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Kleeblatt dankt Grün

Der Torwart hält einen verdienten Sieg in Berlin fest - 30.08.10

BERLIN  - Die Spielvereinigung Greuther Fürth hat sich die Chance auf einen tollen Saisonstart in der Zweiten Liga eröffnet: Nach einem hochverdienten 2:1 bei Union Berlin kann Fürth in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Aachen und Frankfurt nachlegen.


Elfmetertöter Max Grün wird nach seiner Glanztat von Trainer Mike Büskens (links) und Co-Trainer Mirko Reichel geherzt. Seine Parade rettete dem Kleeblatt den Auswärtssieg.
Elfmetertöter Max Grün wird nach seiner Glanztat von Trainer Mike Büskens (links) und Co-Trainer Mirko Reichel geherzt. Seine Parade rettete dem Kleeblatt den Auswärtssieg.
Foto: Zink

Aus solchen Spielen, meinte Mike Büskens hinterher, könnten seine jungen Spieler unheimlich viel mitnehmen. Ein Spruch, den Fußball-Lehrer meist anbringen, wenn sie gerade eine Niederlage kommentieren müssen. Doch die Spielvereinigung nahm aus der Alten Försterei in Berlin-Köpenick nicht nur Erfahrungen mit, die der weiteren Reife dienen sollen – sondern auch drei Punkte. Und das, da war sich Büskens mit seinem Berliner Trainerkollegen Uwe Neuhaus einig, absolut verdient.

Obwohl das Spiel eben jenen kurzen Moment hatte, aus dem Büskens’ Eleven ihre Lehren ziehen sollen, jenen Moment, in dem es hätte kippen können. 2:0 führten die Fürther, hatten alles im Griff, doch dann hörte Santi Kolk anscheinend auf die „Aufwachen“-Sprechchöre der Union-Fans und traf überraschend zum 1:2 (71. Minute).

Kurzfristig ging die Ordnung verloren, und als drei Minuten darauf Marino Biliskov beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, John Mosquera übersehen hatte und nicht die Kugel, sondern den Fuß des Berliner Stürmers traf, bedurfte es einer Glanzparade von Max Grün gegen Kolks flachen Schuss vom Elfmeterpunkt, um das Spiel nicht kippen zu lassen. „Es war doch klar, dass Union am Ende alles oder nichts spielt“, hatte Büskens für den kurzen Wackler Verständnis. Denn schnell hatte Fürth die Partie wieder im Griff. Am Ende hatten die Gastgeber, die auf ihre Heimstärke setzen wollten, Glück, nicht höher verloren zu haben.

Gewonnen hatten die Gäste die Begegnung, da sie nach dem Wechsel der kompakten Defensivarbeit der ersten Hälfte Genauigkeit und Zielstrebigkeit in der Offensive hinzufügten. So war Müller enteilt und schoss im Nachsetzen zum 0:1 (53.) ein, kurz darauf traf Christopher Nöthe aus etwa 18 Metern den Innenpfosten, von wo aus der Ball zum 0:2 ins Netz sprang. Es war eine hochverdiente Führung der Kleeblättler gegen einen Gegner, der keine Mittel fand und die Aktionen der Fürther meist mit harten Fouls bremsen musste.

Pekovic überzeugt

Mit aufsteigender Formkurve präsentierte sich diesmal Milorad Pekovic, der zuletzt nach Erkrankung und diversen Länderspielreisen nicht spritzig wirkte, in Berlin aber an die guten Vorstellungen der Rückrunde im defensiven Mittelfeld anknüpfte. Zusammen mit Eddy Prib, der für den verletzten Leo Haas ins Mittelfeld gerückt war, hatte Pekovic die Schaltzentrale im Griff. Auch Chris Nöthe hat seine Kniverletzung weggesteckt und verdiente sich wie Sturmpartner Dani Schahin Fleißpunkte, nicht zuletzt im Attackieren der Aufbauspieler. „Wir haben früh auf die Berliner Druck ausgeübt und diesen hochgehalten“, so Mike Büskens.

Das kompakte Spiel ist mit Sicherheit auch der Tatsache geschuldet, dass die Mannschaft in wesentlichen Teilen die gleiche ist wie in der Vorsaison. In Berlin stand mit Thomas Kleine nur ein Neuer auf dem Feld. Uwe Neuhaus hatte im Vorfeld der Partie genau davor gewarnt. Diesen Vorteil, der zumindest für das erste Saisondrittel gelten sollte, haben die Fürther mit zwei Siegen erst einmal umgesetzt. Nun folgt die Länderspielpause, die Büskens erneut zu „harter Arbeit“ nutzen will.

„Wir haben zwei Mal gewonnen, das ist schön. Aber wir haben keinen Grund, uns auszuruhen“, kündigt er einige weniger beschauliche Tage an. Auf das Testspiel beim Drittligisten SV Wehen am Freitag will Büskens jedenfalls dezidiert „keine Rücksicht“ nehmen. Das bedeutet, dass die Spieler wieder einmal im Training die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit austesten dürfen.

Ob sich in dieser Disziplin auch ein Neuzugang versuchen darf, wird sich in den nächsten beiden Tagen zeigen. Das Leverkusener Offensiv-Talent Kevin Kampl bleibt jedenfalls erster Kandidat. Dass das bisher so kompakte Gefüge durch einen weiteren Neuen durcheinanderkommen könnte, glaubt Büskens nicht: „Bisher wurden alle Neuzugänge mit offenen Armen aufgenommen, das wäre auch bei weiteren Neuen nicht anders.“

Berlin: Glinker; Polenz, Göhlert, Madouni, Kohlmann – Younga-Mouhani (46. Menz), Mattuschka (59. Ede) – Benyamina, Brunnemann – Kolk, Mosquera (83. Savran).

Fürth: Grün; Schröck, Kleine, Biliskov, Falkenberg – Pekovic – Sararer, Prib, Müller (90.+3 Rahn) – Nöthe (90.+1 Mauersberger), Schahin (75. Onuegbu).

Schiedsrichter: Bandurski (Oberhausen). – Zuschauer: 11780. – Tore: 0:1 Müller (53.), 0:2 Nöthe (56.), 1:2 Kolk (70.). – Besonderes: Kolk scheitert mit Foulelfmeter an Grün (74.). – Gelbe Karten: Benyamina, Brunnemann, Menz, Polenz, Younga-Mouhani / Schahin. 





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