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Marcos António: Zwei Fehler, ein Missverständnis

Abwehrspieler darf den Club verlassen, aber auch bleiben - 20.12.2012 07:00 Uhr

NÜRNBERG  - 16 miserable Minuten gegen Stuttgart haben Marcos António um seine Perspektive beim 1. FC Nürnberg gebracht. Der Abwehrspieler kann in der Winterpause gehen - nachdem sich die Zusammenarbeit im Sommer doch recht vielversprechend angelassen hatte.

Ein gebrauchter Tag für Marcos Antonio war es beim Spiel gegen Stuttgart. (Archivbild)
Ein gebrauchter Tag für Marcos Antonio war es beim Spiel gegen Stuttgart. (Archivbild)
Foto: Zink
Ein gebrauchter Tag für Marcos Antonio war es beim Spiel gegen Stuttgart. (Archivbild)
Ein gebrauchter Tag für Marcos Antonio war es beim Spiel gegen Stuttgart. (Archivbild)
Foto: Zink

In der Sommer-Vorbereitung lief noch alles nach Plan. Marcos António Elias Santos trainierte tadellos, überzeugte in den Testspielen gegen Betis Sevilla und Borussia Dortmund. Man konnte davon ausgehen, dass der 1. FC Nürnberg einen körperlich robusten, kopfballstarken und erfahrenen Innenverteidiger „mit internationalem Format“ (Sportdirektor Martin Bader) verpflichtet hatte.

Der Brasilianer war auf einem guten Weg, Nürnbergs neuer Abwehrchef zu werden Es ging eigentlich nur noch um die Frage, wer neben ihm auflaufen würde. Bis zum DFB-Pokalspiel in Havelse — als Marcos António einen gebrauchten Tag erwischte. Wie die meisten anderen auch. Trotzdem nahm ihn Dieter Hecking bereits sechs Tage später zum Bundesliga-Auftakt in Hamburg aus der Mannschaft. In die er danach für lediglich 16 Minuten zurückkehren sollte; am sechsten Spieltag gegen Stuttgart leistete sich Marcos António zwei unerklärliche Fehler, einer davon führte zum 0:1.

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Vertrag bis 2014

Seitdem ist es still geworden um den ehemaligen Kapitän von Rapid Bukarest. Nicht ein einziges Mal schaffte es Marcos António noch in das 18-köpfige Aufgebot; anfangs wollte ihn Hecking vor sich selbst und vor den wütenden Fans schützen, irgendwann später wuchsen aber auch beim Trainer die Zweifel am fußballerischen Niveau des Zugangs.

Marcos António, weit weg von der Startelf, ließ es etwas schleifen, die von ihm beim täglichen Üben angebotenen Leistungen genügten bei weitem nicht, um wieder ein Kandidat zu werden für die Bundesliga. Vor ein paar Tagen folgte im kleinen Kreis ein „sehr offenes Gespräch“ (Hecking), das Marcos António dabei helfen sollte, seine sportliche Perspektive in Nürnberg genauer einschätzen zu können.

Quintessenz der Unterredung: Sollte er im Winterurlaub irgendwo einen neuen Verein finden, „darf er gehen“, so Hecking, „aber er darf auch bleiben.“ Notfalls bis zum 30. Juni 2014 — so lange ist sein Vertrag noch gültig.

Und genau darin liegt das Problem; Marcos António, der ablösefrei aus Bukarest kam, dürfte nicht schlecht verdienen beim Club. Sein vorzeitiger Abschied würde viel Geld kosten, weil eine satte Abfindung fällig wäre. Also versucht es die sportliche Leitung mit sanftem Druck. Auch in der zweieinhalbwöchigen Vorbereitung, kündigte Hecking bereits an, „wird sich für ihn nicht viel ändern“. Soll heißen: Das Duo Per Nilsson/Timm Klose bleibt auch in der Rückrunde gesetzt und Noah Korczowski die Nummer drei. Knapp vor Timmy Simons, der, wie beim 0:3 in Freiburg, auch schon ganz hinten ausgeholfen hat.

Spätestens beim Trainingsauftakt am 3. Januar sollte man schlauer sein, am 5. Januar fliegen die Nürnberger für neun Tage an die Costa del Sol. Mit im Flieger werden auch drei Talente sitzen, deren Namen man sich merken sollte. Sebastian Gärtner (19) sowie die U18-Nationalspieler Pascal Itter (17) und Niklas Stark (17) dürfen sich im Trainingslager nahe Marbella zeigen, als kleine Anerkennung für ihre Leistungen in Nürnbergs U23 beziehungsweise U19.

Ob Marcos António dann noch dabei ist, werden die nächsten Tage zeigen. „Wir können doch bei vielen Transfers nicht sagen, ob es aufgeht“, erklärt Bader; wie man hört, soll Marcos António mit seinem Berater den Transfermarkt sondieren. Auf der Suche nach seiner zehnten Profi-Station, wo er hoffentlich mehr Glück hat als zuletzt in Nürnberg. Es wäre ihm zu wünschen, er hat ja nicht viel falsch gemacht. Außer zwischen der ersten und 16. Minute im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart.

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Von Wolfgang Laaß


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 112-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

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