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Muhammed Ildiz macht den Club jünger

Hilfe für den 1. FC Nürnberg aus dem 14. Wiener Bezirk - 06.02.2013 07:00 Uhr

NÜRNBERG  - Drei Neuzugänge hat der 1. FC Nürnberg in der Winterpause verpflichtet, zwei davon saßen im Spiel gegen Mönchengladbach bereits auf der Bank – nur Muhammed Ildiz durfte noch von der Tribüne aus zusehen.

Noch ist Muhammad Ildiz im Nürnberger Stadion nur auf der Anzeigetafel zu sehen.
Noch ist Muhammad Ildiz im Nürnberger Stadion nur auf der Anzeigetafel zu sehen.
Foto: Sportfoto Zink
Noch ist Muhammad Ildiz im Nürnberger Stadion nur auf der Anzeigetafel zu sehen.
Noch ist Muhammad Ildiz im Nürnberger Stadion nur auf der Anzeigetafel zu sehen.
Foto: Sportfoto Zink

Muhammed Ildiz spricht zunächst einmal eine Empfehlung aus. „Eine sehr schöne Stadt — kann ich nur empfehlen“, sagt Ildiz. Er spricht über Wien, also über eine tatsächlich sehr schöne Stadt. Vor allem ist es seine Stadt, Ildiz ist vor fast 22 Jahren dort geboren; aufgewachsen ist er dann im 14. Bezirk, in Penzing.

Irgendwann hat Ildiz mit dem Fußball begonnen, acht Jahre alt war er da, sein erster Verein hieß Red Star Penzing. Zwei Jahre später hat Ildiz das erste Mal seinen Fußballverein gewechselt, innerhalb Penzings ging es nach Hütteldorf. Hütteldorf — das ist die Heimat von Rapid. Bei Rapid ist Ildiz zum Profi geworden, ein Mittelfeldspieler, der bis auf zwei Jahre, die er in Innsbruck beim FC Wacker gespielt hat, seine komplette Jugend bei Rapid verbracht hat.

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Beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach gelingt dem Club der erste Dreier in der Rückrunde und damit auch der erste Sieg unter Michael Wiesinger. Timmy Simons und Tomas Pekhart erzielen die Tore.

Auf der Suche

Seit knapp einer Woche ist er jetzt in Nürnberg. „Sicher auch eine schöne Stadt“, sagt Ildiz. Nur gesehen hat er noch nicht allzu viel von der schönen Stadt. Gut, Wohnungen hat er sich schon angeschaut, sich aber für keine entscheiden können. Ildiz wohnt noch im Hotel, er sucht. In etwa so gilt das auch für sein Verhältnis zu der Fußballmannschaft, die er fortan stärker machen soll. „Die Möglichkeit“, hat Nürnbergs Sportvorstand Martin Bader gesagt, habe sich ergeben, Ildiz, den sie beim Club schon einige Zeit beobachtet haben, schon in der Winterpause zu verpflichten — und nicht erst im Sommer, wie es zunächst angedacht war.

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Dank einer kämpferisch anprechenden Leistung hat der 1. FC Nürnberg sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Die Arbeitszeugnisse der Club-Profis fallen dementsprechend gut aus.




Ildiz haben sie damit auch überrascht. „Ich habe auf ein Sommerangebot gewartet“, sagt er. Dann hat sein Mobiltelefon geklingelt und Ildiz bekam ein Winterangebot. Auch gut, sagt Ildiz, für ein Angebot aus der Bundesliga kann man auch die sehr schöne Stadt Wien verlassen — egal, zu welcher Jahreszeit. Also ist er nach Nürnberg gekommen, am Sonntag war er das erste Mal als Besucher im Stadion, in „zwei, drei Wochen“, sagt er, kann er sich auch als Spieler im Frankenstadion vorstellen. Aber natürlich „wäre ich auch jetzt schon bereit, wenn der Trainer es so will“.


Der Trainer wird sich zunächst einmal überlegen müssen, was er mit Ildiz vorhat. Jede Position im zentralen Mittelfeld, sagt Ildiz, kann er spielen. Oder, um im Fußballdeutsch zu bleiben: „Die 6, die 8 oder die 10.“ Da es die 10 im Spiel des 1. FC Nürnberg eigentlich nicht gibt, bleiben die 8 oder die 6. Positionen, auf denen bislang vor allem erfahrene Kräfte spielen — Ildiz macht den Club also auch jünger. Michael Wiesinger wird einen Platz für Muhammed Ildiz finden, wenngleich das vielleicht etwas länger dauern wird als die Wohnungssuche, schließlich ist Ildiz vor allem als Perspektivspieler eingeplant — so wie er das einst auch bei Rapid war, ehe er zur Stammkraft geworden ist in Wien.

Ob er etwas vermisst? „Die Familie, die Freunde und die Stadt“, sagt Ildiz, „aber ich kann ja manchmal hinfahren.“ Vielleicht kann er den Freunden dort dann einen Besuch in Nürnberg empfehlen. Ist ja schließlich auch eine schöne Stadt. 

FADI KEBLAWI


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Kurzbeschreibung:
Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

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