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Nichts für schwache Nerven: Der NBC schlägt Karlsruhe

Beim 82:80 zwingen Nürnbergs Basketballer die Fans erneut zum Wegsehen - 30.01. 08:30 Uhr

NÜRNBERG  - 27 Tage lang hatte der Nürnberger Basketballclub kein Spiel mehr gewonnen, im neuen Jahr nur verloren. Von einer Krise konnte trotzdem keine Rede sein. Aufgrund einer Laune des Terminplans hatte der NBC 2012 nur zweimal gespielt. Aber weil es in der ProA genannten 2. Liga allmählich spannend wird, war der Druck vor dem Sprungball gegen Karlsruhe trotzdem spürbar, ebenso wie die Erleichterung nach dem wilden 82:80 (38:41).

Als ob nichts gewesen wäre: So ausgelassen, Pardon, cool feierte der Nürnberger BC seinen Sieg gegen Karlsruhe.
Als ob nichts gewesen wäre: So ausgelassen, Pardon, cool feierte der Nürnberger BC seinen Sieg gegen Karlsruhe.
Foto: JüRa/Zink
Als ob nichts gewesen wäre: So ausgelassen, Pardon, cool feierte der Nürnberger BC seinen Sieg gegen Karlsruhe.
Als ob nichts gewesen wäre: So ausgelassen, Pardon, cool feierte der Nürnberger BC seinen Sieg gegen Karlsruhe.
Foto: JüRa/Zink

Irgendwann war die Physiotherapeutin verschwunden. Andrea Reitz hatte sich an der Wand zusammengekauert, versteckt hinter den breiten Rücken, deren Muskeln sie zuvor geschmeidig geknetet hatte. Hinter den Rücken riss der NBC das Spiel an sich und gab es beinahe wieder aus der Hand. Schiedsrichter trafen Fehlentscheidungen und die Gegner den Korb nicht. Geschäftsführer entdeckten das Rumpelstilzchen in sich, Zuschauer die Faszination dieses Sports für sich. Wie schon so oft, ging also auch dieser Abend mit dem Nürnberger Basketballclub denkbar turbulent, diesmal aber glücklich zu Ende. Die Physiotherapeutin aber wollte sich lieber die Rücken der Bankdrücker ansehen.



Der NBC zwang jene, die ihm besonders zugetan sind, nicht zum ersten Mal zum Selbstschutz. So wie die Physiotherapeutin das spannende Ende nicht mehr ansehen konnte, so fiel es Basketballliebhabern schwer, den Beginn der Partie zu ertragen. Wie zufällig in die Halle am Berliner Platz geraten, spielten die Nürnberger da. Wie eine Mannschaft, die zwar gerne Basketball spielt, sich dazu aber nur ungern bewegt. Der NBC wirkte seltsam unbeteiligt, ja, leidenschaftslos — wenngleich der Trainer diesem Eindruck später vehement widersprach.

„Corny“ macht den Unterschied

Eher übermotiviert sei seine Mannschaft gewesen, meinte Coach Derrick Taylor; „ein Stück weit verunsichert“, sah Cornelius Adler sich selbst und seine Kollegen. Im Hinspiel war der NBC überrascht worden von der durchaus prominent besetzten Karlsruher Mannschaft, die bis dahin noch keine Partie gewonnen hatten. Das Rückspiel wollten die Nürnberger derart „unbedingt gewinnen“, dass sie dabei offensichtlich vergessen hatten, wie das eigentlich funktioniert. Im Angriff verweigerten sie jeglichen Zug zum Korb, weshalb die Gäste erst 12,5 Sekunden vor dem Viertelende zu ihrem ersten Foul gezwungen waren. Der NBC hatte da schon acht. Trotzdem war es kein Widerspruch, dass Taylor nicht zum ersten Mal feststellte: „Meine Spieler sind manchmal zu nett.“ Seine netten Spieler ließen ihre Gegner gewähren, griffen erst ein, als es schon zu spät war — womit es aber gut sein soll mit den Vorwürfen.


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Gegen die BG Karlsruhe besorgten die Franken mit einem 82:80 den ersten und lang ersehnten ersten Sieg im Jahr 2012. Dabei kamen die Nürnberger gar nicht gut aus den Startlöchern.

Der NBC hat den Rückstand im zweiten Viertel dank der individuellen Klasse wettgemacht, in der zweiten Hälfte teilweise begeisternden Basketball gespielt und das Spiel gegen einen rätselhaft schlecht platzierten Gegner schließlich noch verdient gewonnen. Vor allem lag das an den herausragenden Leistungen von Cornelius Adler und Jaivon Harris. Adler hatte den ersten Angriff des Spiels grotesk leichtfertig vergeben, danach zunächst nicht mehr mitspielen dürfen, dann aber explodierte er beim Stand von 51:51. Adler traf drei Dreipunktewürfe in Folge und kontrollierte den einstigen Nationalspieler Rouven Rössler in der Defensive. Der NBC zog auf 60:51 davon, „Corny“, fand Taylor, „hat den Unterschied gemacht, als wir erstmals gleichwertig waren“. Und dann war da noch Jaivon Harris.

Karlsruhe kann fünf außergewöhnliche Spieler aufbieten: den Hünen Justin Aronel Howard, der von den „netten“ Ike Okoye und Cory Abercrombie zunächst nicht aufgehalten werden konnte; Michael Stockton, Sohn von John Stockton, dem vielleicht besten Spielmacher aller Zeiten; Rössler, den eleganten Jonathan Moore und Martin Samarco, den eifrigsten Punktesammler der ProA. In Nürnberg aber blieben für Samarco nur sechs Zähler stehen. Der Topscorer wurde von Jaivon Harris gestoppt, wofür

der Trainer eine schöne Formulierung fand: „Jaivon hat Samarco nicht gedeckt, er war in ihm.“ Und mit 22 Punkten nebenbei selbst Topscorer.

Ein Nürnberger vergibt den Sieg


Dass es trotzdem noch einmal spannend wurde, das lag an zwei krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichtertrios und an der Nürnberger Nettigkeit. „Das hätten wir smarter ausspielen müssen“, merkte Taylor an, der Trainer fühlte sich erinnert an das furiose Heimspiel vor zwei Wochen, das die Düsseldorfer 5,5 Sekunden vor der Schlusssirene für sich entschieden hatten. An diesem Samstagabend hatte der NBC den Ball erneut 5,5 Sekunden vor dem Ende abgegeben.

Der gebürtige Nürnberger Moore, ein sicherer Werfer, verweigerte mit dem Dreier die Siegchance, dribbelte, wollte den Ausgleich, verwarf — und hinter der Nürnberger Bank tauchte die Physiotherapeutin wieder auf.

NBC: Harris 22 Punkte, Adler 17 (4/6 Dreier), Okoye 12, Abercrombie 11, deMichael 8, Chavis (9 Assists) und Reile je 4, Barth und Ides je 2.

Karlsruhe (beste Werfer): Howard 22 (10 Fouls gezogen), Moore 17 (13 Reb.), Jones 16, Stockton 10, Roessler 7, Samarco 6.
  



VON SEBASTIAN BÖHM

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Nürnberger Basketballclub NBC - Logo
Gründungsdatum:
2009



Kurzbeschreibung:
Seit 2011 spielt die Männermannschaft in der 2. Bundesliga (ProA);
"Nürnberger Basketball Club e. V. NBC" ab 2009;
vorherige Namen: DJK Falke, Consors Bulls, rce Falke, Sellbytel Baskets, Dimplex Falke und Franken Hexer.
Sitz: Marienbergstraße 82, 90411 Nürnberg.