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Ice Tigers: Normalität am Kurt-Leucht-Weg

Nürnberg quält sich zu einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen Iserlohn - 20.01. 22:18 Uhr

NÜRNBERG  - Die Thomas Sabo Ice Tigers bleiben 2012 zu Hause ungeschlagen. Das 3:2 gegen Iserlohn nach Verlängerung war für die erhoffte Aufholjagd aber wahrscheinlich zu wenig.

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Wieder einmal ging es für die Ice Tigers nach einem 2:2-Stand in der 60. Minute in die Verlängerung. Eigentlich kein gutes Omen, mögen vielleicht einige pessimistischen Fans gedacht haben. Doch am Freitag kam es anders als befürchtet: Das 3:2 fiel in der 65. Minute und bescherte den Ice Tigers den Sieg.

Gespielt wurde wie immer in der Arena am Kurt-Leucht-Weg. Still und starr ruhte derweil das Frankenstadion, das erst am 5. Januar 2013 zum Eisstadion werden soll. Der angeblich umworbene Michael Hackert lief für den Gegner auf. Und Peter Draisaitl gab erneut den Trainer hinter der Nürnberger Bande. Zumindest für über 60 Spielminuten kehrte gegen Iserlohn bei den Thomas Sabo Ice Tigers gestern Abend wieder Normalität ein – in jeglicher Hinsicht.

Nach dem Schmankerl in der Vorwoche gegen die Berliner Eisbären bot das 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0) gegen die Iserlohn Roosters Hausmannskost, war im Hinblick auf ein versöhnliches Saisonende wichtiger als das Eishockey-Fest gegen den Tabellenführer. Wahrscheinlich entwickelte sich das Geschehen zwischen den beiden im neuen Jahr durchaus formstarken Mannschaften genau deshalb so zäh und ereignislos.


Im verzweifelten Kampf, zum großen Mittelfeld der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aufzuschließen, darf sich Nürnberg keinen Fehler mehr erlauben. Iserlohn legt derweil keinen Wert darauf, einen weiteren Konkurrenten hinzu zu gewinnen. Beide Teams konnten sich von dieser Ausgangslage nicht freimachen.

Leebs Lupfer

Die Ice Tigers starteten immerhin unbeeindruckt von den Spekulationen um eine neue, weitaus offensivere Transferpolitik. Die Spieler haben sich offensichtlich daran gewöhnt, dass sie sich bei niemandem für eine Vertragsverlängerung empfehlen können, weil Lorenz Funk seit Wochen auf Spielerbeobachtungstour zwischen Ontario und Nordböhmen unterwegs ist. Und so entging dem Manager auch, wie kunstfertig Greg Leeb den Puck zum 1:0 ins Iserlohner Tor lupfte. Tatsächlich hatte der Zufall mitgeholfen, Leeb den Puck nicht richtig getroffen. Bemerkenswerter und erfreulicher war ohnehin die Vorarbeit.

Nach einem halben Jahr Pause benötigte Ryan Bayda gerade einmal sechs Minuten für den ersten Punkt nach seinem Achillesehnenriss. Es folgten noch einige Kunstschüsse (Frosch, Aab) und leichtfertig vergebene Angriffe und der erste Seitenwechsel, dann verkrampften die Ice Tigers. Mehrmals setzten sich die Roosters im Nürnberger Drittel fest, mehrmals musste Patrick Ehelechner eingreifen. Nach einem Puckverlust von Alexander Oblinger war der Torhüter bei Mike Yorks Schlagschuss allerdings machtlos (23.). Verflogen war die Nürnberger Leichtigkeit.

Im zweiten Abschnitt gelangen den Ice Tigers überhaupt nur zwei gelungene Spielzüge. Einen davon trugen zwei unwahrscheinliche Kandidaten vor: Yasin Ehliz kam nach einem feinen Doppelpass mit Martin Walter frei vor Sebastien Caron zum Abschluss – und traf zum 2:1 (39.). Iserlohn reagierte ... zunächst einmal gar nicht. Die Gäste verengten die Räume in der neutralen Zone und wurden ebenfalls durch den Zufall belohnt. Jee Giuliano löffelte einen Abpraller an Ehelechner vorbei (47.). Stastny (55.), Sven Butenschön (57.) und Greg Leeb (60.) hatten danach beste Chancen auf den Siegtreffer – das 2:2 nach 60 Minuten aber war gerecht.

In der Verlängerung waren die am Sonntag spielfreien Ice Tigers erneut aktiver. Während ausgerechnet Hackert auf der Strafbank saß, scheiterten Joseph und Kemp an ihrer Harmlosigkeit (64.) und Hackert im Gegenzug an Ehelechner. Der entscheidende Treffer fiel weniger spektakulär. Paul Traynor stocherte die Scheibe aus dem Gewühl über die Linie. Schön, wenn der Alltag so endet.

Nürnberg: Ehelechner; Pollock/Leask, Kemp/Butenschön, Walter/Traynor, Schüle – Joseph/Stastny/Collins, Aab/Barta/Frosch, Oblinger/G. Leeb/Bayda, Grygiel/Fischhaber/Ehliz. – Tore: 1:0 G. Leeb (6:06), 1:1 York (22:29), 2:1 Ehliz (38:15), 2:2 Giuliano (46:40), 3:2 Traynor (64:47). – Schiedsrichter: Oswald. – Zuschauer: 3759. – Strafminuten: 8 – 12 + 10 Spina.

Ferner: ERC Ingolstadt – Adler Mannheim 4:2, Hamburg Freezers – Augsburger Panther 1:3, DEG Metro Stars – Hannover Scorpions 6:3, Eisbären Berlin – EHC München 1:2, Straubing Tigers – Kölner Haie 5:2, Grizzly Adams Wolfsburg – Krefeld Pinguine 3:0. – Tabelle: 1. Eisbären Berlin 38/73, 2. Adler Mannheim 38/70, 3. ERC Ingolstadt 38/69, ... 10. Iserlohn Roosters 38/54, 11. Augsburger Panther 38/51, 12. Krefeld Pinguine 38/47, 13. Nürnberg Ice Tigers 38/41, 14. Hannover Scorpions 39/36. 



seb

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Kurzbeschreibung:
Die Nürnberg Ice Tigers sind ein Verein in der Deutschen Eishockey Liga DEL; seit Mai 2009 firmiert die Mannschaft unter dem Namen Thomas Sabo Ice Tigers. Hervorgegangen ist das Profiteam aus dem Eishockeycklub EHC 80 Nürnberg, der seit 2009 auch wieder als Stammverein fungiert. Heimspielstätte ist seit 2001 die Arena Nürnberger Versicherung. Die größten Erfolge waren bislang die erreichten Meisterschafts-Finalserien in den Jahren 1999 und 2007, in denen die Nürnberger jeweils an Rekordmeister Adler Mannheim scheiterten. Nach der Trennung von Headcoach Andreas Brockmann nach drei verlorenen Spielen zum Saisonauftakt 2011/12 werden die Ice Tigers seit dem 26. September 2011 vom ehemaligen Nationalspieler Peter Draisaitl trainiert.


Der Ice-Tigers-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12