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Mit Schwung aus dem Pokal: Fürth überrollt Paderborn

5:1 gegen den bisherigen Tabellenzweiten der 2. Liga - Asamoah als Mann des Tages - 12.02. 18:08 Uhr

FÜRTH  - Die Spielvereinigung Greuther Fürth hat den Schwung aus dem DFB-Pokal in die Zweite Fußball-Bundesliga mitgenommen. Das Kleeblatt überrumpelte im ersten Spitzenspiel den bisherigen Tabellenzweiten SC Paderborn im Ronhof mit 5:1 (3:1) und stürmte damit für eine Nacht an die Tabellenspitze.

So macht man Fans glücklich: Gerald Asamoah hielt sein Versprechen und verschenkte sein Trikot nach dem furiosen 5:1 der SpVgg über Paderborn.
So macht man Fans glücklich: Gerald Asamoah hielt sein Versprechen und verschenkte sein Trikot nach dem furiosen 5:1 der SpVgg über Paderborn.
Foto: Sportfoto Zink
So macht man Fans glücklich: Gerald Asamoah hielt sein Versprechen und verschenkte sein Trikot nach dem furiosen 5:1 der SpVgg über Paderborn.
So macht man Fans glücklich: Gerald Asamoah hielt sein Versprechen und verschenkte sein Trikot nach dem furiosen 5:1 der SpVgg über Paderborn.
Foto: Sportfoto Zink

Ein Fürther Junge kehrte am Sonntag besonders glücklich vom Ronhof heim. Er hatte die Nummer elf des Kleeblatts schon vor dem Anfpiff des Heimspiels gegen den SC Paderborn per selbstgemaltem Plakat um ihr Trikot gebeten. Zwei Tore, etliche gute Aktionen und einen Abgang unter stehendem Beifall später erinnerte sich Gerald Asamoah an genau diesen Jungen am Spielfeldrand und schenkte ihm das ersehnte Hemd. Mit leichten Bauchschmerzen. „Eigentlich“, sagte der 43-malige deutsche Nationalspieler, „hätte ich dieses Trikot gerne auch selber behalten.“

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Auch der frühe Treffer der Paderborner warf die Fürther nicht aus der Bahn. Mit 5:1 siegten die Franken mehr als souverän. Wie sich die einzelnen Spieler gemacht haben, lesen Sie in unserer Einzelkritik.



Das Debüt der prominenten Winterpausenverpflichtung in der Fürther Startelf stellte sogar ein wenig den glanzvollen 5:1-Heimsieg der Spielvereinigung Greuther Fürth über den SC Paderborn in den Schatten. „Dass ein Fußballer so eine Austrahlung hat, das sieht man nicht so oft“, zollte Mannschaftskollege Mergim Mavraj seinen Respekt. Asamoah, der über ein halbes Jahr auf dem Abstellgleis stand, bevor er von den Fürther reaktiviert wurde, hatte bereits beim 1:0-Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen Hoffenheim eine Halbzeit mitgewirkt, weil Stammstürmer Christopher Nöthe verletzt ausgeschieden war. Trainer Mike Büskens hätte seinem alten Schalker Kumpel gerne noch etwas mehr Eingewöhnungszeit gegönnt. Umso erstaunlicher fand auch Asamoah selbst seine Leistung: „So ein Einstand, das hätte ich nie gedacht.“

16 Mal ungeschlagen

Mit den Paderbornern war immerhin die Zweitliga-Mannschaft angreist, die zusammen mit dem Kleeblatt bislang die wenigsten Gegentore kassiert hatte. 16 Mal in Folge verließ die Sensations-Elf von Trainer Roger Schmidt ungeschlagen das Feld, um schon wieder vom Kleeblatt eine Abreibung zu erhalten. Zum fünften Mal nacheinander zogen die Ostwestfalen im Vergleich mit den Franken den Kürzeren – Torverhältnis: 1:16. „Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht“, stellte Paderborns Christian Strohdiek frustriert fest.


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Einmal mehr machten die Fürther ihre Ambitionen auf einen Aufstiegsplatz deutlich. Mit 5:1 setzten sich das Kleeblatt vor heimischem Publikum gegen Paderborn durch.

Den ersten Schlag hatten allerdings die Gastgeber zu verdauen. Neun Tage nach seinem folgenschweren Patzer in Dresden und vier Tage nach seiner tadellosen Vorstellung in Hoffenheim leistete sich Torhüter Max Grün einen Fehler der Kategorie oberpeinlich. Statt einen harmlos wirkenden Freistoß sicher abzufangen, ließ der 24-Jährige den hohen Ball zu Boden fallen. Grün suchte später nicht nach Ausreden. Er sein einfach „nur dumm“ gewesen. Nick Proschwitz, aktuell Top-Torjäger der Liga, muss sich in der fünften Spielminute gefühlt haben wie an Weihnachten. Ruckzuck lag die Spielvereinigung hinten.


Doch am Ende einer „eminent wichtigen Woche“ (Büskens) hatten die Gastgeber Glück und Asamoah. Nachdem der Ex-Fürther Daniel Brückner versucht hatte, Sercan Sararer am Flanken zu hindern, begab sich der Ball fast von der Torauslinie aus auf eine kuriose und für SC-Schlussmann Lukas Kruse letztlich fatale Flugbahn. Vielleicht hätte es Asamoahs Einsatz am langen Pfosten gar nicht gebraucht, der 33-Jährige wusste hinterher jedenfalls selbst nicht mehr, mit welchem Körperteil er die Kugel sicherheitshalber über die Linie bugsiert hatte.

Vor lediglich 9000 Zuschauer, die sich trotz zweistelliger Minusgrade fürs Kleeblatt erwärmen konnten nahm das Spitzenspiel zunächst groteske Züge an, denn auch das 2:1 war kein normaler Treffer. Eine scharfe Hereingabe des auf der rechten Außenbahn ungemein agilen Sercan Sararer lenkte SC-Innenverteiger Florian Mohr grotesk ungeschickt ins eigene Netz.


Nun gab es für die Hausherren kein Halten mehr. Asamoah, der in vorderster Front immer wieder geschickt den Ball abschirmte, profitierte vor dem 3:1 von einem Geniestreich Olivier Occeans. Der Kanadier narrte zwei Gegner, ehe er seinen am langen Pfosten lauernden Kameraden bediente. Spätestens nach dem durch Sararer ebenfalls sehenswert vorbereiteten 4:1 durch Occean, war auf Paderborner Seite kein nennenswerter Widerstand mehr auszumachen. So durfte auch Innenverteidiger Mergim Mavraj sein persönliches Torekonto aufstocken – von eins auf zwei.

Mann des Tages blieb indes Gerald Asamaoh. „Die Jungs haben es mir sehr leicht gemacht“, gab sich der neue Fürther Star bescheiden. Wenn er sich nicht wieder verletzt, darf der Ex-Schalker im Herbst seiner Karriere demächst sogar noch einmal seinen Lieblingsfeind bekämpfen. „Wenn man so weit gekommen ist“, sagt Asamoah zum Halbfinale im DFB-Pokal
 

Fürth: Grün; Schröck, Kleine, Mavraj, Schmditgal – Sararer, Fürstner (63. Pekovic), Zillner, Schröck (75. Geis) – Occean, Asamoah (69. Schahin)

Paderborn: Kruse; Wemmer, Mohr, Strohdiek, Bertels – Meha, Krösche (77. Demme), Alushi, Brückner (46. Rupp) – Brandy, Proschwitz

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg) – Tore: 0:1 Proschwitz (5.), 1:1 Asamoah (6.), 2:1 Mohr (Eigentor, 11.), 3:1 Asamoah (43.), 4:1 Occean (47.), 5:1 Mavraj (57.) – Gelbe Karten: Mavraj – Brückner – Zuschauer: 9230

  



VON KURT HEIDINGSFELDER

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.