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Sein jüngster Arbeitstag war nach zehn Minuten und 47 Sekunden beendet. Da hatte Patrick Ehelechner den Puck bereits dreimal aus seinem Tor geholt, die Krefeld Pinguine führten 3:0. Von der Bank aus durfte er beobachten, wie seine Kollegen noch einmal herankamen, dann aber doch 3:4 unterlagen. Es war kein gutes Wochenende für Ehelechner und seinen Augsburger EV – und als solches ziemlich ungewöhnlich in dieser Saison.
In 41 Spielen hat der stets mit seinem niedrigen Etat kokettiernde Klub bislang 61 Punkte geholt. Dass der AEV zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt noch alle Chancen hat, ist eine Überraschung dieser Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die latente Schwäche der finanziell potenten Ice Tigers (56 Punkte in 40 Spielen) ist die andere. Mit dem Torhütertausch der beiden fränkisch-schwäbischen Derby-Rivalen haben diese Überraschungen allerdings nur wenig zu tun. Ehelechner ist überragend in die Saison gestartet, Tyler Weiman, Ehelechners Nachfolger in Nürnberg, eher nicht, beide waren zwischenzeitlich verletzt – mittlerweile haben sie sich statistisch einander angenährt.
Ehelechner dürfte die Spielzeit aber trotzdem entspannter erleben als Weiman. Als letzte Amtshandlung tauschte Jeff Tomlinson den Kanadier beim desaströsen 0:3 in München aus, in der DEL war das für Weiman eine völlig neue Situation. Ein neuer Trainer kam, das Winter Game, nach dem er sich zu Recht von der gesamten Nordkurve des Frankenstadions hatte feiern lassen, und die aktuelle Niederlagenserie. Dazu kommt die ständige Unruhe im Umfeld und der Druck, den der ehrgeizige Andreas Jenike auf ihn ausübt. Ehelechner hingegen sagt, wie wohl er sich als Nachfolger von Weiman in Augsburg fühlt. „Ich habe das volle Vertrauen des Klubs.“
Dass er das in Nürnberg nicht immer so empfunden hat, dass ihn der kühle Abschied nach fünf Jahren enttäuscht hat, das muss man sich dazudenken. Patrick Ehelechner ist 28 Jahre alt, er hat sich abgewöhnt, der Vergangenheit hinterherzutrauern. „Die Stimmung in der Kabine ist sehr gut, mein Verhältnis zu Larry (Mitchell, Augsburgs Trainer, die Red.) auch. Lothar Sigl (der Hauptgesellschafter) ist ein sehr angenehmer, zurückhaltender Mann.“
So wirkt der Torhüter am Telefon auch. In der Kabine soll das vor dem jüngsten Nürnberger Gastspiel ganz anders gewesen sein. Ehelechner hatte seine Kollegen daran erinnert, wie wichtig ihm gerade dieses Spiel sei. 40 Spielminuten später hatte er den Puck zweimal aus dem Tor holen müssen, weitere 25 Minuten und ein Penalty-Schießen später hatte Augsburg doch noch gewonnen – und Ehelechner, der Bazi, war der Matchwinner.

Do. 23.05.13
Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13