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Der Anruf kam am Morgen: Casey Borer waren die Schläger ausgegangen, der Pressesprecher soll bitte welche ins Auto packen. Kurz vor dem Aufwärmen riss der US-Amerikaner die Verpackung auf, der erste Schläger ging dann im ersten Drittel zu Bruch, mit dem zweiten erzielte er den zwischenzeitlichen Ausgleich bei den Hamburg Freezers. Für einen Auswärtserfolg der Ice Tigers hätte der Pressesprecher aber wohl mit einem Kleinbus voller Schläger in die Hansestadt aufbrechen müssen.
Das 2:4 (0:1, 1:1, 1:2) in Hamburg hat gezeigt, dass Nürnberg Profis-Eishockey-Mannschaft vernünftig mitspielen kann, für einen Erfolg bei einem Topklub aber derzeit zu brav und zu bieder ist und, dieser Eindruck drängt sich in dieser wichtigen Saisonphase allmählich auf, vielleicht auch nicht gut genug. Den Namens- und Geldgeber wird diese Zwischenbilanz kaum besänftigen können.
Unter der Woche hat Thomas Sabo wie schon des öfteren eine virtuelle Fragerunde veranstaltet und dabei folgenden Standpunkt vertreten: „Es wird nun wirklich Zeit, dass das Team aufwacht (...) und einfach mal kapiert, dass es hier wirklich um einen erfolgreichen Abschluss der Saison geht und sie dies dem Club und vor allem den Fans schuldig sind. Weitere solche Vorstellungen werden sicherlich Konsequenzen haben.“ Wie die aussehen könnten, ließ Sabo offen – treffen könnte es nach den Eindrücken aus Hamburg außer der Angriffsreihe um Yan Stastny, Tyler Weiman, der bei seinem Comeback ordentlich hielt, Doppeltorschütze Borer sowie Tim Schüle und Leo Pföderl, die zeitgleich für den Kooperationspartner, den EC Bad Tölz, in Deggendorf aktiv waren, allerdings nahezu jeden Spieler.
Beim Gastspiel in Hamburg-Bahrenfeld zeigten die Ice Tigers eine ordentliche Leistung – bei der sich allerdings trotz des lange knappen Ergebnisses zu keiner Zeit der Eindruck aufdrängte, dass ein anderes Team als die Freezers die Arena als Sieger verlassen könnte. Allein Colin Murphy traf zunächst in einem schwachen Auftaktdrittel (18.), dem gegenüber stand ein Pfostenschuss durch Stastny. Mit Nürnberg wurde nach der Pause auch das Spiel besser. Borer nutzte sein neues Arbeitsgerät zu einem saftigen Schlagschusstreffer in Überzahl (21.).
Dann hatte Thomas Oppenheimer zu viel Platz, um das nicht zum 2:1 zu nutzen (25.) und Rob Collins keine Mühe einzuschieben (nachdem Stastny einen Schuss geblockt hatte, 53.). Erneut stemmte sich der starke Borer alleine gegen die drohende Niederlage, sein zehnter Saisontreffer sorgte ebenso für Spannung wie Jame Pollocks knapp vergebene Chance in Unterzahl. Am Ende aber war es wieder Murphy, der für den Endstand sorgte – Weiman hatte das Tor verlassen.
Erste Konsequenzen könnten am Sonntag (17.45 Uhr/Servus TV) zu sehen sein, dann empfangen die Ice Tigers Iserlohn in der Arena.
Nürnberg: Weiman; Borer/Pollock, Butenschön/Leask, Festerling/Nowak – Reimer/Stastny/James, Bayda/Jaspers/Reinprecht, Frosch/Chouinard/Ehliz, Weiß/Rupprich/Aab
Tore: 1:0 Murphy (17:01) 1:1 Borer (20:52/ 5-4), 2:1 Oppenheimer (24:36), 3:1 Collins (52:58/5-4), 3:2 Borer (53:30), 4:2 Murphy (59:25/5-6).
Schiedsrichter: Steinecke/Schütz.
Zuschauer: 7521.
Strafminuten: 8 – 10.
Außerdem spielten: Berlin – Köln 1:3, Iserlohn – Straubing 3:5, München – Hannover 0:1, Ingolstadt – Krefeld 4:3, Wolfsburg – Mannheim 4:2, Augsburg – Düsseldorf 2:3 n.V.
Tabelle: 1. Köln 38 Spiele/75 Punkte, 2. Mannheim 39/72, 3. Hamburg 40/68,...10. Nürnberg 39/ 55, 11. Iserlohn 39/53,... 14. Düsseldorf 40/39

Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13
Fr. 03.05.13