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Alexandar Maksimovic genießt mittlerweile Kultstatus bei den Ringern am Zeisigweg. Von der EM in Dortmund hatte der Serbe eine Bronzemedaille mitgebracht, die Nürnberger Fans dankten es ihm mit bedruckten T-Shirts. Dort prangt über einem Bild, das Maksimovic in imposanter Haltung zeigt, der Schriftzug: „Dritter Europameister“.
Klar, dass die Zuschauer in der vollen Halle zum Auftakt ihren dritten Europameister siegen sehen wollten. Maksimovic enttäuschte sie nicht und rang, ohne einen einzigen Punkt abzugeben. Schade nur, dass er als letzter Nürnberger die Matte betrat und der Thalheimer Anhang zu diesem Zeitpunkt schon damit beschäftigt war, den Auswärtssieg mit Schmähgesängen über den Gegner zu feiern.
Dabei hatte der Gastgeber mit Fabian Schmitt beeindruckend begonnen. Normalerweise ringt Schmitt griechisch-römisch, am Samstag aber im Freistil. Trotzdem gewann er in drei Runden, ohne einen Punkt abzugeben, und wem es zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgefallen war, wurde von den Fußballern des SC Germania lautstark daran erinnert, dass es 4:0 für die Grizzleys stand. Im folgenden Kampf musste sich Philipp Vanek nach drei Runden ohne eigenen Punkgewinn geschlagen geben, Vorzeigeringer und Olympia-Aspirant Tim Schleicher gab danach die erste Runde überraschend mit 0:7 ab, fing sich aber wieder und entschied die nächsten drei Runden für sich.
Danach konnte Thalheim aufholen und lag zum achten Kampf in Führung, als Christoph Pscherer die Halle für einen Moment zum Kochen brachte, als er den einzigen Wurf zeigte, der mit der Höchstzahl von fünf Punkten bewertet wurde. Dieser Kampf war aber auch gleichzeitig der Knackpunkt, denn sein Gegner Zbigniew Baranowski stellte seine Taktik um und sicherte sich durch die nächsten drei Runden den Sieg. So blieb der schönste Wurf des Abends am Ende ohne Lohn, denn Marc Pöhlmann verlor im neunten Kampf und besiegelte damit die Auftaktniederlage.
Ob es nicht doch ein zu großes Wagnis war, mit acht Eigengewächsen auf die Matte zu gehen? „Nein. Es ist unsere Philosophie, auf die eigenen Leute zu setzen. Wir haben heute vor allem durch Leichtsinn verloren, Pscherers Niederlage war der Schlüssel“, ärgerte sich Abteilungsleiter Guido Fischer. Einen Ausländer mehr hätten sie dann aber doch noch gerne am Zeisigweg gehabt, nur steckt der schwedische Neuzugang Fredrik Schön noch in der WM-Vorbereitung. Seine Nationalität steht zwar nicht unbedingt für höchste Ringkunst, trotzdem hat man sich bewusst gegen einen weiteren Osteuropäer und für Schön entschieden. „Fredrik war nach dem Abstieg von Frankfurt frei. Er hat auch auf skandinavischen Meisterschaften überzeugt, also haben wir zugeschlagen“, erklärt Fischer.
Bereits in zwei Wochen könnte Schön auch das Nürnberger Publikum, dann beim zweiten Heimkampf gegen KSV Aalen, mit seiner Leistung überzeugen. Vielleicht wird er ja in solchem Maß den Vorschusslorbeeren gerecht, dass ihm ein T-Shirt gewidmet wird.
