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Pep Guardiola, sagte gerade Peer Steinbrück, verdiene einfach zu viel Geld, verglichen mit dem Gehalt eines deutschen Bundeskanzlers seien diese zehn Millionen Euro im Jahr ja wohl ... Also gut, das hat Peer Steinbrück nicht gesagt, er hat erstaunlicherweise gar nichts gesagt über Pep Guardiola, womit er zu einer ausgesuchten Minderheit im Land zählt. Zu der gehört auch Angela Merkel, obwohl ihr Lieblingsspieler künftig von Pep Guardiola trainiert wird. Immerhin wird die Kanzlerin telefoniert haben, sie ist im Besitz von Schweinis Mobilfunknummer, und dank Merkel, vermutet jedenfalls die spanische Zeitung As, werde die Welt sicher bald erfahren, was Pep Guardiola so vorhat mit dem FC Bayern – jene Welt, die laut der Münchner tz „kurz stillstand“, als das Wunder vollbracht und Pep Guardiola nach München transferiert war.
Seither steht sie nicht mehr still, ganz im Gegenteil; und die gleichnamige Zeitung berichtet jetzt sogar, Pep Guardiola wolle sich „mit eigenen Augen ein Bild davon machen, was genau von Angela Merkel zu halten“ sei (so die Welt unter Berufung auf ein angebliches Umfeld des neuen Bayerntrainers); hat das Land also Glück, rettet Guardiola nicht nur den deutschen Fußball (womit die Süddeutsche Zeitung fest rechnet), sondern vielleicht auch noch den Euro und ergo die Nation. Von Angela Merkel hat man ja vergleichsweise wenig gehört, was macht sie eigentlich – außer sich, wie eine große Nachrichtenagentur vermeldet, anlässlich der Grünen Woche auf Käsehäppchen zu freuen? Nunja, Pep Guardiola wird es sicher bald herausfinden.
Der komplette Rest der Ballnation freut sich derweil nicht auf Käsehäppchen, sondern natürlich auf Pep Guardiola, es wird in einem halben Jahrhundert Bundesliga noch nie einen Spieltag gegeben haben, an dem jeder auch nur am Rande irgendwie Beteiligte nicht multimedial aufgefordert worden wäre, seiner Freude auf einen Trainer Ausdruck zu verleihen, der erst in einem halben Jahr antritt. Sogar Mike Büskens, der eigentlich ein paar andere Sorgen hat, wurde vor dem ARD-Mikrofon genötigt, von Guardiola zu schwärmen – weshalb ganz am Ende des Tages auffiel, dass beim FC Bayern, über dem laut diversen Beobachtern der Geist von Guardiola schwebte, am Samstag die Fußballer der Spielvereinigung Fürth in Fleisch und Blut zugegen waren.
Der Tabellenführer hatte ein wenig Mühe beim 2:0-Erfolg, weshalb Uli Hoeneß riet, die Monate bis zum Saisonende nicht bloß damit zu verbringen, sich auf Pep Guardiola zu freuen. „Seit Guardiola hier rumspukt, drehen alle durch“, sagte der Bayern-Präsident, wovon der Verfolger aus Dortmund vielleicht doch noch profitieren könnte. Der BVB zerlegte in Bremen den SV Werder mit Fünfnull, weshalb Jürgen Klopp natürlich gefragt wurde, was er denn jetzt so empfinde. Na, was wohl, sagte der BVB-Trainer: Er freue sich – auf Pep Guardiola.

