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Ice Tigers wollen ohne Schnörkel zum Heimsieg

Am Freitagabend gegen Düsseldorf zählt nur "einfaches, primitives Eishockey" - 29.11.2012 15:00 Uhr

Geradewegs Richtung Tor und großer Karriere: Yasin Ehliz (schwarzes Trikot) gehört bislang zu den Gewinnern der Saison.

Geradewegs Richtung Tor und großer Karriere: Yasin Ehliz (schwarzes Trikot) gehört bislang zu den Gewinnern der Saison. © Wolfgang Zink


Die Situation ist noch etwas ungewohnt, dabei hatten die Thomas Sabo Ice Tigers vor der Saison eigentlich gehofft, dass so etwas wie zwei Siege in Folge Alltag sein würden. Immerhin ist die Mannschaft im Sommer für viel Geld um mehr als ein Dutzend, zum Teil hochkarätige Spieler aufgerüstet worden.

Weil das aber noch nicht so recht funktionieren will mit dem Gewinnen, freut man sich bei den Tigers jetzt umso mehr über dieses neuartige Gefühl, nach dem 2:1-Sieg in Straubing und dem 7:6 im munteren Scheibenschießen gegen Iserlohn. „Nach dem Sechs-Punkte-Wochenende ist auch die Stimmung endlich wieder besser in der Kabine“, verrät Yasin Ehliz.

Der 19-Jährige ist eine der großen Überraschungen in dieser DEL-Saison, die bislang noch gar nicht so läuft, wie es sich die Ice Tigers erwünscht haben. Was wiederum aber umso mehr für das Talent des jungen Spielers spricht. „Ich spüre viel mehr Vertrauen vom Trainerteam als letztes Jahr, bekomme mehr Eiszeit und harmoniere ganz gut mit den Mitspielern“, findet Ehliz. Ein besonderes Rezept für seinen enormen Leistungssprung gebe es keines: „Im Sommer habe ich trainiert wie sonst auch immer.“

Ein Tor als Geschenk

Die Harmonie mit den Teamkameraden ist sogar so groß, dass der waschechte Bad Tölzer Leuten wie Eric Chouinard gerne mal seine Tore schenkt. So geschehen beim Heimspiel gegen Ingolstadt, als der Last-Minute-Treffer zum 3:3 Mitspieler Chouinard gutgeschrieben wurde — obwohl Ehliz zuletzt an der Scheibe war. „Yasin wollte das gar nicht, dass wir es in der Statistik ändern lassen. Es sei ihm egal, wer die Tore macht“, erzählt Jeff Tomlinson, der Trainer der Ice Tigers. Er hat es trotzdem ändern lassen.

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„Was Yasin so stark macht ist sein Wille. Er setzt sich durch, bei uns und in der DEL, und er will jeden Tag, jede Minute auf dem Eis besser werden“, schwärmt Tomlinson. Er sagt Ehliz eine große Zukunft voraus. „Das beste ist: er ist erst 19. Und er hat die Fähigkeit, sich in jedem Bereich weiterzuentwickeln. Das kann nicht jeder.“

Schon in der laufenden Saison zählt Yasin Ehliz mit elf Scorerpunkten zu den Leistungsträgern. „Er wird mehr Verantwortung übernehmen müssen“, kündigt der Trainer an. Auch die Nationalmannschaft sei in naher Zukunft ein Ziel. „Momentan kommt das noch zu früh“, denkt Tomlinson.

Am Freitag wird Yasin Ehliz wieder gefragt sein, weil Aab, Kaufman, Rupprich, Buzas und Reinprecht weiter verletzt ausfallen. „Wenn die großen Namen zurückkommen, ist das nur ein zusätzlicher Anschub für mich“, sagt der 19-Jährige unbeeindruckt.

So etwas hört sein Trainer gerne, besonders, weil es am Freitag (19.30 Uhr/Arena) gegen seinen Ex-Verein aus Düsseldorf gehen wird. „Einfaches, primitives Eishockey ist gefragt, keine Schönspielerei“, warnt Tomlinson vor dem Vorletzten. Auf keinen Fall dürfe man in Konter laufen. „Geduld ist das Schlüsselwort“, so der Trainer. Das gilt auch für Yasin Ehliz. 

CHRISTOPH BENESCH

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