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Lehrreiche 50 Minuten für die Brose Baskets

Immerhin im Basketball gewinnen die Bayern mit dem kuriosen 107:103 gegen Bamberg ein Spitzenspiel - 16.04.2012 12:46 Uhr

Ausnahmsweise nichts zu Feiern: Julius Jenkins und die Brose Baskets Bamberg.

Ausnahmsweise nichts zu Feiern: Julius Jenkins und die Brose Baskets Bamberg. © Archivfoto: Zink


So ein Basketballspiel hatten Bastian Schweinsteiger, Eva Padberg, Kai Pflaume und Edmund Stoiber noch nie erlebt. Das lag natürlich an der Unerfahrenheit der Münchner Erste-Reihe-Prominenz in Sachen Basketballspiele, vor allem aber auch am Spielverlauf dieser in vielfacher Hinsicht bemerkenswerter Begegnung zwischen dem Platzhirsch der Basketballbundesliga und seinem selbstbewussten Herausforderer.

Zwei fünfminütige Verlängerungen waren nötig, um ein Spiel zu entschieden, in dem der in Rattelsdorf geborene Wahlmünchner und Ex-Bamberger Steffen Hamann, zwei Mannschaften auf „dem selben Niveau gesehen hat“. Nur war dieses Niveau nicht sehr hoch. Mit Beginn des Schlussviertels (65:58) verloren die bis dahin gewohnt souveränen Bamberger ihre Treffsicherheit, setzten 13 von ihren folgenden 17 Drei-Punkt-Würfen daneben und passten ihre Ballverluste (13) den verheerenden Münchner Zahlen (15) an. Das zweite bayerische Gipfeltreffen der Bundesliga lebte allein von der Spannung, bot davon aber genug Material für drei Spitzenspiele.

München war dominant gestartet, führte nach nicht ganz drei Minuten bereits mit zehn Punkten Vorsprung. Bamberg aber antwortete geduldig auf die Provokation und rückte die Kräfteverhältnisse allmählich wieder zurecht. Als acht Minuten und sieben Sekunden gespielt waren, betraten ein gebürtiger und ein Herzens-Nürnberger das Parkett. Bastian Doreth griff für Bayern München, Julius Jenkins für Bamberg ein. Das schien zu diesem Zeitpunkt ein weiterer Beweis dafür zu sein, wie weit Bamberg den Bayern enteilt war. Der junge Doreth und der hochdekorierte Jenkins – größer konnte der Unterschied nicht sein.

Je länger aber das Spiel dauerte, desto kleiner wurde der Unterschied – bis Jonathan Wallace das lange Zeit erstaunlich unterkühlte Spiel erstmals von der Freiwurflinie aus in die Verlängerung schickte. Die Geschichte dieses Duells mag jung sein, aber sie birgt schon jetzt alle nötigen Elemente für große, dramatische Spiele: Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann trifft auf seinen Ex-Klub, der kantige Münchner Center Jared Homan auf seinen eventuell künftigen Arbeitgeber, die gebürtigen Franken Demond Greene und Steffen Hamann gegen ihre einstige Mannschaft und abseits des Parketts steht stets der Mann, der Bamberg aus der Beinahe-Insolvenz zu dieser beeindruckenden Größe entwickelt hat und ob dieser Qualitäten von Uli Hoeneß beinahe in die Landeshauptstadt bestellt worden wäre.

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Am Ende, nachdem erneut Wallace das Spiel in eine zweite Verlängerung geschickt hatte, die plötzlich kraftlosen Bamberger völlig außer Tritt geraten waren und es Schweinsteiger, Padberg, Pflaume und Stoiber nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, da jubelten die Münchner, die allein in diesem Spiel erstaunliche Lernerfolge vorweisen konnten. Und auch für Chris Fleming, den Bamberger Meistertrainer war das Spiel ein Gewinn: Endlich kann er seiner siegverwöhnten Mannschaft beweisen, dass sie eine Ausnahmeerscheinung darstellt, dafür aber ausnahmslos hart arbeiten muss.

München: (beste Werfer): Homan 21 Punkte, Wallace und Troutman je 20, Foster 19.

Bamberg: Slaughter 23, Jenkins 22, Gavel 17, Tucker 13, Jacobsen 11, Roberts 10. 

seb

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