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Michael Elmer stand wie so oft im Hintergrund. Die Ice Tigers hatten sich nach einem wenig zufriedenstellenden Spiel gegen den EHC München im Penaltyschießen doch noch zwei Punkte geholt, die Spieler gingen gerade auf die Ehrenrunde. Doch das war nicht der Grund, warum Michael Elmer lächelte. Der Torhütertrainer der Ice Tigers lächelt eigentlich immer — auch an Abenden, die unerfreulich beginnen und sehr erfreulich ausklingen.
Elmer wurde gefragt, was denn nun mit Tyler Weiman sei. Die Nummer eins im Tigertor war beim Stand von 0:1 nach den ersten 20 Minuten in der Kabine geblieben. Eine schwere Verletzung des Kanadiers wollte Elmer nicht bestätigen, er konnte es auch nicht. Weiman wird heute genauer untersucht. Beim 2:3 (1:0, 1:0, 2:2, 0:0, 0:1) in Augsburg durfte deshalb Andreas Jenike zum zweiten Mal an diesem Wochenende beweisen, dass all das Lob nicht übertrieben war.
Jenike ist einer dieser jungen, intelligenten und bodenständigen Spieler aus Bad Tölz, die den Ice Tigers eine lokale Einfärbung geben. Seit zwei Jahren wird er in Nürnberg für seine tadellose Einstellung, seinen großen Ehrgeiz und sein Talent gelobt — spielen durfte er trotzdem nur selten. „Das macht nicht immer Spaß“, sagte Jenike vor dem Winter Game, das er im Regen verfolgen musste. „Aber es hilft ja nix.“
Dass ihm Weimans Knieverletzung eine Woche später die Chance bot, sich auszuzeichnen, konnte er da noch nicht wissen. Jenike zeigte eine solide Leistung und wurde im Penaltyschießen zum Helden. Jenike vereitelte alle Münchner Versuche. Auch sein Gegenüber glänzte, Jason Jaspers mogelte die Scheibe trotzdem an Jochen Reimer vorbei. „Jochen ist zweimal Torhüter des Jahres, zu Recht“, sagte Elmer, „aber Andi braucht sich nicht zu verstecken.“
In Augsburg kam es wieder zum Duell der Torhüter, Jenike und Patrick Ehelechner waren Kollegen in Nürnberg. Gestern waren sie Konkurrenten. Ehelechner wurde zweimal von Yan Stastny überwunden — beide Treffer (14., 24.) hatte Connor James vorbereitet. Jenike wurde derweil bestens bewacht, die Ice Tigers zeigten lange das perfekte Auswärtsspiel, kontrollierten die neutrale Zone, verengten die Räume, ließen nur Schüsse aus spitzen Winkeln zu.
Eine sehr feine Einzelleistung von Peter MacArthur änderte die Stimmung in der zugigen Halle, der Anschlusstreffer veränderte die Kräfteverhältnisse, verschwunden war die Souveränität der Ice Tigers, Augsburg schnürte die Gäste in deren Drittel ein und Ryan Thang (51.) überwand Jenike ein zweites Mal. Das Auswärtsspiel am Sonntag kehrte die Verhältnisse des Heimspiels am Freitag um.
Gegen München fanden die Ice Tigers überhaupt nicht in die Partie, Bengt-Ake Gustafsson gestand danach, dass die Mannschaft mental nicht vorbereitet gewesen sei. Mit viel Aufwand glichen Patrick Reimer (55.) und Yasin Ehliz (57.) im Schlussdrittel aus, dann übernahm Jenike. In Augsburg verloren die Ice Tigers erst im Schlussdrittel die Linie — und diesmal konnte Jenike sein Team im Penaltyschießen nicht retten.
Der bislang als Penalty-Spezialist unbekannte Ehelechner ließ Reimer scheitern, erneut Thang Jenike keine Chance — den Ice Tigers blieb nach einem lange Zeit sehr guten Auswärtsspiel nur ein Punkt. Zusammen mit den zwei Punkten aus einem eher schwachen Heimspiel war das insgesamt: zu wenig. Für Andreas Jenike war es trotzdem ein gutes Wochenende.
Nürnberg: Jenike; Pollock/Borer, Butenschön/Festerling, Leask/Nowak, Schüle – Reimer/Stastny/James, Ehliz/Chouinard/Frosch, Reinprecht/Jaspers/Bayda, Aab/Weiß/Rupprich. – Tore: 0:1 Stastny (13:10), 0:2 Stastny (23:33), 1:2 MacArthur (44:26), 2:2 Thang (50:13), 2:3 Thang (Penalty).

Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13
Fr. 03.05.13