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Arjen Robben chauffierte als einer der ersten Bayern-Spieler sein schickes Rollköfferchen aus dem Kabinentrakt der Arena. Er sah aus wie ein Tourist, der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Sofort bildete sich ein Pulk von Medienvertretern, die den prominenten Holländer dringend vernehmen wollten. Unmittelbar nach dem Sieg des Tabellenführers über das Schlusslicht der Bundesliga galt die erste Frage natürlich: der Verpflichtung von Pep Guardiola. Robben wirkte keineswegs überrascht. Rückrundenstart, Bundesligafußball, Fürth — war da was?
In der Tat hatten die 71000 Zuschauer kein denkwürdiges Spektakel der Gastgeber und somit auch kein schlimmes Debakel der Gäste erlebt. Gleichwohl strebte dieses Fußballspiel von Anfang an so selbstverständlich der allseits prognostizierten Punkteverteilung entgegen wie die Isar der Donau. Sogar der Umstand, dass der haushohe Favorit seine mit mechanischer Präzision erzwungene Überlegenheit bis zur 61. Minute nur mit einem Tor garniert hatte, änderte daran nichts. Die Bayern verbuchten am Ende 76 Prozent Ballbesitz und ein Eckballverhältnis von 17:0. Deutlicher kann man nicht 2:0 gewinnen.
„Wir haben nicht so brillant gespielt, wie wir spielen können“, räumte Bayern-Trainer Jupp Heynckes so gelassen ein, wie es wohl nur Siegern gelingt. Die Fürther hätten „sehr geschickt“ verteidigt. Mike Büskens nahm den verbalen Steilpass dankbar auf. Der Rekordmeister, analysierte der Kleeblatt-Trainer, hätte nur deshalb kein Feuerwerk abgebrannt, „weil wir es nicht erlaubt haben“. Mithin sollten seine Spieler durchaus Selbstvertrauen für das kommende Heimspiel gegen Mainz 05 getankt haben. „Wir haben als Mannschaft gut funktioniert.“
Die ohnehin stark ersatzgeschwächt angereisten Fürther mussten kurzfristig noch den Ausfall von Bernd Nehrig verkraften. Der etatmäßige Rechtsverteidiger war diesmal als defensiver Mittelfeldspieler eingeplant und sollte zusammen mit Debütant Matthias Zimmermann die Kreise von Weltstar Franck Ribéry stören. Stattdessen assistierte der 20-jährigen Leihgabe aus Mönchengladbach bei dieser Herkulesaufgabe unter anderem Thanos Petsos. Büskens attestierte dem fleißigen Zimmermann „eine sehr gute Leistung“. Dennoch: Wenn bei den Münchnern neben Mario Mandzukic noch irgendjemand glänzte, dann Ribéry.
Der gewiefte Franzose versuchte immer wieder, die sich tief in der eigenen Hälfte verschanzenden Fürther in Verwirrung zu stürzen. Zunächst sprangen dabei vor allem Freistöße und Eckbälle heraus. Nach einigen mehr oder weniger zwingenden Einschussmöglichkeiten half den Roten ausgerechnet der gerade dauerhaft zur Nummer eins des Kleeblatts beförderte Wolfgang Hesl auf die Sprünge. Thomas Müller hatte einen weiten Flankenwechsel von Dante direkt zum in der Mitte lauernden Mandzukic weitergeleitet.
Der Kroate verzichtete zum Leidwesen seines Bewachers Lasse Sobiech ebenfalls auf jedweden Zierrat. Dem verdutzen Hesl glitt die Direktabnahme in Hüfthöhe unter den fangbereiten Händen hindurch. „Ein dummes Tor“ (Zimmermann) hatte die eigentlich relativ stabile Defensive des Außenseiters erstmals bezwungen. Zur Aufholjagd blies freilich niemand. Das gab weder die taktische Formation mit drei „Sechsern“ noch die individuelle Klasse des Kleeblatt-Personals her. Beispiel Rahman Baba: Der für den verletzten Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal in die erste Elf gerückte 18-Jährige aus Ghana, deutete in der Vorwärtsbewegung an, dass aus ihm einmal ein erstklassiger Fußballprofi werden kann. Andererseits unterliefen ihm auch Ballverluste, die man in der Bundesliga in dieser Form selten sieht. Es sagt im Grunde alles über das ungleiche Kräftemessen aus, dass Büskens einen Lehrling wie Baba ins kalte Wasser werfen musste, während Heynckes Hochkaräter wie Arjen Robben und Mario Gomez als Einwechselspieler in der Hinterhand hatte.
Trotz allem existierte an diesem frostigen Nachmittag, an dem Bayern-Schlussmann Manuel Neuer in 90 Minuten einen einzigen Schuss abwehren musste, tatsächlich eine Szene, in der sich — mit viel Fantasie — eine Sensation hätte anbahnen können. Zoltan Stieber wirkte etwas erschrocken, als er in der 54. Minute unverhofft im spitzen Winkel vor Neuer an den Ball kam. Statt alle Kraft in einen womöglich befreienden Torschuss zu legen, entschied sich Stieber für einen fruchtlosen Querpass. Kurz darauf gab es auf der Gegenseite einen weiteren Eckball. Mandzukic übersprang Christopher Nöthe — 2:0. Pflichtaufgabe erledigt. Feierabend. Wie war das noch gleich mit Guardiola?
München: Neuer; Lahm, van Buyten, Dante, Alaba – Martinez, Schweinsteiger – Müller (70. Robben), Kroos (70. Shaqiri), Ribéry – Mandzukic (85. Gomez).
Fürth: Hesl; Zimmermann, Kleine, Sobiech, Baba – Petsos, Pekovic, Fürstner – Sararer (87. Klaus), Stieber (90. Park) – Nöthe (67. Azemi).
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). Zuschauer: 71000 (ausverkauft). Tore: 1:0 Mandzukic (26), 2:0 Mandzukic (61.). Gelbe Karten: Martinez (2) / Baba (2).

Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Mi. 22.05.13
Di. 21.05.13
Fr. 24.05.13
Fr. 24.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13