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Ice Tigers verlieren in Augsburg nach Penaltyschießen

2:0-Führung verschenkt - Insgesamt zu wenig - 13.01.2013 22:01 Uhr

AUGSBURG  - Zwei Penaltyschießen, ein Sieg, eine Niederlage, die Wochenendbilanz der Thomas Sabo Ice Tigers ist ausgeglichen, aber nicht zufriedenstellend. Schon am Freitag hatte sich der Stammtorhüter verletzt — aber das war Nürnbergs geringstes Problem.

Der junge Torwart Andreas Jenike bekam im abschließenden Abschnitt viel zu tun und hatte reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Der junge Torwart Andreas Jenike bekam im abschließenden Abschnitt viel zu tun und hatte reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / MaWi
Der junge Torwart Andreas Jenike bekam im abschließenden Abschnitt viel zu tun und hatte reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Der junge Torwart Andreas Jenike bekam im abschließenden Abschnitt viel zu tun und hatte reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / MaWi

Michael Elmer stand wie so oft im Hintergrund. Die Ice Tigers hatten sich nach einem wenig zufriedenstellenden Spiel gegen den EHC München im Penaltyschießen doch noch zwei Punkte geholt, die Spieler gingen gerade auf die Ehrenrunde. Doch das war nicht der Grund, warum Michael Elmer lächelte. Der Torhütertrainer der Ice Tigers lächelt eigentlich immer — auch an Abenden, die unerfreulich beginnen und sehr erfreulich ausklingen.

Elmer wurde gefragt, was denn nun mit Tyler Weiman sei. Die Nummer eins im Tigertor war beim Stand von 0:1 nach den ersten 20 Minuten in der Kabine geblieben. Eine schwere Verletzung des Kanadiers wollte Elmer nicht bestätigen, er konnte es auch nicht. Weiman wird heute genauer untersucht. Beim 2:3 (1:0, 1:0, 2:2, 0:0, 0:1) in Augsburg durfte deshalb Andreas Jenike zum zweiten Mal an diesem Wochenende beweisen, dass all das Lob nicht übertrieben war.

Souveräner Start


Jenike ist einer dieser jungen, intelligenten und bodenständigen Spieler aus Bad Tölz, die den Ice Tigers eine lokale Einfärbung geben. Seit zwei Jahren wird er in Nürnberg für seine tadellose Einstellung, seinen großen Ehrgeiz und sein Talent gelobt — spielen durfte er trotzdem nur selten. „Das macht nicht immer Spaß“, sagte Jenike vor dem Winter Game, das er im Regen verfolgen musste. „Aber es hilft ja nix.“

Dass ihm Weimans Knieverletzung eine Woche später die Chance bot, sich auszuzeichnen, konnte er da noch nicht wissen. Jenike zeigte eine solide Leistung und wurde im Penaltyschießen zum Helden. Jenike vereitelte alle Münchner Versuche. Auch sein Gegenüber glänzte, Jason Jaspers mogelte die Scheibe trotzdem an Jochen Reimer vorbei. „Jochen ist zweimal Torhüter des Jahres, zu Recht“, sagte Elmer, „aber Andi braucht sich nicht zu verstecken.“

Bilderstrecke zum Thema
Am Sonntag mussten die Ice Tigers zum zweiten Derby in Folge antreten. Nach dem 3:2-Erfolg gegen Red Bull München hießen die Gegner zwei Tage später Augsburg Panther. Nach einer 2:0-Führung gaben die Nürnberger das Spiel noch aus den Händen und unterlagen diesmal im Penaltyschießen mit 2:3.

In Augsburg kam es wieder zum Duell der Torhüter, Jenike und Patrick Ehelechner waren Kollegen in Nürnberg. Gestern waren sie Konkurrenten. Ehelechner wurde zweimal von Yan Stastny überwunden — beide Treffer (14., 24.) hatte Connor James vorbereitet. Jenike wurde derweil bestens bewacht, die Ice Tigers zeigten lange das perfekte Auswärtsspiel, kontrollierten die neutrale Zone, verengten die Räume, ließen nur Schüsse aus spitzen Winkeln zu.

Eine sehr feine Einzelleistung von Peter MacArthur änderte die Stimmung in der zugigen Halle, der Anschlusstreffer veränderte die Kräfteverhältnisse, verschwunden war die Souveränität der Ice Tigers, Augsburg schnürte die Gäste in deren Drittel ein und Ryan Thang (51.) überwand Jenike ein zweites Mal. Das Auswärtsspiel am Sonntag kehrte die Verhältnisse des Heimspiels am Freitag um.

Gegen München fanden die Ice Tigers überhaupt nicht in die Partie, Bengt-Ake Gustafsson gestand danach, dass die Mannschaft mental nicht vorbereitet gewesen sei. Mit viel Aufwand glichen Patrick Reimer (55.) und Yasin Ehliz (57.) im Schlussdrittel aus, dann übernahm Jenike. In Augsburg verloren die Ice Tigers erst im Schlussdrittel die Linie — und diesmal konnte Jenike sein Team im Penaltyschießen nicht retten.

Der bislang als Penalty-Spezialist unbekannte Ehelechner ließ Reimer scheitern, erneut Thang Jenike keine Chance — den Ice Tigers blieb nach einem lange Zeit sehr guten Auswärtsspiel nur ein Punkt. Zusammen mit den zwei Punkten aus einem eher schwachen Heimspiel war das insgesamt: zu wenig. Für Andreas Jenike war es trotzdem ein gutes Wochenende.

Nürnberg: Jenike; Pollock/Borer, Butenschön/Festerling, Leask/Nowak, Schüle – Reimer/Stastny/James, Ehliz/Chouinard/Frosch, Reinprecht/Jaspers/Bayda, Aab/Weiß/Rupprich. – Tore: 0:1 Stastny (13:10), 0:2 Stastny (23:33), 1:2 MacArthur (44:26), 2:2 Thang (50:13), 2:3 Thang (Penalty). 

pmü/seb


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Kurzbeschreibung:
Die Nürnberg Ice Tigers sind ein Verein in der Deutschen Eishockey Liga DEL; seit Mai 2009 firmiert die Mannschaft unter dem Namen Thomas Sabo Ice Tigers. Hervorgegangen ist das Profiteam aus dem EHC 80 Nürnberg, der seit 2009 auch wieder als Stammverein fungiert. Heimspielstätte ist seit 2001 die Arena Nürnberger Versicherung.
Die größten Erfolge waren bislang die erreichten Meisterschafts-Finalserien in den Jahren 1999 und 2007, in denen die Nürnberger jeweils an den Adler Mannheim scheiterten.
Nach der enttäuschend verlaufenen Saison 2011/2012, die die Tigers nur auf dem vorletzten Platz abschlossen, wollte die Mannschaft unter Trainer Jeff Tomlinson in dieser Saison wieder vorne angreifen, was bis in den Winter hinein jedoch misslang. Bengt-Ake Gustafsson sollte Nürnbergs Kufencracks als neuer Coach nun zurück in die Erfolgsspur bringen. Leider misslang dieses Vorhaben, die Ice Tigers scheiterten bereits in den Pre-Playoffs und Thomas Sabo hatte genug gesehen: Sportdirektor Lorenz Funk und Gustafsson mussten ihren Hut nehmen, am Kurt-Leucht-Weg standen die Zeichen auf Neuanfang.


Der Ice-Tigers-Kader in der Saison 2012/13

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