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Mak ist Nürnbergs nächster Nationalspieler

Fortsetzung einer schönen Geschichte: Robert Mak wird zum Länderspiel der Slowakei eingeladen - 07.08.2012 06:59 Uhr

NÜRNBERG  - Sonderlich sinnvoll, sagt Dieter Hecking, findet er die Länderspieltermine am 15. August so kurz vor dem Ligastart nicht. Auch Robert Mak wird in der letzten Trainingswoche ein paar Tage fehlen — der Slowake setzt eine schöne fränkisch-slowakische Fußballtradition fort.

Angeschlagen, aber glücklich: Robert Mak wurde für ein Testländerspiel der Slowakei in Dänemark nominiert.
Angeschlagen, aber glücklich: Robert Mak wurde für ein Testländerspiel der Slowakei in Dänemark nominiert.
Foto: Sportfoto Zink
Angeschlagen, aber glücklich: Robert Mak wurde für ein Testländerspiel der Slowakei in Dänemark nominiert.
Angeschlagen, aber glücklich: Robert Mak wurde für ein Testländerspiel der Slowakei in Dänemark nominiert.
Foto: Sportfoto Zink

Knapp sechs Jahre ist es her, da versuchte sich der Bundestrainer in einer aussichtslosen Übung: Joachim Löw wollte die fränkische Fußball-Geschichtsschreibung beeinflussen. Es war im Herbst 2006, die Weltmeisterschaft war schon nur noch Erinnerung und Joachim Löw sollte erst noch beweisen, dass auch er in der Lage ist, die vielen Freunde der Nationalmannschaft glücklich zu machen.

Gut, dass damals im Oktober ein „echter Härtetest“ (Michael Ballack) anstand. Der Härtetest sah ein Treffen mit der slowakischen Auswahl vor, weshalb man in Nürnberg besonders aufmerksam war, weil sich zu diesem Zeitpunkt rund um den Valznerweiher längst alle zu Experten in Sachen slowakische Fußball-Auswahl entwickelt hatten. Vor allem lag das an zwei Fußballspielern, die seit 2003 beim 1. FCN Dienst taten: Marek Mintal und Robert Vittek.

Auch beim Härtetest sollten Mintal und Vittek Hauptrollen spielen und der Bundestrainer aus Deutschland täuschte Expertenwissen in Sachen slowakische Auswahl vor. Also sagte Joachim Löw über Marek Mintal: „Er schleicht sich wie eine Schlange in den Strafraum.“ Das war natürlich Unsinn, weil zumindest in Nürnberg jeder wusste, dass Mintal nicht Schlange ist, sondern Phantom.

Am Ende war das dann aber auch egal, weil der Härtetest zum Spaziergang geworden war, Deutschland 4:1 gewann und die schöne Geschichte zwischen Nürnberg und der slowakischen Auswahl einige Zeit später auch ein Ende fand. Als sich die Slowakei 2010 für die WM in Südafrika qualifizierte, durfte Mintal nicht mehr mit und Vittek war seit zwei Jahren kein Nürnberger mehr.

Jetzt aber schreibt Robert Mak an einer Fortsetzung, er schreibt, wie sich das heutzutage für einen jungen Menschen gehört, knappe Worte im Internet, beim Onlinedienst Twitter: „Ein Traum wird wahr, die erste Einladung zum slowakischen Nationalteam, ich bin so glücklich. Jedem einen schönen Tag.“

Von diesen schönen Tagen hatte der 21-Jährige in Nürnberg bislang nicht übermäßig viele. 2010 wechselte er als Talent an den Valznerweiher, Mak kam von Manchester City, was großen Eindruck machte in Nürnberg. 22 Bundesligaspiele durfte Mak in seinem ersten Jahr in Deutschland machen, zwar meist als Einwechselspieler, aber man war schon einigermaßen zufrieden mit dem Talent.

Das änderte sich dann in der zweiten Spielzeit, Mak konnte nicht halten, was eine starke Vorbereitung im Sommer 2011 versprochen hatte. In der Bild-Zeitung beklagte er das mangelnde Vertrauen des Trainers, gab aber auch zu, dass er sich mitunter schwertut, die vielen Trainingseinheiten ernst zu nehmen. Erst am Saisonende wurde er wieder wichtig, im Sommer verlängerten sie am Valznerweiher deshalb seinen Vertrag bis 2015. „Die sportliche Perspektive bei ihm stimmt“, sagte damals Nürnbergs Sportvorstand Martin Bader.

Mak schien das beweisen zu wollen, begann nach der langen Sommerpause wieder stark, deutete an, dass er Nürnbergs Mann für die rechte Mittelfeldseite werden könnte. „Der läuft nur noch mit nacktem Oberkörper rum, um zu zeigen, dass er Muskeln bekommen hat“, sagte ein zufriedener Hecking. Einen persönlichen Trainer hatte sich Mak für die Sommerpause engagiert, zum Muskelaufbau hatte er die zusätzlichen Trainingseinheiten aber nicht genutzt: „Zu viele Muskeln machen langsam.“

„Ich spüre Vertrauen“

Ob mit oder ohne Muskeln — zuletzt musste Mak tatsächlich langsam machen. Eine Verletzung aus dem Testspiel gegen Dortmund ließ im Trainingslager in Längenfeld nur Lauftraining zu. Heute, wenn sie sich zum Laktattest treffen, will Mak wieder dabei sein. „Ich spüre großes Vertrauen vom Trainer. Das gibt mir Kraft. Ich habe auch kein Motivationsproblem“, sagte Mak in Längenfeld.

Das mit der Motivation dürfte ihm jetzt noch leichterfallen, nachdem auch der slowakische Nationaltrainer sein Vertrauen in Maks Künste bewiesen hat. Stanislaw Griga hat Mak zum Freundschaftsspiel gegen Dänemark am 15. August eingeladen, ihm ist damit gelungen, was Löw einst nicht schaffte: Er beeinflusst die fränkische Fußball-Geschichtsschreibung.

Bilderstrecke zum Thema
Mit 12:0 hat der 1. FC Nürnberg am Freitag das Testspiel gegen den SV Raika Längenfeld für sich entschieden. Mit drei Treffern war der gebürtige Nürnberger Julian Wießmeier der erfolgreichste Torschütze.

 

VON FADI KEBLAWI


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

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