Immerhin der DJ hatte einen schönen Einfall. „Drei verliebte Pinguine“ wird zwar sonst wahrscheinlich nur noch bei Ü40-Feiern eingespielt. Zur Ankündigung von Krefelder Verfehlungen aber passte dieses nicht ganz Unrecht in Vergessenheit geratene Erzeugnis österreichischer Liedermacherkunst ganz ausgezeichnet. Leider ist damit aus Nürnberger Sicht auch schon einer der beiden Höhepunkte dieses Abends aufgezählt. Das 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) gegen die selbst ernannten Pinguine vom Niederrhein diente als hervorragendes Argument für die Wiedereinführung des Abstiegs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).
In Augsburg, Straubing und Iserlohn kennt man solche Spiele, die für die Heimmannschaft nur noch theoretisch von Brisanz sind. In Nürnberg können sich wahrscheinlich nur noch jene Fans an solch triste Zeiten erinnern, die „Drei verliebte Pinguine“ sofort der Ersten Allgemeinen Verunsicherung zuordnen konnten. Elf Spielzeiten in Folge beendeten die Ice Tigers mit einer Play-off-Partie, diese Spielzeit aber wird am 11. März mit einer Auswärtsfahrt nach Krefeld enden, die der Pinguine allerdings auch. Krefeld war gestern Abend genau dieses eine Tor der Ex-Nürnbergers Herberts Vasiljevs (5.) weniger schlecht. Das 0:2 durch Roland Verwey (58.) war nurmehr die Folge bescheiden verstärkter Offensivbemühungen der Ice Tigers.
Aufmerksamen Liebhabern dieses Sports bot die 60-minütige Begegnung der beiden Nachbarn im Tabellenkeller trotz des insgesamt eher dürftigen Niveaus immerhin so manch Bemerkenswertes: Patrick Ehelechners Privatduell mit Boris Blank zum Beispiel, überhaupt die Paraden, mit denen Nürnbergs Schlussmann Krefeld vermeintlich sicherer Treffer beraubte oder, nunja, Ryan Baydas Lattenknaller (24.). Mehr Offensive war nicht. Mehr Offensive war allerdings auch nicht zu erwarten.
Die Ice Tigers müssen seit Wochen ohne Eric Chouinard auskommen, gestern meldete sich auch Yan Stastny wegen muskulärer Probleme im Hüftbereich ab. Fünf Tore hatte Nürnberg in den bisherigen zwei Spielen gegen Krefeld erzielt, vier davon mit Beteiligung von Chouinard und Stastny. Den Nürnbergern mangelte es nicht am Bemühen. Gegen eine Mannschaft, die zumindest noch um ihre theoretische Play-off-Chance kämpft, war das zu wenig. Nürnberg fehlte es an Ideen, Impulsen und Präzision.
Für das Auswärtsspiel in Mannheim am Sonntag (14.30 Uhr) bleibt da nur wenig Hoffnung. Die Verantwortlichen, so scheint es, haben die aktuelle Saison ohnehin schon abgeschrieben. Die Fans nicht. Erstmals in dieser Saison wurde die Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet. Kein schöner, aber ein verständlicher Einfall.
Nürnberg: Ehelechner; Pollock/Leask, Kemp/Butenschön, Walter/Traynor, Schüle – B. Leeb/Joseph/Collins, Aab/Barta/Frosch, Oblinger/G. Leeb/Bayda, Grygiel/Fischhaber/Ehliz. – Tore: 0:1 Vasiljevs (4:30), 0:2 Verwey (57:16). – Schiedsrichter: Brüggemann. – Zuschauer: 3817. – Strafminuten: 14 – 8.
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Mi. 22.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12
Mo. 20.02.12