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Seit Monaten reklamieren Trainer Mike Büskens und seine Spieler für sich, „hart gearbeitet“ und sich „taktisch weiterentwickelt“ zu haben. Man kann das nur nicht erkennen. Dem aufgrund der Übermacht des FC Bayern noch halbwegs entschuldbaren verzagten Auftritt von München folgte im sogenannten Endspiel gegen Mainz eine weitere verkrampfte, blutleere Darbietung. Fürth geht nicht mit wehenden Fahnen unter, Fürth geht einfach nur unter.
Es gab Zeiten, in denen man beim Kleeblatt eine freche Mischung aus aggressiver Balleroberung und blitzschnellen Vorstößen, eine Art Dortmund light, ausmachen konnte. Doch aller Mut ist verflogen. Aus Respekt vor großen Namen, vor lauter Angst, wieder in einen Konter zu laufen, wieder in Rückstand zu geraten, hat der souveräne Zweitligameister der vergangenen Saison seinen Markenkern verraten. Die einstigen Himmelsstürmer mauern sich in ihr Verderben.
Bei fast allen anderen Bundesligisten wäre ein Trainer in ähnlicher Lage nach einem solchen Heimspiel gefeuert worden. Mike Büskens zehrt in Fürth noch vom Bonus des Aufstiegshelden. Es ist ja tatsächlich nicht allein seine Schuld, dass im Sommer keine echten Verstärkungen verpflichtet wurden und sich vermeintliche Leistungsträger in der Bundesliga bestenfalls als Mitläufer entpuppten. Und für den Mini-Etat kann er auch nichts.
Vielleicht verdient Büskens eine letzte Chance. Wenn er aber tatsächlich sogar langfristig in Fürth bleiben will, muss er in den kommenden Wochen zeigen, dass er die Mannschaft, die ihm nach wie vor zu vertrauen scheint, umkrempeln und verbessern kann, charakterlich und taktisch. Dabei darf man keine Wunder erwarten, noch nicht einmal Siege. Es geht jetzt um Signale, um Lebenszeichen. Die meisten Fans wollen nicht hören, dass sich die Mannschaft noch nicht aufgegeben habe. Sie wollen es spüren.

