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Am Freitagnachmittag, irgendwann vor dem Abendspiel gegen Augsburg, war Bengt-Ake Gustafsson überrascht. Das ist insofern von Nachrichtenwert, als man dem sehr entspannten Schweden nicht zugetraut hatte, überrascht sein zu können. Als sich der Trainer der Thomas Sabo Ice Tigers aber zwischendurch mit der Auswärtsbilanz seiner Mannschaft beschäftigte, war es soweit. „Wow“, will er zu sich selbst gesagt haben, „drei Siege, das ist nicht viel.“ Und dann erst ist ihm aufgefallen, wie oft sie in dieser Saison noch auswärts antreten müssen.
Gustafsson hat das am späten Freitagabend mit der ihm eigenen Nonchalance erzählt. Das Spiel gegen Augsburg wurde dank einer hervorragenden ersten Spielhälfte 6:4 (3:0, 2:1, 1:3) gewonnen, das Showtraining am Samstag störte den Schweden, aber eben auch nicht so sehr, dass er sich davon aus der Ruhe hätte bringen lassen, und das mit der Auswärtsschwäche würde man schon hinbekommen. Schließlich hätten die Ice Tigers dazu ausreichend Gelegenheit – acht der abschließenden elf Vorrundenspiele fänden schließlich auf fremdem Eis statt. 48 Stunden später hatte Nürnberg das erste davon mit ungeahnter Souveränität gewonnen. Das 4:1 (3:0, 1:1, 0:0) war der erste Auswärtssieg im neuen Jahr und ein weiterer Beweis für den sanften Aufwärtstrend der Ice Tigers.
Denn Gustafsson war entspannt, mit dem Heimsieg aber nicht gänzlich zufrieden. Nach dem komfortablen Zwischenstand habe seine Mannschaft „zu sehr nachgelassen“, den Augsburgern zu viel Raum gegeben, „das müssen wir in den Griff bekommen“. Und offenbar war dazu nicht mehr nötig als ein lockeres Samstagstraining vor rund 300 Fans. In Straubing überstanden die Ice Tigers am Sonntag eine vierminütige Drangphase der Gastgeber dank des Könnens ihres Torhüters Tyler Weiman und erzielten ihre Treffer danach mit einer ungeahnten Leichtigkeit. Die Tore durch Ryan Bayda (wunderbar vorbereitet durch Steven Reinprecht), Jason Jaspers, der einen bewusst am Tor vorbeigeschossenen Festerling-Schlagschuss verwertete, Connor James (Abpraller) und Yan Stastny, der einen Pollock-Schlenzer ablenkte, waren Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins der Ice Tigers.
Die Schiedsrichter hätten nach 22 Minuten bereits abpfeifen können, stattdessen aber wollten Marcus Brill und Stefan Vogl selbst noch ein wenig zur Unterhaltung beitragen. Ihre nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen ermöglichten dem unvermeidlichen René Röthke noch das 1:4 im Powerplay (26.). Mehr passierte in Straubing danach nicht mehr.
Bis Donnerstag werden die Ice Tigers trainieren – „und zwar hart“ (Gustafsson). Dann haben sie vier Tage frei, um sich mental auf ihre Auswärtsreisen vorzubereiten.
Nürnberg: Weiman; Pollock/Borer, Butenschön/Festerling, Leask/Nowak – Reimer/Stastny/James, Reinprecht/Jaspers/Bayda, Ehliz/Chouinard/Frosch, Aab/Weiß/Rupprich.
Tore: 0:1 Bayda (07:09), 0:2 Jaspers (10:03), 0:3 James (11:58), 0:4 Stastny (21:49), 1:4 Röthke (25:29(5-3). – Schiedsrichter: Brill/Vogl. – Zuschauer: 5476. – Strafminuten: 4 – 14 plus 10 (Leask).

Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13
Fr. 03.05.13