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Die Pressemitteilung ist nicht auffällig lang; euphorisch klingen die Zeilen nicht, die der FC Bayern München gestern versendete – nachdem der große Coup von verschiedenen Medien vorab als perfekt vermeldet wurde. Es ist eine der spektakulärsten Trainerverpflichtungen in einem halben Jahrhundert Bundesliga – aber die Münchner beweisen Stilgefühl, indem sie selbst nicht, wie ein guter Teil der Branche, in Jubel ausbrechen. Der Dank an Jupp Heynckes fällt inniger aus als die Vorfreude auf Pep Guardiola, seinen Nachfolger.
Heynckes hat die jüngsten Irrtümer korrigieren müssen, als er für den mit großem Jubel empfangenen Jürgen Klinsmann nach dessen brachialer Bruchlandung übernahm, er kam ein zweites Mal zurück, um den Münchnern aus den am Ende lähmenden Nachwehen der späten Ära Louis van Gaals herauszuhelfen. Der gute alte Jupp war zur Stelle, wenn der Jubel über vermeintlich große Coups mit vermeintlich großen Trainern verklungen war – so, wie einst Münchens Jahrhunderttrainer Ottmar Hitzfeld zurückkehrte, nachdem Felix Magath aufgeben musste.
Mit so manchem Magier hatten sie kein Glück an der Säbener Straße, Guardiolas Verpflichtung ist trotzdem elektrisierend. Dass der begehrteste Übungsleiter der Welt den FC Bayern und die Bundesliga den weitaus finanzstärkeren englischen Spitzenvereinen vorzieht, ist ein kleiner Ritterschlag für den Fußball-Standort Deutschland, speziell für die Seriosität des FC Bayern – dass man auch in München (und ohne private Milliarden-Investoren) die Champions League gewinnen kann, haben van Gaal und Heynckes bewiesen, wenn auch nur beinahe. Man sieht sich auf Augenhöhe mit der Elite. Und zeigt es mit Guardiola.

