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Maroh vor dem Absprung: Berater prüft Wechsel

Shootingstar der Aufstiegssaison ist mit seinem Reservisten-Dasein unzufrieden - Ausstiegsklausel aus Vertrag bis 2012 - 24.01.2011 20:19 Uhr

Unzufrieden: Geht Dominic Maroh im Sommer beim FCN von Bord?

Unzufrieden: Geht Dominic Maroh im Sommer beim FCN von Bord? © Sportfoto Zink


"Ich wollte den nächsten Schritt machen, auch als Führungsspieler, das hat leider nicht geklappt" sagte Dominic Maroh jüngst enttäuscht dem "kicker". Nachdem er beim Club nach der baldigen Nilsson-Rückkehr weiter in der Verteidiger-Hierarchie nach hinten zu rutschen droht, steht der Abschied des 23-Jährigen zumindest nach Ablauf der Rückserie im Raum - bis zum Ende der aktuellen Transferperiode jedoch nicht. Laut dem Fachmagazin hatten sich bereits in der jüngeren Vergangenheit Vereine aus dem Inn- und Ausland (Bochum, KSC, Genk) für die Dienste des Innenverteidigers interessiert. Berater Andreas Müller setzt im Sommer auf vernünftige Gespräche mit Sportvorstand Bader, um die in der Ausstiegsklausel fixierte Summe (1,5 Millionen) zu drücken.   

Kometenhafter Aufstieg und Bestnoten

Maroh hatte im Sommer 2008 vom SSV Reutlingen den Sprung an den Valznerweiher gewagt und sich bei der Zweitvertretung des FCN schnell für höhere Aufgaben empfohlen. Als der Club in der Aufstiegssaison 2008/09 beim FC Ingolstadt die Trendwende einläutete, stand der auf Anhieb stabil und abgeklärt auftretende Deutsch-Slowene erstmals vom Anpiff weg in Nürnbergs Startformation. Der Club nahm mit dem 3:0-Erfolg bei den "Schanzern" Fahrt auf und Maroh mit ihm. In der Folge war der Youngster nicht aus der FCN-Innenverteidigung wegzudenken. Er glänzte konstant durch aufmerksames, mitunter gar elegantes Defensivverhalten und hatte entscheidenden Anteil, dass die Oenning-Truppe nach Anlaufschwierigkeiten wieder zurück in Richtung Beletage des deutschen Profi-Fußballs steuerte.

Auch in der zurückliegenden Spielzeit gehörte der Abwehrmann zum Stammpersonal, stand 24 Mal in der Anfangself des und verdiente sich in der Fachpresse meist gute Noten. Als Entdeckung der Aufstiegssaison vertrat er in der Rückrunde zunächst Kapitän Wolf wie auch Bayern-Leihgabe Breno (nach dessen Kreuzbandriss) ansprechend.       

In diesem Sommer gab Club-Coach Dieter Hecking dann nach knapper Entscheidung den routinierten Innenverteidigern Wolf und Neuzugang Per Nilsson den Vorzug gegenüber gegen dem 23-Jährigen. Infolge Knie-Verletzung des Schweden, der neu von der TSG 1899 Hoffenheim in die Noris gekommen war und seinen Part im Abwehrzentrum überzeugend interpretierte, sprang Maroh wiederum in die Bresche. Die Phase, in der er nun jedoch zum Einsatz kam, war undankbar. Bei der 1:3-Heimpleite gegen Kaiserslautern floppte die neuformierte Viererkette besonders in Duchgang eins auf ganzer Linie. Bei der nachfolgenden 0:3-Schlappe in Mainz zeigte sich auch der sonst so aufmerksame Schwabe ungewohnt schläfrig - etwa bei gegnerischen Standards.  

Wollscheid hat die Nase vorn

Als sich Maroh gegen Liga-Primus Dortmund und Hoffenheim wieder stabilisiert zu haben schien, setzte ihm Hecking zum Abschluss der Hinrunde gegen Hannover Philipp Wollscheid (20) vor die Nase. Erneut eine knappe Entscheidung, wie Nürnbergs Übungsleiter kürzlich etwa in einer Gesprächsrunde im Presseclub mit Hans Meyer und Christoph Biermann zu Protokoll gab. Der junge Ex-Saarbrücker rechtfertigte das Vertrauen Heckings bislang und löste seine Aufgabe in der Anfangself souverän, im Zweikampfverhalten teils sogar bravourös. Wenn der noch immer verletzte Per Nilsson (Teilabriss des Innenbandes) wieder ins Team zurückkehrt, droht dem einst aufstrebenden Shootingstar im Ranking der Innenverteidiger Rang vier und somit die Tribüne.        

Andreas Pöllinger

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