht Ecken (Kaiserslautern: vier) und gar 62 Prozent Ballbesitz aus für Nürnberg, nur bei den Toren (Nürnberg eins, Kaiserslautern drei) happerte es gewaltig.
Letztlich zurückzuführen auf fehlende Effizienz im Abschluss, die offensichtlich nicht vorhandene Abstimmung im hinteren Bereich aufgrund von drei Umstellungen, aber auch unerklärliche Zweikampfschwäche (nur 49 Prozent gewonnen). „In einem Heimspiel“, sagte Hecking, „müssen wir 60 Prozent haben, da fängt es doch an.“
Ähnlich drastisch sah es auch Raphael Schäfer, neben dem unermüdlichen Jens Hegeler noch Nürnbergs Bester. „Man hat heute schon an der Körpersprache gemerkt, dass es nicht passt“, sagte Schäfer sauer, „uns haben immer die entscheidenden Meter gefehlt.“ Warum, muss Trainer Dieter Hecking zügig ergründen. Schon am Freitagabend (20.30 Uhr) geht es nach Mainz, zum Tabellen-Zweiten.
Eine ganz schwere Aufgabe für den Club, der gegen Kaiserslautern insgesamt zu wenig angeboten hatte. Timmy Simons, immerhin schon 34, und Mehmet Ekici waren die Länderspiel-Strapazen unter der Woche deutlich anzumerken, auch andere schienen nicht ihren besten Tag erwischt zu haben. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt - es ging schließlich gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Mit einem Sieg wäre der FCK um zehn Zähler distanziert gewesen, so sind es lediglich noch vier Punkte auf den kessen Neuling.
Die Tatsache, dass Nürnberg auch mit 18 Punkten mittelfristig weiter ein Kandidat ist für einen der letzten drei Plätze, kann bodenständige Zeitgenossen eigentlich nicht überraschen – zumal im Kader doch ein gewaltiges Leistungsgefälle herrscht. Javier Pinola und Per Nilsson sind nicht zu ersetzen, selbst Juri Judt wurde gegen den Aufsteiger besonders vor der Pause schmerzlich vermisst.
„Eine ganz schwache Leistung“ attestierte Hecking seiner Not-Elf besonders im ersten Durchgang, wollte den 0:3-Rückstand aber nicht nur der neu formierten Viererkette anlasten. „Ungenau im Passspiel“, ja „schläfrig“ habe seine Mannschaft auf ihn gewirkt, weswegen in den nächsten Tagen vorrangig an der „Aggressivität und Genauigkeit“ zu arbeiten sei. Es dürfte interessante Einheiten geben am Valznerweiher.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht, was Hecking durchaus positiv sieht. „Schon am Freitag in Mainz können wir wieder unser anderes Gesicht zeigen.“ Damit man nach dem Schlusspfiff auch mal wieder strahlende Nürnberger zu sehen bekommt.

Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12
Fr. 18.05.12