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Ice Tigers: Keine Zeit für große Emotionen

Der Ex-Nürnberger Patrick Ehelechner besucht mit Augsburg die Ice Tigers - 31.01.2013 06:58 Uhr

NÜRNBERG  - Seine letzten Worte an die Fans der Ice Tigers waren: "Ich hoffe, dass sie mich als Mensch nicht vergessen. Vielleicht sagen sie ja: Mei, der Patrick, das war kein Bazi." Am Freitag (19.30 Uhr) kehrt Patrick Ehelechner zurück in die Arena, die Wahrscheinlichkeit, dass er zum Bazi wird, ist nicht gering.

Arbeitsplatztausch: Patrick Ehelechner (rechts) verließ Nürnberg gen Augsburg, wo er den Posten von Tyler Weiman (links) übernahm, Weiman trat Ehelechners Nachfolge bei den Ice Tigers an.
Arbeitsplatztausch: Patrick Ehelechner (rechts) verließ Nürnberg gen Augsburg, wo er den Posten von Tyler Weiman (links) übernahm, Weiman trat Ehelechners Nachfolge bei den Ice Tigers an.
Foto: Roland Fengler
Arbeitsplatztausch: Patrick Ehelechner (rechts) verließ Nürnberg gen Augsburg, wo er den Posten von Tyler Weiman (links) übernahm, Weiman trat Ehelechners Nachfolge bei den Ice Tigers an.
Arbeitsplatztausch: Patrick Ehelechner (rechts) verließ Nürnberg gen Augsburg, wo er den Posten von Tyler Weiman (links) übernahm, Weiman trat Ehelechners Nachfolge bei den Ice Tigers an.
Foto: Roland Fengler

Sein jüngster Arbeitstag war nach zehn Minuten und 47 Sekunden beendet. Da hatte Patrick Ehelechner den Puck bereits dreimal aus seinem Tor geholt, die Krefeld Pinguine führten 3:0. Von der Bank aus durfte er beobachten, wie seine Kollegen noch einmal herankamen, dann aber doch 3:4 unterlagen. Es war kein gutes Wochenende für Ehelechner und seinen Augsburger EV – und als solches ziemlich ungewöhnlich in dieser Saison.

In 41 Spielen hat der stets mit seinem niedrigen Etat kokettiernde Klub bislang 61 Punkte geholt. Dass der AEV zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt noch alle Chancen hat, ist eine Überraschung dieser Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die latente Schwäche der finanziell potenten Ice Tigers (56 Punkte in 40 Spielen) ist die andere. Mit dem Torhütertausch der beiden fränkisch-schwäbischen Derby-Rivalen haben diese Überraschungen allerdings nur wenig zu tun. Ehelechner ist überragend in die Saison gestartet, Tyler Weiman, Ehelechners Nachfolger in Nürnberg, eher nicht, beide waren zwischenzeitlich verletzt – mittlerweile haben sie sich statistisch einander angenährt.

"Ich habe das Vertrauen“


Ehelechner dürfte die Spielzeit aber trotzdem entspannter erleben als Weiman. Als letzte Amtshandlung tauschte Jeff Tomlinson den Kanadier beim desaströsen 0:3 in München aus, in der DEL war das für Weiman eine völlig neue Situation. Ein neuer Trainer kam, das Winter Game, nach dem er sich zu Recht von der gesamten Nordkurve des Frankenstadions hatte feiern lassen, und die aktuelle Niederlagenserie. Dazu kommt die ständige Unruhe im Umfeld und der Druck, den der ehrgeizige Andreas Jenike auf ihn ausübt. Ehelechner hingegen sagt, wie wohl er sich als Nachfolger von Weiman in Augsburg fühlt. „Ich habe das volle Vertrauen des Klubs.“

Dass er das in Nürnberg nicht immer so empfunden hat, dass ihn der kühle Abschied nach fünf Jahren enttäuscht hat, das muss man sich dazudenken. Patrick Ehelechner ist 28 Jahre alt, er hat sich abgewöhnt, der Vergangenheit hinterherzutrauern. „Die Stimmung in der Kabine ist sehr gut, mein Verhältnis zu Larry (Mitchell, Augsburgs Trainer, die Red.) auch. Lothar Sigl (der Hauptgesellschafter) ist ein sehr angenehmer, zurückhaltender Mann.“

So wirkt der Torhüter am Telefon auch. In der Kabine soll das vor dem jüngsten Nürnberger Gastspiel ganz anders gewesen sein. Ehelechner hatte seine Kollegen daran erinnert, wie wichtig ihm gerade dieses Spiel sei. 40 Spielminuten später hatte er den Puck zweimal aus dem Tor holen müssen, weitere 25 Minuten und ein Penalty-Schießen später hatte Augsburg doch noch gewonnen – und Ehelechner, der Bazi, war der Matchwinner. 

SEBASTIAN BÖHM


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Kurzbeschreibung:
Die Nürnberg Ice Tigers sind ein Verein in der Deutschen Eishockey Liga DEL; seit Mai 2009 firmiert die Mannschaft unter dem Namen Thomas Sabo Ice Tigers. Hervorgegangen ist das Profiteam aus dem EHC 80 Nürnberg, der seit 2009 auch wieder als Stammverein fungiert. Heimspielstätte ist seit 2001 die Arena Nürnberger Versicherung.
Die größten Erfolge waren bislang die erreichten Meisterschafts-Finalserien in den Jahren 1999 und 2007, in denen die Nürnberger jeweils an den Adler Mannheim scheiterten.
Nach der enttäuschend verlaufenen Saison 2011/2012, die die Tigers nur auf dem vorletzten Platz abschlossen, wollte die Mannschaft unter Trainer Jeff Tomlinson in dieser Saison wieder vorne angreifen, was bis in den Winter hinein jedoch misslang. Bengt-Ake Gustafsson sollte Nürnbergs Kufencracks als neuer Coach nun zurück in die Erfolgsspur bringen. Leider misslang dieses Vorhaben, die Ice Tigers scheiterten bereits in den Pre-Playoffs und Thomas Sabo hatte genug gesehen: Sportdirektor Lorenz Funk und Gustafsson mussten ihren Hut nehmen, am Kurt-Leucht-Weg standen die Zeichen auf Neuanfang.


Der Ice-Tigers-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader Ice Tigers